Archiv | Oktober, 2014

Der Rechtsanwaltsberuf in Italien

7 Okt

scheint in der Praxis entweder nicht sehr attraktiv zu sein oder Menschen anzuziehen, die eigentlich etwas ganz anderes hätten werden sollen. Es gibt italienische Schauspieler (Bud Spencer) und vor allem etliche Musiker, die vor ihrem Wechsel zum Kulturschaffen die Rechte studiert haben und auch zeitweise als Rechtsanwälte tätig waren.

Unter letzteren ist Paolo Conte, den ich mir nur sehr schwer als Rechtsgelehrten vorstellen kann. Ein Mensch mit solchem poetischen Potential als Rechtsanwalt? Gottseidank hat er damit rechtzeitig aufgehört. Es wäre uns ja was eigentlich, in jedem Falle aber viel Hörenswerte entgangen. Was schafft Paolo Conte da und trägt es dann so unvergleichlich vor? Chansons? Jazz? Lyrik? Moderne Canzone? Nichts von dem, oder alles zusammen?

Ich besitze schon seit Vor-CD-Zeiten einige Alben von ihm und auch noch eine CD, und ich entdecke ihn gerade wieder. In Zeiten von Youtube wird man natürlich besonders fündig und es gibt auch etliche ganze Konzertmitschnitte, die mehr zeigen als die bloßen akustischen Konserven, den intensiven Auftritt des Maestros, und die ein kleiner Trost für die versäumten bzw. nicht bezahlbaren Konzerte von ihm sind, die ich gern besucht hätte. Von denen findet im nächsten Jahr wieder eines in der Nähe statt, allerdings mit Preisen, die für brauchbare Plätze erst bei ca. 100 EUR beginnen also jenseits meines Mittel liegen.

So habe ich mir zuletzt einige dieser Konzertmitschnitte angehört und angesehen, und mit jedem Mal mit dem ich eines der mir bekannten Stücke sehe und höre, entdecke ich Conte ein Stückchen neu. Soweit verfügbar lese ich auch den ein oder anderen Text in der deutschen oder englischen Übersetzung und sehe erst jetzt, viele Jahre nachdem ich mir seine Platten einfach so, weil ich seine Stücke und seine Art „irgendwie“ sympathisch fand, zugelegt hatte, wieviel Poesie in diesen lyrischen Texten steckt, die mir manchmal spirituell anmuten, obwohl ich nicht weiß, ob sie auch so gemeint sind. Schön wäre es natürlich, ich könnte seine Texte im Original erfassen, aber das geht mangels Kenntnissen des Italienischen leider nicht, wie es trotz relativ guter Englischkenntnisse auch bei Leonard Cohen nur sehr eingeschränkt funktioniert, für die es aber einige recht gute Übersetzungen gibt, die auch die Lyrik und die spirituellen Bezüge einigermaßen rüberbringen.

Jetzt habe ich den Namen Cohen ins Spiel gebracht, bewusst. Und ich bin mir auch bewusst, dass manche einen Vergleich Conte – Cohen anmaßend finden werden. Natürlich sind beide völlig unterschiedlich, aber die Leidenschaft, die offenbar sorgfältige Wahl jeden einzelnen Wortes, die Lyrik der Texte und die zumindest von mir so empfundene Spiritualität in ihnen lassen für mich den Vergleich trotzdem gerechtfertigt erscheinen. Gerade nachdem ich mich zuletzt etwas intensiver mit Cohen beschäftigt hatte, musste ich jetzt beim Wiederhören von Conte spontan an ihn denken.

Mit Conte verbinde ich Worte wie gentiluomo, Jazz, Melancholie, ein wenig Morbidität, Leidenschaft, tiefe Emotionen, Nostalgie und vieles mehr ….

Damit hat es angefangen, ich glaube, es war der erste Song, den ich von Conte gehört habe, zweideutig wie die meisten Texte von Conte. Come di.

Natürlich seine Beziehung, seine Liebe zum Jazz mit seiner, sehr persönlichen Auffassung davon.

Und eines meiner absoluten Lieblingslieder, Zitroneneis. Ich hab mich noch nicht wirklich mit dem Text auseinandergesetzt, aber für mich klingt es wie die nostalgische Erinnerung daran, was alles mal mit Zitroneneis verbunden war …

Ach und es gibt so viele, man kann die meisten mit ein wenig Stöbern auf youtube finden, darunter auch einige Konzertmitschnitte, die einen, wie oben erwähnt, viele der Lieder, die man zu kennen glaubt, wieder neu hören lassen.

Nachtrag: Dieses hier zu vergessen ist eine fast sträfliche Nachlässigkeit, deshalb hole ich das nach. Tanz, Walzer, war ja auch zuletzt mal ein Thema hier, nun also die grüne Milonga.

Ach und dieses hier muss auch dazu und so viele andere, aber das nächst, Hemingway auf jeden  Fall auch

Ich möchte gar nicht aufhören, Max, Bartali, Diavolo rosso, Una Giornata al Mare, sollte man sich auf jeden Fall auch noch anhören …

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