Archiv | 20:09

Wellenbrecherlockdown

1 Nov

Es ist nicht die einzige Mahnung eines Medizinprofis, die ich in letzter Zeit gelesen habe.
Praktisch alle Ärzte und Pflegeleute, denen ich auf Twitter und Facebook folge, äußern sich ähnlich. Offenbar schauen Corona Skeptiker und Maskenverweigerer gezielt weg.
Ich bin chronisch krank und spüre die Auswirkungen auf das Gesundheitssystem schon jetzt, bevor noch die Intensivbetten knapp werden. Längere Wartezeit auf Facharzt Termine, verständlicherweise kurze oder fehlende Arztgespräche z.B. nach radiologischen Untersuchungen, weil man die Kontakte so kurz wie möglich halten will, Schließung der psychiatrischen Institutsambulanz für ambulante persönliche Termine bei meinem Psychiater etc.
Ich habe regelmäßig etwa alle 1-2 Jahre einen Nierensteinabgang. Leider lässt sich das bei meiner linken Niere nicht verhindern. Trotzdem bin ich froh sie noch zu haben. Wer sowas schon mal hatte, weiß, dass das unmenschliche Schmerzen sind. Ich weiß nicht, wie die Behandlung aussehen wird, wenn die Regelversorgung wegen der völligen Überlastung des Systems weitgehend heruntergefahren werden muss. Ich mag es mir auch nicht vorstellen.

Doktor FreakOuts Sprechstunde

Leute, reden wir über Hedonismus. Und über die armen Gastronomen, die ich allerdings nicht alle über einen Kamm scheren möchte.

Gestern war ich mit meinem jüngsten Sohn in der Bielefelder City unterwegs. Seine Corona-Frise brauchte ein dringendes Update, dass keinen Aufschub duldete. Im Anschluß des Haarschnitts beim Friseur unseres Vertrauens, der die Hygienemaßnahmen vorbildlich umsetzt, stellte sich Hunger ein. Und was kommt bei einem Grundschulkind besser an als Mac Donalds? Also steuerten wir die Filiale am Jahnplatz an, um uns einen Burger auf die Hand zu holen.

Als wir die Filiale betraten, traf mich schier der Schlag. Der Laden war bis auf den letzten Platz belegt. Gesperrte Plätze gab es keine. Zwischen den Sitzgruppen hatte man halb hohe Plexiglas-Scheiben installiert und es gab zwei Desinfektionsmittelspender. Und hier endet bereits die Aufzählung der getroffenen Hygienemaßnahmen. Die Luft war warm und feucht, fast stickig. Alle redeten laut, weil es so voll war…

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