Leben in der Bude

14 Nov

Nachdem ja im Juni unsere alte Dame mit 18 Jahren uns verlassen hatte, haben wir zunächst eine Besinnungsphase eingelegt. Relativ schnell, beim einen Familienmitglied schneller, beim anderen langsamer war aber klar, dass ein Leben ohne Katze nicht wirklich so toll ist. Wir wollten also ein neues Tier zu uns holen. Vorzugsweise eines aus dem Tierheim.

Meine Tochter und auch ich und dann mein Frau fühlten uns zu zwei bzw. 3 eher benachteiligten Tieren hingezogen. Ein kleiner Kater mit Ataxie, einer jungen Katze, die schwer pilzinfiziert und stark von Milben befallen in der Quarantäne saß und ggf. einer weitere Katze mit eher geringen Vermittlungschancen. Angesichts der recht angespannten wirtschaftlichen Lage kam realistisch kein Tier infrage, dass erkennbar und von vornherein absehbar erhebliche Dauerbehandlungskosten bedeuten würde. Eventualitäten kann man nicht absehen, aber was man bereits absehen kann, sollte man vernünftigerweise daraufhin überprüfen, ob man es dauerhaft leisten kann.

Der kleine Ataxiekater wurde vermittelt, bevor wir ihn besuchen konnten. Favoritin war dann eigentlich dieses arme Wesen, dass nach einer harten Zeit in der Quarantäne dann am Ende doch zu einem wundervollen, zarten, liebenwerten Wesen herangewachsen war ihre Geschichte ist hier noch online. In der Quarantäne lernte sie Kurti kennen, einen etwa gleichaltrigen Kater, den das Schicksal ähnlich hart gebeutelt hatte. Die beiden mögen sich sehr gern, deshalb sollten sie auch nur zusammen vermittelt werden. Nach einigem Überlegen, zwei Tiere kosten ja auch doppelt, bewarben wir uns dann doch dafür die beiden zu uns zu holen, nachdem sie in der Quarantäne weitestgehend genesen waren. Sie waren beide geimpft, kastriert gechipt etc. Wir konnten sie dann auch vor knapp einer Woche übernehmen. Für eigentlich ziemlich traumatisierte Kätzchen sind sie erstaunlich schnell aufgetaut. Das verabreichen der noch benötigten Augensalbe war am Anfang naturgemäß etwas schwierig, da beide, insbesondere der Kater erstmal Vertrauen in ihre neuen Dosenöffner fassen mussten. Sie stammen übrigens aus dem Tierheim bzw. von dem Verein, zu dessen Unterstützung ich in diesem Beitrag aufgerufen hatte.

Hier sind sie nun:

Luna (Mariechen) und Tatze (Kurti)

Luna (Mariechen) und Tatze (Kurti), beste Freunde und müde nach dem Toben

Die beiden bedeuten für uns schon eine Umstellung. Zuletzt hatten wir es ja mit einer alten und eben auch sehr gealterten und damit eher ruhigen Katze zu tun. Jetzt sind es zwei Jungtiere, die, wenn sie nicht gerade so müde sind, wie auf dem Bild, ganz schön viel Trubel veranstalten können. Die leichte Fehlbildung an einer Hüfte scheint Luna dabei nicht weiter zu beeinträchtigen, also toben die beiden im Stundentakt durch die Wohnung. Es ist schön Leben wieder zu haben und auch schön zu sehen, wie Vertrauen zu ihren neuen Menschen wächst.

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6 Antworten to “Leben in der Bude”

  1. Frieda 14. November 2016 um 12:33 #

    finde ich ganz lieb, daß ihr euch für Katzen aus dem Tierheim entschieden habt.

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    • Karl 14. November 2016 um 12:43 #

      Das war eigentlich von vornherein ziemlich klar, es sei denn es hätte in der unmittelbaren Nachbarschaft das dringende Bedürfnis gegeben eine Katze abzugeben. Irgendwie zogen uns auch eher die etwas benachteiligten Tiere an. Und schlussendlich: Solange es noch so viele unvermittelte Tiere in den Tierheimen gibt, sollte man nach Möglichkeit dafür sorgen, dass diese unterkommen, bevor man größere Zahlen von Rassetieren nachzüchtet.

      Bei diesem Verein fällt es einem auch leicht. Die sind ausgesprochen pragmatisch, die Vermittlugsgebühren bewegen sich in einer Größenordnung, die in etwa oder noch nicht mal den Kosten entspricht, die die bei dn Tieren vorgenommenen Maßnahmen (Kastration, Impfungen, Chippen, Entwurmen ect.) bei einem niedergelassenen Tierarzt gekostet hätten, also quasi die reinen Selbstkosten ohne Futter. Das ist vollkommen in Ordnung.

      Die dort engagierten Ehrenamtler verwahre die Tiere nicht nur sondern kümmern sich wirklich sehr intensiv um sie. Aber natürlich ist auch bei der besten Tierheimbetreuung ein fester und dauerhafter Platz in einem neuen Zuhause die bessere Lösung für die Tiere.

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  2. Myriade 14. November 2016 um 14:19 #

    Immerhin belegen sie gemeinsam nur einen Sessel. Das ist für Katzen doch sehr großzügig 🙂

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  3. sue 15. November 2016 um 11:13 #

    Ach wie schön. Ich freue mich immer wenn irgendein Tierheim Tier, ein neues Zuhause findet. Meine Lady ist ja auch so ein Fall.
    Toll dass die Beiden sich gefunden und nun immer einen Artgenossen an der Seite haben. Meine Lady mag ja leider ihre Artgenossen überhaupt nicht und „eigentlich“ auch keine Menschen. Ich möchte nicht wissen, was sie früher erlebt hat. Inwzischen hat sie zu mir aber Vertrauen gefaßt und fordert auch Streicheleinheiten, was mich sehr freut.
    Mit Zweien ist das ja alles ein klein wenig anders.
    Ich wünsche Euch viel Spaß mit den Fellnasen.

    LG
    Sue

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  4. turtle of doom 26. November 2016 um 21:26 #

    Sehr schön. 🙂

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  5. madimaus 13. Dezember 2016 um 13:02 #

    Ich hab hier auch zwei Fellnasen rumlaufen. Zwei kosten nicht zwangsläufig mehr als eine (sofern man nicht alle naselang zum Tierarzt muss, wie ich phasenweise). Geld für diese „Soielerei“ ist hier auch nicht vorhanden, aber dennoch würde ich meine beiden nicht abgeben. Eher verzichte ich noch mehr. Sie sind einfach die besseren Menschen und eine solche Akzeptanz und Liebe, wie ich sie von meinen Tieren bekomme, hab ich noch bei keinem Menschen erlebt…

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