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Was war es?

17 Nov

Beziehungsweise, was ist es denn nun? Die Frage im letzten Post war eher rhetorisch, denn eigentlich dürfte es einigermaßen klar sein. Ich hab das Thema trotzdem auf zwei Beiträge aufgeteilt, weil der Tenor des zweiten etwas anders ist, weniger eine Zustandsbeschreibung als Ursachen und Lösungansätze zum Inhalt hat. Vielleicht war es auch eine merkwürdige Idee, den ersten Beitrag so offen zu lassen.

Es handelt sich um eine Depression. Nicht mehr „nur“ um eine depressive Verstimmung. Dafür hält es zu lange an und beeinträchtigt praktisch meinen gesamten Alltag zu sehr, sofern man da noch von geregeltem Alltag reden kann. Und es gibt Kriterien dafür, von denen genügend zutreffen, wiewohl das Erscheinungsbild idividuell sehr unterschiedlich sein kann. Das ist auch inzwischen psychiatrisch abgeklärt, und ich bin in ambulanter Behandlung. Der Gang zum Psychiater war dann letztlich logisch, man geht mit anderen medizinischen Problemen ja auch zu einem entsprechenden Facharzt. Bei der Entscheidung für die Psychiatrie ist es vielleicht nicht ganz so selbstverständlich, weil immer noch mit vielen gesellschaftlichen Tabus behaftet. An sich hab ich da wenig Berührungsängste, zumal ich den ein oder anderen Betroffenen zumindest virtuell aber auch im real life kenne. Nur muss man erstmal drauf kommen, dass man wirklich betroffen sein könnte und für sich selbst erkennen, dass es dafür ja einen Facharzt gibt.

Da ich nicht suizidal bin, ist eine stationäre Behandlung nicht unbedingt indiziert, obwohl ich prinzipiell auch damit kein Problem insofern hätte, als ich da keine der üblichen verbreiteten Vorbehalte oder Befürchtungen habe. Allerdings wäre das in meiner derzeitigen Situation ziemlich sicher mit dem Ende meiner wirtschaftlichen Existenz verbunden, da es keine realistische Chance gäbe, mein Geschäft aufrecht zu erhalten. Kundschaft wäre zumindest teilweise verloren, eine Vertretung während einer stationären Behandlung wäre nicht finanzierbar, und das würde einen ganzen Rattenschwanz von Weiterungen nach sich ziehen, die allesamt mehr als belastend wären. Das sieht auch mein Behandler so, aber es gibt ja andere Möglichkeiten.

Ich bin inzwischen nach einem mehrwöchigen Fehlversuch mit einem SSRI, der mehr Nebenwirkung als spürbare erwünschte Wirkung erbrachte, mit einem noch relativ niedrig dosierten modernen resversiblen selektiven MAO-Hemmer versorgt, der außer auf Serotonin und Noradrenalin zusätzlich auch die Dopaminverfügbarkeit erhöht. Letzteres scheint für mich der Hauptgrund dafür zu sein, dass mir das Medikament eine Besserung bringt, sowohl der Stimmung als auch des Antriebs, auch wenn da sicher noch einige Luft nach oben ist. Man wird sehen, ob demnächst evtl. mit einer etwas höheren Dosierung noch mehr erreicht werden kann. Das kurz wirkende Schlafmittel zur Behebung der als anfängliche Nebenwirkung auftretenden Einschlafstörungen wird langsam ausgeschlichen, so wie es komfortabel möglich ist.

