Wieder mal Organspende

17 Aug

Ich weiß, dass ich damit den Tod eines bekannten Menschen etwas intrumetalisiere, aber das Thema liegt mir, wie Mitleser bereits gemerkt haben werden, am Herzen.

Die Familie des an einem Schädel-Hirn-Trauma verstorbenen Kanutrainers Henze hat der Organentnahme zugestimmt, und vier Organe wurden bereits transplantiert. Etliche Medien machten dann mit dieser oder ähnlichen Überschriften auf wie die Welt Toter Kanu-Trainer Henze rettet vier Menschenleben . So richtig passend finde ich das nicht, es hätte gereicht einfach nur zu schreiben, dass seine Organe transplantiert wurden.

Die Entscheidung der Familie verdient natürlich höchsten Respekt. Ich weiß nicht, wie Henze selbst zu dem Thema stand, und ob er seine Angehörigen über seine Ansichten informiert hatte. Aber hier ist wieder einmal davon die Rede, dass die Entscheidung von den Angehörigen getroffen wurde, vermutlich getroffen werden musste, weil vielleicht kein Organspendeausweis vorlag.

Die Angehörigen in dieser sowieso schon schwierigen Siatuation mit der Entscheidung zu belasten muss nicht sein. Auch wenn man sich gegen eine Organspende entscheidet, aus welche Gründen auch immer, und alle müssen respektiert werden, ist ein Organspendeausweis, in dem eben diese Entscheidung niedergelegt ist, hilfreich, da sie die Angehörigen entlastet. Eine positive und entsprechend dokumentierte Entscheidung ist ebenfalls sehr hilfreich, im Zweifel bewahrt es davor, dass die eigene positive Einstellung dazu von den in der Situation überforderten Angehörigen vielleicht aus Pietätsgründen nicht berücksichtigt und einer Organentnahme widersprochen wird.

Ich bitte daher eindringlich alle, sich über ihre eigene Einstellung Gedanken zu machen, eine Entscheidung – dafür oder dagegen – zu treffen und, am wichtigsten, diese zu dokumentieren, am besten in Form eines Organspendeausweises. Diese Entscheidung kann übrigens jederzeit geändert werden. Es gibt ihn übrigens auch ausfüllbar als Download, z.B. hier. Ausgefüllt ausgedruckt und laminiert ein kleines aber im Zweifel sehr nützliches Accessoire 😉

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4 Antworten to “Wieder mal Organspende”

  1. Frau Smilla 17. August 2016 um 10:58 #

    Egal jetzt wie man zur Organspende an sich steht, ich finde, es hätte gar nicht bekanntgemacht werden dürfen daß er Organe gespendet hat, bzw, daß seine Famile dem stattgegeben hat. Fällt das nicht unter die arztliche Schweigepflicht ? Woher wussten das die Printmedien ? Haben die Angehörigen das erzählt ? ICH persönlich meine, das ist Privatsache und geht keinen was an.

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    • Karl 17. August 2016 um 11:07 #

      Natürlich fällt das unter die Schweigepflicht, von der aber jeder seinen Arzt entbinden kann. Und wenn die Familie das, z.B. als Werbung für die Organspende als Statement veröffentlicht, ist daran weder rechtlich noch sonst irgendetwas auszusetzen.

      Privatsache ist es insofern, als dass jeder, der dies wünscht, selbstverständlich seine Entscheidung für sich behalten darf. Niemand kann einen allerdings andererseits auch daran hindern sie öffentlich zu machen.

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