Hin und her gerissen,

9 Sep

getrieben und ausgebremst von mir selbst fühle ich mich.

Und zwei in meiner Sammlung von Lichtenberg-Aphorismen direkt benachbarte Sprüche drücken es ein wenig aus:

„Alles auf einmal tun zu wollen, zerstört alles auf einmal.“

„Alle Menschen schieben auf und bereuen den Aufschub.“

Es gäbe soviel zu tun, zu erledigen. Bei vielen dieser Dinge ist auch klar, wie sie zu erledigen wären. Bei manchen aber eben nicht, verzweifelt unklar zum Teil.

Der Drang, alles möglichst schnell loszuwerden, bremst mich aus, und ich bekomme kaum etwas geschafft, manchmal nur, was sich ohne Katastrophe überhaupt nicht mehr verschieben ließe.

Natürlich weiß ich, dass es am besten wäre, die Dinge nach Prioritäten zu sortieren und abzuarbeiten, und wenn ich das nicht schaffe, einfach irgendwo anzufangen. Wenn mir dies gelingt, erledigen sich einige weitere oft von selbst. Aber es will mir einfach oft nicht gelingen. Ich sitze und grübele oder verliere mich irgendwo zwischen sozialen Netzwerken und Papierstapeln und wundere mich über die verlorene Zeit.

Ich werde regelmäßig wieder aufgebaut, was auch sehr notwendig ist. Aber ich kann meine Vorsätze nicht umsetzen. Oder sträube ich mich unbewusst dagegen? Es geht alles so quälend langsam voran. Und die Berge scheinen zu wachsen statt kleiner zu werden.

Andererseits habe ich das Gefühl, dass ich vieles dessen, was anliegt, besser geregelt bekomme, wenn ich viel Arbeit habe. Vielleicht weil dann weniger Zeit zum Nachdenken ist?

In meinem Büro sieht es aus wie in mir, unaufgeräumt. Vielleicht sollte ich mit dem Büro anfangen, damit es in mir auch wieder übersichtlicher wird.

5 Antworten to “Hin und her gerissen,”

  1. Der Emil 9. September 2013 um 10:26 #

    Das öffentlich darüber Nachdenken ist vielleicht der Anfang. Ich allerdings brauche das Chaos außen, um mich innen sortierter zu fühlen.

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    • Karl 10. September 2013 um 00:49 #

      Das glaube ich auch von mir, bis zu einem gewissen Maß. Ich merke allerdings, dass ich mit zunehmendem Chaos dann irgendwann in Panik gerate, weil der Überblick verloren geht. Eigentlich bin ich ganz gut darin, auch im Chaos die Dinge zu finden, die ich suche. Mein Doktorvater war diesbezüglich ein Genie. Aber ich merke, dass mir das mit zunehmendem Chaos schwerer fällt und vielleicht auch mit zunehmendem Alter sich ein größeres Bedürfnis nach Struktur in mir breit macht. Allerdings fällt es mir besonders zur Zeit schwer, mir diese Struktur zu schaffen, in verschiedener Hinsicht.

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      • ednong 17. November 2013 um 22:57 #

        Aus eigener Erfahrung kann ich auch sagen, ich fühle mich wohler mit Chaos. Ich denke schon, dass das ein Abbild des eigenen Inneren ist.

        Und ich stimme dir auch zu, dass ich mich Unwohl fühle, sobald ich den Überblick verliere. Da kann man etwas gegen tun: aufräumen und strukturieren. Das muß ja nicht zu 100 % erfolgen – vielleicht eben nur so weit, bis man sich wieder wohl fühlt. Oder in klein bißchen weiter.

        Ich hoffe, das gelingt dir. Und ich glaube dir aufs Wort, dass du dich zwischen sozialen Netzwerken und Papierstapeln verlierst. Das ist jedoch nur ein Ausdruck deiner Unentschlosseheit, auch nur irgendwo anzufangen. Und vor Verzweiflung fängt man eben gar nicht an, sondern macht etwas anderes „Wichtiges“, um entschuldigt aufschieben zu können.

        Lass die „könnte“, „müßte“ und „sollte“ raus. MAch einfach. Irgendwo anfangen, solange wie du willst machen. Und dann wird das jeden Tag ein Stückchen mehr.

        Ich weiß natürlich nicht, wie aktuell das noch ist – vermute aber, sicher noch ziemlich aktuell, auch wenn das Datum schon ein wenig zurückliegt. Viel Erfolg dabei!

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  2. comicfreak 9. September 2013 um 12:12 #

    ..ich hab ein Shirt mit „Prokrastinateuse“ vorne drauf.

    Selbsterkenntnis hilft nicht immer 😉

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