Natürlich wird auch anderweitig zusätzliche Arbeit notwendig sein. Ich werde versuchen eine kognitive Verhaltenstherapie zu bekommen, was bei der hiesigen Therapeuten“dichte“ und den üblichen Wartezeiten nicht ganz einfach sein wird. Aber ich möchte jetzt einen eher praxisorientierten Ansatz versuchen. Die vor längerem schon beendete tiefenpsychologisch fundierte Therapie hat mir einige Erkenntnis über mich selbst erbracht aber mich in der Übertragung von Erkenntnissen in den Alltag nicht wirklich viel weiter gebracht. Für die Zwischenzeit werde ich mich um ein online-Betreuungsprogramm meiner Krankenkasse bemühen, das diese offenbar nach einer Studienphase in 2014 und 2015 seit Oktober wieder aufgelegt hat, und von dem ich bis heute nichts wusste. Das ist auch prinzipiell verhaltenstherapeutisch angelegt und wird von ausgebildeten Therapeuten betreut. Solange noch keine andere Therapie begonnen oder fest geplant wurde, kann man das Angebot wahrnehmen.

Ursachen? Früher hat man ja nach endogener und reaktiver Depression unterschieden. Soweit mir bekannt ist, macht man das heute nicht mehr. Endogen ist ja eigentlich auch nur das Synonym für nix genaues weiß man nicht. Letztlich hat es immer irgendwie mit dem Hirnstoffwechsel bzw. den Neurotransmittern und ihrem Verhältnis zueinander zu tun, der aus welchem Grund auch immer irgendwie gestört oder verändert ist. Wie die Missverhältnisse dort letztlich zustande kommen, könnte einem zunächst mal egal sein, sie sind ja schon da, und man sollte etwas tun, um das positiv im Sinne einer Besserung der Symptome zu beeinflussen. Etwas darüber nachzudenken, was mögliche Grundlagen dieser gestörten Gleichgewichte sein könnten, ist aber natürlich auch sinnvoll.

Für mich steht im Vordergrund zunächst die Aufsummierung der Belastungen der letzten, sagen wir 8-10 Jahre, die alle geprägt waren von mindestens jeweils zwei schwerwiegenden teilweise existenzbedrohenden Ereignissen.

Daneben wurde ich auch darauf hingewiesen, dass individuell verschieden auch das Altern selbst diese Gleichgewichte verschieben kann. Da der MAO-Hemmer deutlich besser wirkt als der SSRI, kam für mich auch das Thema Dopamin aufgrund meiner Familienanamnese in den Sinn. Beide meine inzwischen verstorbenen Eltern litten im Alter an Erkrankungen, die durch einen Mangel an Dopamin gekennzeichnet sind und durch Dopamin bzw. L-Dopa günstig beeinflussbar waren (Parkinson, restless legs). Eine genetische Disposition für Störungen diesbezüglich wäre also auch denkbar und wurde vom Arzt nicht ausgeschlossen, da es für beide Syndrome genetische Prädispositionen mit familiär erhöhtem Erkrankungsrisiko gibt. Obwohl mein letzter Besuch beim Neurologen wegen der auch bestehenden Polyneuropathie schon eine Weile her ist, denke ich, dass zur Zeit eine aktuelle Erkrankung an einem der beiden Syndrome noch ausgeschlossen werden kann. Vielleicht ist aber eben das Verhältnis von Dopamin zu anderen Neurotransmittern bereits gestört. In jedem Fall ist der MAO-Hemmer für mich bisher eine Hilfe, und ich hoffe, da lässt sich noch mehr machen.

Es geht mir noch nicht gut aber besser. Immerhin denke ich, die medikamentöse Unterstützung wird es mir leichter machen, weitere Hilfen und vielleicht Lösungen zu suchen und zu finden.

Einszweidrei, im Sauseschritt

24 Okt

Läuft die Zeit; wir laufen mit.
Wilhelm Busch.

Eben war an anderer Stelle die Rede von der Zeit, die rennt.
Für meinen Geschmack tut sie das zur Zeit erheblich zu schnell.
Ich weiß ja, dass sie eigentlich nicht weglaufen kann. Aber manchmal denke ich, sie hat Angst vor mir.

