Ach nö

19 Feb

das brauchte ich jetzt nicht wirklich.

Im vorletzten Artikel schrieb ich noch über Träume, die aus mangels finanzieller Masse vorläufig wohl kaum erfüllbar sind, weil selbst das ganz normale tägliche Überleben in Form von Essen, Trinken, Wohnen, alles in recht bescheidener Form zeitweise nur ziemlich schwierig zu finanzieren ist. Und jetzt auch noch der Ausblick auf eine größere Investition, die sich nur schwer umgehen lassen wird.

Nachdem sich auf der Außenseite des vorderen Brückenpfeilers einer Brücke im Unterkiefer in der letzten Woche eine entzündliche Schwellung entwickelt hatte, brach die Ende letzer Woche oben auf und Eiter trat aus, offenbar eine Fistel zu einr entzündeten Wurzel. Sehr schmerzhaft war das Ganze nicht, wegen der eitrigen Entzündung ging ich dann heute aber doch zum Zahnarzt, der auf dem Röntgenbild sah, dass der Brückenpfeiler im unteren Bereich gespalten war. Er bestand zuletzt eigentlich nur noch aus der toten Zahnwurzel mit einem darin befindlichen Stift, auf dem der Brückenpfeiler aufgebaut war, hatte aber die letzten 4 Jahre prima gehalten, obwohl die Brücke 2 Lücken überbrückte. Der erste „Brückenschlag“ an dieser Stelle, damals zunächst über nur eine Lücke ist schon 35 Jahre her und fand bei der Bundeswehr statt. Das war damals zwar kosmetisch nicht sehr toll aber ansonsten offenbar Wertarbeit, weil sie ca. 25 Jahre gute Dienste leistete. Irgendwann muss die Krone am vorderen Pfeiler undicht geworden sein, und er ist mir, ohne dass ich davon was bemerkte, praktisch unter seiner Krone weggefault. Dann wurde der Pfeiler um einen Zahn nach vorn versetzt, der allerdings auch schon wurzelbehandelt war. Auch dieser wurde im Lauf der Zeit weiter angegriffen, und um eine aufwändigere Maßnahme zu umgehen, wurde er durch die aufgebohrte Krone hindurch nochmal geflickt und mit einem Stift versehen, was nochmals eben  4 Jahre gut ging. Jetzt hat der Kaudruck die Wurzel im unteren Bereich offenbar gesprengt. Bakterien konnten eindringen, eine Entzündung und bereits ein kleiner Knochendefekt entwickelten sich, der Zahn war verloren. So wurde er, nach dem der vordere Teil der Brücke vom hinteren Pfeiler getrennt wurde, denn heute entfernt und die Wurzelhöhle ausgeschabt, die Wunde mit einer Naht geschlossen. Das ist alles soweit aushaltbar bzw. wird vorbeigehen.

Das Problem wird die Versorgung der nun 3 Zähne langen Lücke sein. Die Erklärung meines Zahnarztes, dass die Versorung mit 2 Implantaten als Brückenpfeiler und einer Brücke zum noch vollkommen intakten hinteren Pfeiler kein Problem sei, hilft mir nicht sehr viel weiter, da sich das in einem Rahmen von mindestens 4500,- EUR bewegen würde, was soweit jenseits meiner Möglichkeiten liegt, dass auch mit einer 2-jährigen Finanzierung keine Aussicht auf Machbarkeit besteht. Gleichzeitig wäre dies jedoch auf Lange Sicht die sicherlich wirtschaftlichste weil haltbarste Variante.

Alternativ könnte man den vorderen Brückenpfeiler einer nun über drei Lücken gehenden Brücke um noch einen Zahn nach vorn verlegen. Dann wäre allerdings ein bisher vollkommen intakter Eckzahn der Pfeiler.

Durch die von der Radiojodtherapie in Mitleidenschaft gezogenen Speicheldrüsen ist die Speichelproduktion eingeschränkt, was sich schon jetzt trotz zahnärztlich bestätigter guter Zahnpflege sehr negativ auf den Zustand meines Gebisses ausgewirkt hat. Daher wäre mir der Gedanke, einen der wenigen noch verbliebenen völlig gesunden Zähne bschleifen zu lassen und ihn dem Kaudruck einer ziemlich großen Brücke auszusetzen, nicht wirklich attraktiv, da ich befürchte, dass er das, zumal auch Querkräfte zu erwarten sind, nicht sehr lange aushalten wird. Auch diese Lösung würde wegen der relativ großen Brücke immer noch mit ca. 2500 EUR zu Buche schlagen, was meine Mittel ebenfalls deutlich übersteigt. Die Lücke auf Dauer unversorgt zu lassen ist aber sicher auch keine gute Alternative.

Ich werde wohl am Termin für’s Fädenziehen mal eine Prothese und deren Kosten nach Abzug der Kassenbeteiligung ansprechen. Ich fände diese Lösung nicht wirklich attraktiv, aber mein Vater hatte bereits mit 50 zwei Vollprothesen im Mund und hat damit auch noch eine ganze Weile recht gut gelebt.

4 Antworten to “Ach nö”

  1. Sue 20. Februar 2013 um 09:28 #

    Hallo Karl,

    hast Du schon von Mimi-Implantaten gehört? Das soll schneller, besser und vor allem wesentlich billiger sein: http://www.mimi-info.de/home.htm
    Du müßtest nur nachsehen, welcher Zahnarzt in Deiner Gegend mit dieser Technik arbeitet.

    Gute Besserung
    lg sue

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    • Karl 20. Februar 2013 um 10:12 #

      Hallo Sue,

      danke, ich werde mich mal schlau machen und es ggf. auch mal bei der Nachkontrolle ansprechen. Muss auch mal schaun, ob ich verlässliche Infos zu Haltbarkeit aller infrage kommenden Alternativen find.

      Auch wenn ich noch nicht weiß, wie ich es finanzieren soll, ist ja evtl. eine etwas teurere Maßnahme auf längere Sicht (so die nächten20-25 Jahre) doch die wirtschaftlichere. Bei den klassischen Implantaten schreckt mich auch ein wenig der operative Aufwand und die relativ lange Zeit, bis man ein belastbares Gebiss hat. Bei MIMI ist allerdings auch von bis zu 8 Wochen die Rede.

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  2. maedchenhaftes 21. Februar 2013 um 20:35 #

    Oar nee, Karl.. so eine kacke aber auch :-/ Das kannste nun wirklich nicht noch gebrauchen. Kannst du nicht irgendwo um finanzielle Unterstützung bitten? Beim Sozialamt/-gericht zB? Die haben vlt auch noch eine Idee, wie du an Geld kommst.

    Ich drück dir die Daumen, dass es doch noch eine finanziell entlastende Lösung gibt.

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  3. Carpe tempus! 3. März 2013 um 18:33 #

    Lieber Karl, ich fühle mit Dir. Ich muss auch am Dienstag zum Zahnarzt um die Sanierung zu besprechen. Das wird auch kein Vergnügen werden … Ich drücke fest die Daumen, dass sich eine Lösung findet!
    Liebe Grüße! Jenneke

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