Heute um 9 Uhr

3 Sep

dann also, Nachsorgetermin. Eigentlich bin ich diesmal nicht mehr nervös, obwohl es die ein oder andere Unklarheit gibt. Ich stehe so ein wenig neben mir und beobachte interessiert, wie ich den Termin ganz sachlich vorbereite:

Zettel schreiben mit der aktuellen Medikation, Änderungen festhalten, Befinden definieren inklusive Änderungen, Auffälligkeiten festhalten, offene Fragen notieren. Überweisung und Unterlagen einpacken.

Das Allgemeinbefinden hat sich kaum geändert, bis auf die Tatsache, dass der Blutdruck gesunken ist, was mich zur Reduzierung des Betablockers veranlasst hat. Die Erscheinungen der Polyneuropathie sind gleich geblieben, was die nur gelegentlich unangenehmen, sonst aber erträglichen Schmerzen betrifft, die Muskelzuckungen steigen langsam von den Beinen zum Rumpf un gelegentlich auch zu den Armen auf, muss vermutlich nochmal neurologisch geklärt werden. In Richtung Diabetes sollte wohl auch nochmal kritisch geschaut werden, bisher ließ sich das weder eindeutig festmachen noch gänzlich ausschließen. Wenn das als Ursache auszuschließen ist, bleibt nur die TSH-Unterdrückung als Ursache übrig. Dann muss überlegt werden, wie groß das Risiko wäre, diese weiter zu lockern.

Dagegen sprächen die (in meinen Augen) immer noch nicht befriedigend geklärten Antikörper gegen den Tumormarker Tg. Diese können zum einen die Messung unbrauchbar machen, indem falsch negative Werte gemessen werden, zum anderen kann aber muss  nicht ein Anstieg ein Hinweis auf ein Rezidiv sein. Bei der letzten Nachsorge waren die Antikörper gut messbar, was an sich nicht unbedingt schlimm sein muss, da diese bei vielen Patienten erst nach längerer Zeit, bei manchen gar nicht verschwinden. Der springende Punkt ist: Bei mir waren sie bereits Ende 2009 und Anfang 2010 schon zweimal nicht nachweisbar gewesen, wie ich jetzt nochmal nachgeschaut habe. Ein erneuter Anstieg danach ist nun nicht so erfreulich. Ich brauch da einfach mehr Klarheit, auch über die verwendeten Assays.

Seit ca. 4 Wochen habe ich einen leicht druckschmerzhaften „Knubbel“ am Unterarm, der mit etwas suspekt ist. Passt nicht in das Bild der bei mir auch vorkommenden Adenome, muss ich auch mal ansprechen.

Aber irgendwie lassen mich solche Überlegungen diesmal relativ kühl, offenbar will ich mir den Kopf darüber erst machen, wenn man was unternehmen muss, was ja auch nicht schlecht ist 😉

6 Antworten to “Heute um 9 Uhr”

  1. Carpe tempus! 3. September 2012 um 06:21 #

    Ich denke an Dich, lieber Karl. Möge es bei kühlen Überlegungen bleiben und Du Dir keine weiteren Gedanken machen müssen.
    Liebe Grüße! Jenneke

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  2. Karl 3. September 2012 um 12:50 #

    Danke Dir Jenneke,
    zumindest der US ist mal ok soweit. Der Rest muss noch warten. Labor dauert erfahrungsmgemäß ein paar Tage, und wenn es keine akut bedenklichen Ergebnisse gibt, die ich sofort telefonisch mitgeteilt bekäme, dürfte der endgültige Bericht schon noch 2-4 Wochen dauern. Das kann etwas nerven, andererseits, wenn kein akuter Handlungsbedarf besteht, ist das auch nicht besonders schlimm 😉

    Über die Antikörper gegen den Tumormarker muss man nochmal nachdenken, dass sieht auch die Nachsorgeärztin jetzt so, denn es sind ja Antikörper gegen ein von Schilddrüsenzellen produziertes Protein, und von diesen Zellen sollten ja nach OPs und Radiojodtherapie keine mehr vorhanden sein, und früher waren die Tg-AKs ja auch mal nicht nachweisbar. Sie können zwar wegen Kreuzantigenitäten auch ohne vorhandene SD-Zellen gebildet werden aber es könnten auch Tumorzellen die Ursache sein. Nun darüber darüber zu grübeln macht wenig Sinn ohne neue Werte und über weitergehende Diagnostik sollte man ebenfalls erst dann spekulieren.

    Je mehr ich von anderen höre und lese, auch von Dir, wie es berechtigte und unberechtigte Alarme gibt, desto kühler werde ich den Dingen gegenüber bei mir selbst, ich stehe mehr und mehr als interessierter Beobachter daneben, denn als ängstliches Schaf mittendrin. Ich vermute, das geht nicht allen so, bei manchen mag die Beschäftigung mit mehr oder weniger unangenehmen Nachrichten von anderen vielleicht das Gegenteil bewirken, mir schafft es eher den nötigen Abstand zur eigenen Geschichte.

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    • Carpe tempus! 4. September 2012 um 06:33 #

      Ich find’s erstaunlich, dass Du das kannst. Irgendwann erreiche ich ja auch diesen Beobachter-Status, aber der emotionale Einschlag kommt dann doch hinterher, wenn es wieder ruhiger wird. Aber der Abstand hilft enorm, um da vernünftige Entscheidungen zu treffen.
      Ich drücke jedenfalls die Daumen, dass Du lange nichts hörst und dann in ein paar Wochen ein guter Befund kommt 🙂
      Liebe Grüße! Jenneke

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  3. dreamsandme 3. September 2012 um 23:33 #

    Lieber Karl,

    hab deinen Eintrag schon heute Früh gelesen und dich mit meinen Gedanken begleitet! Hoffe, du bekommst bald einen soweit unauffälligen Endbefund! Aber du möchtest dich ja ohnehin in Geduld üben! 😛 Ich kann sowas immer nie erwarten!

    Sei lieb gegrüßt,
    Sunny

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  4. Mara 4. September 2012 um 15:23 #

    Auch ich wünsche dir von Herzen das Bestmögliche und schicke dir ein starkes Nashorn mit einem sehr, sehr großen Horn… ( ;

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  5. Sue 8. September 2012 um 14:35 #

    Ich kann die Art, mit diesen Dingen umzugehen, gut nachvollziehen. Ich bemühe mich auch immer, mir erst den Kopf zu machen, wenn es angesagt ist.
    Ich drücke die Daumen für einen entsprechenden Bericht und eine gute Erklärung für die AK.

    lieben gruss sue

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