Kurzes Update

7 Nov

Nachdem die Blutwerte bei der Nachsorge weitgehend unauffällig waren, haben wir den Rest dessen, was dabei noch nicht gemessen wurde, im Rahmen des jährlichen Checkups nachgeholt, was im wesentlichen Glucose, HbA1c, und die diversen Blutfette betraf. Auch hier ist soweit alles im grünen Bereich, LDL/HDL könnte etwas besser sein, die absoluten Werte aber ok, Neutralfette sind grenzwertig aber gesunken. Insofern hat sich der Stoffwechsel also gut entwickelt.

Jetzt stehen noch HNO mit dem halbjährlichen Check und Neurologe an. Die Neuropathie hat sich etwas ausgedehnt, und aus den sonstigen Befunden weiß immer noch niemand wo sie eigentlich ihren Ursprung hat. Muskelzuckungen breiten sich langsam nach oben bis zum Rumpf und bisweilen in die Arme aus. Außerdem gibt es, bei unauffälligem Augenarztbefund,  Sehstörungen mit manchmal anschließenden leichten Kopfschmerzen, was sich noch in Grenzen hält aber eben auffällt. Zeit also, das mal alles zu besprechen und, soweit es geht, abzuklären. Die neurologischen Sachen machen mir zwar kein großes Kopfzerbrechen, aber ich würde schon gern wissen wo ich dran bin.

Haaaaree

14 Feb

Ich hab einen Friseurtermin heute.
Meine Haare sind derzeit lang, sehr lang also sozusagen haargummigeeignet. So etwa fast die Länge wie damals ® (allerdings heute ohne Bart)

Ich weiß ja, dass kurze Haare praktisch sind und hatte in den vergangenen Jahren auch überwiegend kurz. Aber irgendwie, hm, solange sie noch so voll wachsen, zwar hellgrau, und überhaupt, also wenn sie ab sind, sind sie nämlich erstmal ab ….

Tochter findet sie lang besser, meine Frau meint kurz ist besser aber eben auch nicht zuuu kurz. Ach ich weiß nicht, keine Lust auf Friseur.

Irgendwofür muss sie ja gut sein …

26 Okt

die Tatsache, dass man nicht mehr 20 ist.

Nachdem ich in den letzten Wochen immer wieder schmerzlich (zum Teil im Wortsinne) einsehen musste, dass mit meinem Geburtsjahr 1956 gewisse körperliche Auswirkungen verbunden sind, die das Körpergefühl sich deutlich von dem mit 20 unterscheiden lässt, fand ich beim Grautier einen Link, der mich dann doch etwas mit der Vergreisung versöhnte: Privileg: Alt.

Ich sollte es mal probieren 😉

Aua Knie

16 Okt

Bah, ich bin sowas nicht mehr gewöhnt.

Im Studium während der Semesterferien habe ich öfter mit einem Innenausbauer zusammen Fußböden verlegt, vor ca. 30 Jahren. Da haben zwar nach den ersten Tagen auch die Knie wehgetan, aber damals nach jeweils 8-12 Stunden.

Jetzt hab ich grad mal ca. 20qm Laminat verlegt und habe das Gefühl, meine Patellasehnen und Schienbeinköpfe sind auf die heiße Herdplatte gekommen. Und es sind noch mindestens 40qm übrig. Ich werde alt. Das der Hintern sprich Musculus gluteus maximus am Erheben aus dem Knien beteiligt ist, wird mir grad schmerzlich am dortigen Muskelkater bewusst. Vermtulich hat das auch damit zu tun, dass ich damals so ca. 25 Kilo leichter war.

Puh, noch 10 Tage bis zum Umzug und die Fußböden sind noch nicht fertig und ein Zimmer ist noch zu streichen. Der Fensterbauer war auch noch nicht da und die Heizung ist auch noch nicht abgenommen. Es wird langsam eng …

Hoffentlich gießt es Mittwoch nicht zu sehr, damit die Kaminkrone saniert werden kann, sonst müssen wir am Ende ohne Heizung einziehen.

Und eigentlich sollte ich nebenbei noch Geld verdienen.

