Neue Produktionsmöglichkeit für Tc99

22 Feb

In einem Teilchenbeschleuniger konnten Wissenschaftler nun erstmals kommerzielle Mengen des medizinischen Isotops Technetium-99m erzeugen, das Mediziner für routinemäßige Diagnoseverfahren benötigen. Bisher wird das Element in wenigen Kernreaktoren – allesamt über vierzig Jahre alt – produziert. Da diese in den vergangenen Jahren häufiger ausfielen, geriet die weltweite Versorgung mit dem wichtigen Radioisotop bereits ins Stocken.

Tc99 ist eine zentrale Substanz in der Schilddrüsendiagnostik.

 

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2 Antworten to “Neue Produktionsmöglichkeit für Tc99”

  1. imyohorengekyo 22. Februar 2012 um 18:28 #

    Vielen Dank für die Info. Mir ist völlig neu, dass Atomreaktoren und solche riesigen Geräte aus der Physik (?) auch für medizinische Zwecke zu gebrauchen sind.

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    • Karl 22. Februar 2012 um 19:31 #

      Teilchenbeschleuniger (natürlich viele Größenordnungen kleiner als der des CERN) dienen schon lange in der Medizin. Zum einen sind Teilchenstrahlen oftmals besser und gezielter für die Behandlung von Krebserkrankungen geeignet als z.B.Röntgenstrahlen, und zum anderen können mit ihrer Hilfe eine Reihe von künstlichen Radionukliden hergestellt werden, die schon lange erfolgreich sowohl in der Diagnose als auch in der Therapie der verschiedensten Erkrankungen eingesetzt werden. Solche Radiodiagnostika und -therapeutika werden zum Teil auch in Kernreaktoren erzeugt. Dabei ahdelt es sich allerdings meist um Forschungsreaktoren oder kommerzielle Spezialreaktoren, die nicht zur Energieerzeugung eingesetzt werden, bei denen es sich in der Regel also um Technologien handelt, die von denen der kommerziellen Energierzeugung sehr verschieden sind. Was nicht heißt, dass zu ihrem Betrieb keine Sicheheitsmaßnahmen erforderlich wären, doch spielt sich das in grundsätzlich anderen Größenordnungen ab, auch was dien Anfall von radioaktivem Abfall betrifft. Auch als Atomkraftgegner bin ich daher mit den _medizinischen_ Anwendungen durchaus einverstanden, zumal die Form des Schilddrüsenkrebses, von der ich betroffen bin, sehr elegant und mit großem Erfolg mit radioaktivem Iod131 behandelt werden kann. Siehe hierzu auch meinen Post https://drkall.wordpress.com/2010/09/16/radioactivity/

      Während der Kernkraft weltweit auch nach Tschernobyl und Fukushima immer noch große Bedeutung beigemessen wird, obwohl sie m.E. eine kaum beherschbare Technologie ist, wird die relativ sichere Produktion von Radiodiagnostika und -therapeutika sehr stiefmütterlich behandelt. Es gibt nur wenige, sehr alte, Reaktoren, die teilweise gleichzeitig zu Wartungszwecken runtergefahren werden müssen, einer oder zwei werden vermutlich den betrieb erst gar nicht wieder aufnehmen, andererseits, hätte sich beim Forschungsreaktor in Garching eine gute Möglichkeit geboten, mit wenig Zusatzaufwand eine weitere Produktionsmöglichkeit zu schaffen. Wegen Geld- und Zuständigkeitsgerangel wurde diese Chance vergeben, sodass im Moment weltweit ein Engpass herrscht.

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