Heute morgen gefunden …

19 Sep

diesen Spruch:

Wenn ich einen Ausspruch erwähne
und dich zu sofortiger Zustimmung verleite,
dann habe ich dir schon auf den Kopf geschissen.
In Wirklichkeit gibt es ja nicht das Geringste,
woraus für dich Verständnis oder Zweifel erwachsen könnte.
Jeder von euch, jeder einzelne, hat doch das Eine, worum es geht!
Sein großartiges Wirken ist ganz offensichtlich
und kostet euch nicht die geringste Anstrengung.
Wo gibt es da einen Unterschied zwischen euch und den Buddhas!

Yün-men

Die wirkliche Erkenntnis liegt nicht außerhalb von uns und besonders nicht in den Dingen.

Und ich füge mal einen Ausspruch von Meister Eckehart von Hocheim hinzu (den es in verschiedenen Formulierungen gibt):

Dass Gott Gott ist, des bin ich eine Ursach.

und lass das mal so stehen, um mich demnächst darauf zu beziehen.

9 Antworten zu “Heute morgen gefunden …”

  1. Smilla 20. September 2011 um 18:01 #

    Verstehe ich nicht. Stand der Text in einem besonderen Kontext oder gab es den so nackig?

    Liebe Grüße Smilla

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    • drkall 20. September 2011 um 18:08 #

      Der von Meister Eckehart steht in einer seiner Predigten, der ober ist ein typischer Zenspruch, aber soweit ich ihn verstehe einer der einfacheren.

      Beide haben den gleichen Tenor: Suche nicht außerhalb von Dir nach der Wahrheit, auch nicht in Form von klugen Erklärungen anderer, schon gar nicht bei den materiellen Dingen. Alles was notwendig ist, um zu erkennen, trägst Du bereits in allergrößter Perfektion in Dir selbst.

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  2. Smilla 21. September 2011 um 12:11 #

    Den Spruch von Meister Eckehart hatte ich kapiert. Wenn ich gewußt hätte, dass es oben ein Zen Spruch ist, hätte ich mir nicht mehr die Mühe gemacht, den zu verstehen, das habe ich schon bei den anderen vergeblich versucht. Ich finde sie schlimm, ist einfach so gar nicht mein Ding. Ich suche Erklärungen auch mal außerhalb bei anderen, was soll daran falsch sein, wenn man selbst noch einmal einen Filter eingebaut hat und darüber nachdenkt?

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    • drkall 22. September 2011 um 13:08 #

      Es ist mit Sicheheit kein Fehler über rational erfahrbare und wahrnehmbare Dinge noch einmal oder auch mehrmals nachzudenken, um die geht es aber auch nicht.

      Es geht um eine tiefe Erkenntnis eine letzte Sicherheit, nun verstanden zu haben, die nicht an konkreten, rational erfahrbaren Dingen festzumachen ist, und nach der viele Menschen verzweifelt suchen. Die einen nennen das Erleuchtung, die anderen Gotteserfahrung oder anders. Sie suchen sie, indem sie Bücher studieren, Kurse belegen o.ä. und werden nicht fündig, weil die Grundlage dazu doch schon immer in ihnen selbst vorhanden war und bleiben wird. Solange sie das nicht verinnerlicht haben, bleiben ihre Bemühungen fruchtlos. Insofern ist der Spruch in sich ein Paradox, da er doch selbst bereits wieder ein Schiss ins Hirn ist, aber das hat Zen so an sich.

      Aber auch wenn es nicht gleich um Erleuchtung geht, kann man das Prinzip auch auf andere Bereiche anwenden, und dazu werde ich vielleicht irgendwann mal was schreiben.

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      • smillaswelt 25. September 2011 um 22:51 #

        Dann ist das also ein Widerspruch und soll so sein. Hm, ich kann damit nichts anfangen, da sind mir die Lichtenberg sprüche lieber. die tun wirklich manchmal weh, aber ich finde sie für mich klarer.

