Mal was Neues altes

7 Mai

Ich habe nach sehr langer Zeit mal wieder einen Textilveredelungsauftrag komplett selbst gemacht. D.h. Ich habe für eine kleine Serie T-Shirts die Flextransfers, die Sublimationstransfers und -Trägerflocks hergestellt, und diese auch auf die Textilien gebracht. Das habe ich am Anfang meiner Selbstständigkeit ziemlich oft gemacht, Tausende von Textilien auf verschiedenste Weise veredelt.  Seit ca. 12 Jahren war ich eigentlich hauptsächlich nur noch Dienstleister, habe nur noch die Transfers für meine Kunden erstellt, die sie dann selbst angebracht haben. Das ist natürlich risikoärmer, man kann nicht viel falsch machen. Wenn was nicht in Ordnung ist, hat der Kunde das zu merken. Tut er das nicht, ist es sein Problem, merkt er es, macht man eine neue korrekte Lieferung, der Schaden hält sich in Grenzen. Wenn ich die Ware komplett fertigstelle, ist das Risiko wegen der Textilien deutlich höher. Allerdings ist der Gesamtverdienst am Auftrag natürlich auch höher, wenn man ihn komplett selbst macht.

Nun hab ich früher natürlich schon hin und wieder Fehler gemacht, und eine gewisse gesunde Anspannung bei der Auführung von solchen Sachen war immer vorhanden, man will ja nicht unnötig Geld verbrennen und Kunden verärgern. Gestern allerdings war ich deutlich nervöser als früher. Hab ich das nach so langer Zeit noch im Griff? Wie hab ich das damals eigentlich gemacht? Verarbeiten sich die inzwischen veränderten Materialien von neuen Lieferanten noch genauso wie früher? Ist alles gerade und an der richtigen Stelle? Ich wollte einfach alles richtig machen, und letztlich hat es ja auch geklappt.

Was mir etwas gefehlt hat, war eine gewisse Gelassenheit und Unbekümmertheit, mit der ich früher daran gegangen bin. Ich bin mir nicht sicher woran das liegt. Ist es einfach nur das seit langem wieder erste Mal? Oder ist es die Furcht in einer finanziell ziemlich angespannten Situation keine Fehler machen zu dürfen? Oder habe ich mich so verändert?

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3 Antworten to “Mal was Neues altes”

  1. Dustbin 8. Mai 2012 um 21:03 #

    Ich habe etwas ähnliches bei mir selbst auch bemerkt – Dinge, die ich „früher“ sehr unbekümmert anging, bereiten mir heute Kopfzerbrechen. Irgend wie scheint es mit dem Land hergeben und wieder gewinnen zu tun… Es ist leicht, ein Feld aufzugeben – ob aus Bequemlichkeit oder weil keine Zeit / Notwendigkeit vorhanden ist. Dieses Feld / Land wieder zu gewinnen und es zu „beherrschen“ ist deutlich schwieriger…

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    • Karl 8. Mai 2012 um 23:34 #

      Ein interessanter Aspekt, muss ich drüber nachdenken …

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  2. sakarinevada 14. Mai 2012 um 05:43 #

    Ich denke beide Deiner Aspekte treffen zu. Etwas schon lange nicht mehr gemacht zu haben lässt schon die Frage aufkommen, ob man es noch in der Perfektion beherrscht wie früher. Aber ich denke auch, durch die Veränderungen, die wir wohl alle durchgemacht haben mit dem Leben mit der Krankheit. Mir ist meine Unbekümmertheit sich abhanden gekommen, und ich hinterfrage sehr viel mehr als früher.

    Liebe Grüsse
    Ursula

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