Keiner versteht mich

16 Sep

… denn die Stimme ist weg.

Am Tag der Entlassung war die kurz nach der 2.OP noch eingermaßen vorhandene  Stimme praktisch vollständig verschwunden und zu einem kaum hörbaren heißeren Krächzen geworden. Nachdem die Gefahr, dass sich die Bronchitis zur Lungenentzündung auswachsen könnte, gebannt war, ergab eine Kehlkopfspiegelung, dass das linke Stimmband stillstand.  Also dürfte der linke Stimmbandnerv, obwohl er während er OP noch regelrecht beim Neuromonitoring auf Reize geantwortet hatte, doch zumindest stark irritiert worden sein. Also eine einseitige Rekurrensparese, immerhin nur einseitig, lästig aber einigermaßen gut beherrschbar.

Neben der stark eingeschränkten Stimme äußerte sich das auch in Atemnot besonders bei Anstrengung, da bei der Einatmung weniger Querschnitt zur Verfügung stand und die schlaffe linke Stimmlippe offenbar nach innen gesogen wurde. Daher war auch Liegen und Schlafen auf der rechten Seite nicht möglich, da dann offenbar die Stimmlippe teilweise in den Luftweg fiel und für Atemnot sorgte.

2 Wochen nach der Entlassung begann dann die logopädische Therapie mit allerlei Übungen, wodurch sich relativ schnell die Probleme mit der Atmung zumindest besserten und auch die Stimme langsam aber sicher wieder besser wurde. Ich konnte im Laufe der Zeit mit der rechten Stimmlippe den Ausfall der linken teilweise kompensieren.

Nach mittlerweile knapp 50 Logopädiesitzungen ist die Stimme meiner alten wieder recht ähnlich. Es fehlt noch an Lautstärke um gegen etwas lauteren Hintergund wie mehrere sich unterhaltende Leute anzukommen, und die Stimme hält noch nicht so lang, wie sie sollte. Außerdem hat sich wegen des immer noch unvollkommenen Stimmritzenschlusses und der damit fehlenden Möglichkeit des effektiven Abhustens eine Art Dauerverschleimung eingestellt, die je nach Tagesform und Wetter mal mehr oder weniger lästig wird.

Insgesamt lässt sich mit dem jetzt Erreichten ganz gut leben, eine weitere Verbesserung ist immer noch möglich. Es ist auch immer noch nicht ausgeschlossen, dass sich der Nerv irgendwann regeneriert, nach mittlerweile 14 Monaten wird die Wahrscheinlichkeit dafür allerdings langsam geringer. Der nach 2 Jahren erreichte Zustand dürfte dann etwa das markieren, was erreichbar ist.

Eine Antwort to “Keiner versteht mich”

Trackbacks/Pingbacks

  1. Loch im Bauch … « Kall's Einwürfe - 9. März 2011

    […] 50 Stunden Logopädie hatte ich ja meine Stimme fast vollständig wieder, aber das linke Stimmband steht immer noch. Der Stimmritzenschluss ist immer noch nicht vollständig und deshalb kein effektives Abhusten […]

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