6 Jahre

26 Jul

ein paar Tage länger, um genau zu sein, ist es her, dass ich die Reste meiner Schilddrüse und einige Lymphknoten entfernt bekam, womit die Erkrankung praktisch amtlich gemacht wurde. Zum ersten Mal ist dieser Jahrestag, der 18.7., quasi ohne mir aufzufallen an mir vorbei gegangen. Und das ist ein gutes Zeichen.

Was mich selbst betrifft berührt mich diese Erkrankung nicht mehr unmittelbar. Die Nachsorgen, demnächst wieder, sind Routine, ich erwarte keine Veränderung der Lage mehr. Es gibt Beeinträchtigungen, die mir erhalten bleiben, die sind aber Bestandteil von mir geworden, und ich nehme sie als solche und nicht mehr als Folge der Krebserkrankung wahr. Auf dem Weg dahin, bei der Verarbeitung sind andere Dinge zutage getreten, die bearbeitet werden wollten und zum Teil auch bearbeitet sind. Insofern war dieser Einschnitt ein Stein, der vielleicht in meinem Weg liegen musste, damit ich auf einen notwendigen Umweg aufmerksam gemacht werden konnte. Das ist ein permanenter Prozess und wird es wohl bleiben.

Bedeutung hat der Schilddrüsenkrebs für mich auf einer anderen Ebene erlangt bzw. behalten, indem ich mich als Patientenvertreter im Rahmen meiner Möglichkeiten um die Belange anderer Betroffener und Krebsbetroffener ganz allgemein kümmere und das als befriedigende Tätigkeit erlebe. Das ist oft mühsam und manchmal überraschend zugleich, weil es einerseits vieler kleiner Schritte vieler Beteiligter bedarf und dann wieder überraschende Erfolge zeitigen kann.

Dass meine Ressourcen dabei nicht nur in zeitlicher Hinsicht beansprucht werden, sondern auch psychisch mehr, als ich dachte, wurde mir erst mit der Zeit klar. Ich lerne langsam erst auf mich selbst dabei acht zu geben. Ich hatte gelegentlich aus den Augen verloren, dass auch die Sicherung meiner familiären und materiellen Existenz diese Ressourcen benötigt, was Vorrang haben muss.

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3 Antworten to “6 Jahre”

  1. Frau B. 27. Juli 2015 um 07:46 #

    meine Schilddrüse wurde 1988 entfernt ohne Probleme
    ich hatte keinen Krebs aber 19 Knoten drin

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    • Karl 27. Juli 2015 um 22:52 #

      Das ist auch gut so. Es wäre schlimm, wenn jeder der ca. 80.000 Menschen, die zur Zeit jährlich an der Schilddrüse operieert werden, damit Probleme hätte. Die ganz überwiegende Zahl hat keine. Aber auch unter denen mit gutartigem Befund gibt es hin und wieder welche, die nach dem Eingriff Schwierigkeiten haben, z.B. mit der Hormoneinstellung.

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  2. Myriade 27. Juli 2015 um 22:36 #

    Ja, so ist es wohl, man muss immer auch gut zu sich selbst sein

    Gefällt 1 Person

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