Alles hat ein Ende

18 Sep

auch meine Krebsgeschichte?
Im Prinzip ja, hieße es bei Radio Eriwan. Das Ganze hier hat ja auch und am Anfang ungefähr mit gleichem Gewicht wie andere Themen auch als Betroffenenblog eines Schilddrüsenkrebspatienten begonnen. In der Beziehung sollte das auch so etwas wie Selbstreflexion meines eigenen Umgangs mit der Erkrankung werden, ist es auch teilweise geworden. Damit ist jetzt Schluss, das Thema hat ja auch schon seit längerem eine immer kleinere Rolle gespielt. Selbstreflexion findet weiterhin statt, aber nicht mehr öffentlich.

Wie schon erwähnt gab es vor kurzem nach gut 5 Jahren nochmal ein diagnostisches I131 Szintigramm mit weiteren umfangreichen begleitenden Untersuchungen, und daraus ergab sich keinerlei Hinweis auf ein Fortbestehen der Erkrankung. Ich habe eine zufriedenstellende Einstellung mit Schilddrüsenhormonen gefunden, kann mit der OP-Folge der Stimmbandlähmung im Großen und Ganzen gut leben, bin mir der Langzeitrisiken der TSH-Unterdrückung bewusst und habe jetzt mit meiner Schilddrüsenkrebserkrankung abgeschlossen.

Nachsorgeuntersuchungen werden natürlich weiterhin stattfinden, aber meine Krebsgeschichte wird auf diesem Blog nicht weiter stattfinden, solange es keine Hinweise auf ein Rezidiv gibt.

Das Thema Krebs wird mich auch hier weiterhin beschäftigen, wenn auch nicht mein persönlicher. Ich bin seit meiner Diagnose in der Selbsthilfe aktiv, und werde das weiterhin sein, soweit meine Ressourcen das erlauben. Und falls diese in Zukunft mehr erlauben sollten, werde ich da auch noch aktiver sein.

Ich habe real und virtuell Mitbetroffene und Betroffene mit anderen Krebserkrankungen kennengelernt, und deren Geschichten werden mich weiterhin interessieren und bewegen. Vielleicht wird die Gesundheitspolitik ein Thema werden, mit dem ich mich ebenfalls zunehmend beschäftige, vielleicht auch die seltenen Erkrankungen und die Probleme der von ihnen Betroffenen.

Alles andere, was bisher immer mal wieder Thema war, wird es bleiben, mal mehr mal weniger.

Solange man also hier nichts mehr von meiner persönlichen Krebsgeschichte lesen wird, darf man beruhigt glauben, dass alles in Ordnung ist.

6 Antworten to “Alles hat ein Ende”

  1. arabella50 18. September 2014 um 06:03 #

    Das

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  2. arabella50 18. September 2014 um 06:03 #

    Das wünsche und hoffe ich für dich und grüße herzlich.

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  3. Der Emil 18. September 2014 um 10:21 #

    Oh. Ähm. Ach. Ja? Nein! Aber …

    Was schreib ich jetzt dazu? Weil: so ganz und komlett positiv kann ich den Text nicht einordnen (zuviel Angst, die ich selbst vor der mir unbekannten Stimmbandlähmung habe bzw. vor deren mir unbekannten Auswirkungen).

    Aber doch: Es freut mich, daß Du Dir viel weniger bis keine Sorgen mehr machen mußt/möchtest/wirst.

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    • Karl 18. September 2014 um 11:05 #

      Bei der 2. OP wurde der linke Stimmbandnerv offenbar so schwer beeinträchtigt, dass er seine Funktion dauerhaft eingestellt hat. Das führte zu einer Lähmung des linken Stimmbandes und ist eine nicht ganz seltene Komplikation dieser OP, lässt sich leider nicht immer vermeiden. Eine einseitige Lähmung ist i.A. nicht mit so starken Beeinträchtigungen verbunden. Die anfangs praktisch nicht mehr vorhandene Stimme konnte nach ca. 50 Sitzungen Logopädie wieder weitgehend hergestellt werden. Man kann mit dem gesunden Stimmband das stimmlich weitgehend kompensieren. Die Belastbarkeit der Stimme und die erreichbare Lautstärke sind und bleiben eingeschränkt. Durch fehlenden kompletten Stimmritzenschluss, ist ein effektives Husten nicht möglich und Schleim kann ich nur schwer los werden. Die Gefahr des Verschluckens beim Essen und Trinken ist größer und man muss dabei etwas bewusster und vorsichtiger vorgehen. Bei extrem forcierter Atmung treten noch gelegentlich Stimmritzenkrämpfe auf, was zu akuter Atemnot führt, die aber ebenfalls beherrschbar ist.

      Alle Einschränkungen lassen mit etwas Übung gut beherrschen und die Einschränkungen im Alltag halten sich in überschaubaren Grenzen. Ich arbeite weiterhin an der Stimme.

      Aber auch das wird voraussichtlich kein Thema mehr sein. Das ist in meinen Alltag integriert.

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  4. Echium 20. September 2014 um 20:47 #

    Ich freue mich so sehr für dich!!!

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  5. Martina 22. September 2014 um 17:20 #

    Alles erdenklich Gute wünsche ich und herzlichen Dank, dass man Deinen Blog mitlesen durfte.
    Gruß
    Martina

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