        Es sei denn, du erklärst diese Zen-sprüche immer. 🙂

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  3. Sue 23. September 2011 um 00:46 #

    Dieses ganz bei sich zu sein und zu bleiben, ist nicht leicht. Viele Menschen denken viel zu wenig über sich und das was in ihnen vorgeht nach. Wenn Bücher oder Kurse dabei helfen, finde ich das nicht verkehrt.
    Mir hat ein Psychologe mal geraten, meine Art mit manchem unzugehen oder auf manches zu reagieren, eben nicht als Art zu sehen, sonder diese Eigenschaften als Werkzeug zu betrachten. Werkzeug setzt man ein, benutzt es zielgerichtet……. ich fand das eine gute Betrachtungsweise.

    lieben gruss sue

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    • drkall 23. September 2011 um 22:48 #

      Das Werkzeugbild finde ich auch schön. Natürlich können Kurse, Bücher, Gespräche etc. einem helfen überhaupt auf den Weg zu kommen.

      Nur der letzte Schritt, die eigentliche Erkenntnis, dieses plötzliche Verstehen, _das_ ist tief in einem selbst schon immer vorhanden (für die Buddhisten _hat_ jedes Wesen Buddhanatur, ob es sich dessen bewusst ist oder nicht, und Eckehart erklärt es eben auf christlicher Basis), deshalb braucht man im Grunde eigentlich nur sich selbst, um dahin zu gelangen. Und natürlich gibt es viele verschiedene Wege dorthin.

      Dabei fällt mir grad auf, ich glaube in allen Religionen sind die Fundamentalisten, die Agressiven, die Intoleranten in der Regel eher nicht diejenigen, die sich auf diese Wege begeben (die Mystiker) 😉

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      • Sue 24. September 2011 um 13:29 #

        Und bei dem Wort Christen, bekomme ich sofort einen dicken Hals, wenn ich so höre was dieser alte und lebensfremde Knallkopf von Papst gerade für einen Quark von sich gibt. Egal ob es es Ökumene, Missbrauch, Frauen,.. oder sonst was geht *gggrrrr*
        Und da sitzen überall wo er auftaucht, weiß ich wieviele Menschen und jubeln dem Schwachmaten auch noch zu wenn er mit seine Fistelstimme Blödsinn verzapft oder zu bestimmten Themen erst gar nix sagt. Feiger Sack.
        Ich geh jetzt in die Sonne und pfeif auf diesen Quatsch 🙂

        lieben Gruss und ein schönes Wochenende
        sue

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        • drkall 24. September 2011 um 13:58 #

          Naja, der Papst und „die Christen“ sind ja nun nicht unbedingt (eigentlich gar nicht) gleichzusetzen. Und auch „die Kirche“ ist nicht unbedingt mit „den Christen“ gleichzusetzen, und ich denke auch, dass es „die Christen“ eigentlich nicht gibt.
          Obwohl ich mit dem Papst garnichts und mit den Kirchen im allgemeinen recht wenig am Hut habe, würde ich mich im weitesten Sinne schon (nach Phasen heftigster Skepsis und großen Selbstzweifels wieder) als Christ bezeichnen, auch wenn ich vielleicht ein recht persönliches Gottesverständnis habe.

          Ich fühle mich allerdings auch stark zum Buddhismus insbesondere zum Zen-Buddhismus hingezogen, was aber das andere nicht ausschließen muss. Das heißt für mich nun aber auch beileibe nicht, dass ich in irgendeiner Weise mit allem einverstanden sein muss, was im Namen des Christentums oder der Christen oder von Christen und solchen, die sich dafür halten, gesagt und getan wurde und wird.

          Auch wenn ich bei vielem, was im Namen von Religionen getan und gesagt wird, schwerste Bedenken habe und gelegentlich verzweifeln möchte, würde ich doch nie soweit gehen, allein bei Worten wie Christ, Muslim, Buddhist etc. schon pauschale Wertungen auszusprechen. Entscheidend ist für mich immer, was der Einzelne sagt und tut, und daran muss ich ihn messen, mag er sich nun als Christ, Muslim, Hindu oder Atheist bezeichnen.

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