Archiv | September, 2018

Ich breite mal die Flügel aus

8 Sep

und versuche es. Irgendwann wird es schon klappen.

Bei dem Song muss ich immer ein ganz kleines Tränchen zerdrücken.

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Kann es sein,

2 Sep

dass der relativ problemlose Austausch einer Duscharmatur heftige körperliche und geistige Erschöpfung hinterlässt?

Ich hatte das in einem Discounterangebot erworbene Teil schon etliche Wochen hier liegen. Der Austausch war nötig, weil die Dusche mit der alten Armatur schon recht lange Zeit nicht mehr verwendbar war, ein Doppelwasserhahn, der kalte ließ sich nur noch mit Gewalt und Rohrzange dicht schließen – wir haben aber auch eine Badewanne also kein überlebenswichtig kritischer Zustand.

Es gab Zeiten, da hätte ich das sehr kurz nach dem Kauf angegangen, hätte mir evtl. noch fehlendes Material wie Teflondichtband o.ä. noch schnell besorgt, der Fall wäre relativ schnell erledigt gewesen. In vielleicht einem von 10 Fällen hätte sich ein unvorhergesehenes Hindernis ergeben, was aber auch keine Katastrophe bedeutet hätte, sondern allenfalls eine Verzögerung.

Inzwischen bewegt ein solches Vorhaben erstmal viele Male und überflüssige Stunden mein Hirn.
Ist/war die Anschaffung notwendig/gerechtfertigt, wäre das Geld woanders nötiger gewesen, wann könnte es zeitlich passen (blödsinnige Frage, denn es passt immer oder nie), schlicht wieder vergessen, wann könnte man den Nachbarn um das Dichtungsband anfragen, welche Tageszeit am besten, weil das Wasser ja einige Zeit abgestellt werden muss?

Während das eher organisatorische aber nichts desto trotz in der Ausführlichkeit überflüssige Fragestellungen sind, kommen die noch viel typischeren Dinge, die mit der Depression/Dysthemie zu tun haben, dann immer wieder zwischendurch ins Spiel. Ich male mir die möglichen Hindernisse und „Katastrophen“ aus und halte mich selbst davon ab, einfach anzufangen. Und das strengt unglaublich an und erschöpft. Am Ende ist die Freude über einen praktisch völlig problemlosen Einbau dann nur noch ein müdes Lächeln.

Katastrophenszenarien gibt es zuhauf, obwohl mir ja eigentlich die rationalen Lösungen bzw. Gründe, weshalb es sich um eben keine Katastrophen handelt, völlig klar sind. Leider halten sie mich trotzdem regelmäßig davon ab, die Dinge, die halt irgendwie getan werden müssen, einfach zu tun.Das zieht sich zwar in milder Form schon durch meine ganz Biografie. Und sich über mögliche Hindernisse und besonders ihre Beseitigung im Vornherein Gedanken zu machen, kann ja bis zu einem bestimmten Maß auch sinnvoll sein, aber dass ich mich derart davon ausbremsen lasse wie in den letzten Jahren, ist doch eine neuere Entwicklung und eine ungute.

Was, wenn der Nachbar kein Dichtungsband hat? Dann muss das eben bis zum Baumarktbesuch warten oder Hanf tut es auch.
Was, wenn die Anschlüsse fest sitzen? Klempner kriegen das auch hin, wozu gibt es Rohrzangen. Außerdem bleibt dann eben die alte Armatur bis zur Lösung des Problems erstmal dran.
Was, wenn der Abstand der Anschlüsse nicht passt? Dann müssen die S-Stücke etwas gedreht werden, und dann passt das. Evtl. müssen sie neu gedichtet werden oder auch die neuen mitgelieferten verwendet werden.
Was, wenn das nicht dicht ist? Dann dauert es etwas länger, weil die Armatur wieder runter muss und neu gedichtet werden muss. Das Wasser bleibt dann halt vielleicht maximal eine Stunde länger abgestellt.
Was, wenn ich es mit meinen Mitteln überhaupt nicht wieder dicht kriege? Alter, das ist sowas von unwahrscheinlich, dass es nach menschlichem Ermessen nicht vorkommen wird, Du machst das nicht zum ersten Mal. Und außerdem bleibt dann eben das Wasser abgestellt, und im Keller ist ein Wasseranschluss, wo man trotzdem zapfen kann. Umständlich aber machbar.
Was wenn …

Wie gesagt, ich weiß eigentlich alle Antworten. Aber ich lasse mich trotzdem immer wieder verleiten mir von dieser schwarzen Dame auch noch das 35. Kataströphchen ins Ohr flüstern zu lassen, das mich davon abhalten könnte, die Dinge anzugehen. Und das bzw. die Abwehr dieser Einflüsterungen ist so unglaublich anstrengend. Und es macht es so schwierig Gelungenes einfach als solches anzunehmen und mich zu freuen.

Bis auf neulich, als ich in einer Gremiensitzung gut war, richtig gut sogar …
… bis auf das „ja aber, war da nicht …“
RUHE JETZT! Verdammtnochmal!