Etwas Gutes hat das Ganze wenigstens: Ich bin grad dabei die 100 Kilo-Marke zu knacken, 12 Kilo in 9 Monaten 😉

Musculus glut(a)eus maximus

Bist Du eigentlich schwerhörig?

27 Jun

Pflegte mich meine Mutter als Kind zu fragen, wenn ich partout ihre Wünsche ignorierte. Ich selbst hatte mich das in letzter Zeit auch immer öfter gefragt.

Wenn ich beim Fernsehen alles oder zumindest das Meiste verstehen wollte, musst die Lautstärke so hoch eingestellt werden, dass es meiner Familie zu laut wurde, insbesondere, wenn es um das gesprochene Wort ging.

Bei Feiern mit mehreren Leuten und/oder Nebengeräuschen hatte ich große Mühe noch meine Gesprächspartner zu verstehen, wenn ich ihnen nicht unmittelbar gegenüber und in allernächster Nähe saß. Bei stärkeren Nebengeräuschen verstand ich kaum noch etwas. Dabei hatte ich zu meiner Jugendzeit ein überdurchschnittlich gutes Gehör, und war auch nicht unbedingt der große Diskogänger gewesen oder hatte mich sonst größeren Lärmbelastungen ausgesetzt.

Nachdem die regelmäßige Säuberung der Gehörgänge durch den Arzt auch nur noch mäßigen Erfolg hatte, brachten Hörtests zutage, dass mir im oberen Drittel des Frequenzgangs ein Teil des Hörvermögens abhanden gekommen ist, zwar noch nicht in dramatischem Ausmaß, aber doch so, dass vor allem der Sprachhörtest schon ein erheblich vermindertes Sprachverständnis ergab. Der HNO-Arzt legte mir daher nahe, mich mit dem Gedanken an Hörgeräte anzufreunden und stellte auch gleich eine Verordnung aus.

Mit dieser begab ich mich zum Akustiker meines Vertrauens, der vorher auch schon der Optiker meines Vertrauens war. Und nun probiere ich gerade das erste Paar Hörgeräte aus. Untere Mittelklasse, mehr wird nicht finanzierbar sein. Die Kassengeräte sind für mich unbrauchbar, da sie gleichmäßig den gesamten Frequenzgang verstärken, ich aber im Bereich der niedrigen Frequenzen normal höre und deshalb den niederfrequenten Lärm unverhältnismäßig stark verstärkt bekäme. Hörgeräte stellen für mich kein Problem dar, ich kenne das aus meiner Familie, Eltern und Großeltern waren allesamt Hörgeräteträger. Das Gefühl im Ohr ist jeden Morgen gewöhnungsbedürftig, aber schon am 2. Tag spürte ich die Geräte nach einer halben Stunde so gut wie nicht mehr.

Dafür hatte ich völlig neue Hörerlebnisse. Langsam dämmerte mir und ich erinnerte mich daran, was ich früher einemal alles gehört hatte und vor allem wie deutlich ich das gehört hatte und nun wieder hörte. Das Rauschen und Knacken von Blättern im leisen Wind, Vogelstimmen klar und deutlich und vor allem konnte ich auch in größerer Runde und mit Hintergrundgeräuschen Gesprächen wieder ohne größere Mühe folgen. Nach einer Woche, wurde die Einstellung nochmal angepasst und ich trage die Geräte jetzt in der 2. Woche. Noch weitere Optimierung ist sicher möglich. Ich möchte jedoch noch mindestens ein weiteres Paar eines anderen Herstellers aus der gleichen Preisklasse ausprobieren bevor ich mich entscheide. Die Geräte sollen mich schließlich die nächsten Jahre begleiten und genug Spielraum bieten, um weitere Verschlechterungen auszugleichen.

Ich bin erstaunt, warum viele Leute, auch mit klar größerem Hörverlust als ich so große Probleme bei der Entscheidung für Hörgeräte haben.  Die Geräte sind kaum spürbar und sichtbar, der Pflegeaufwand hält sich in Grenzen, die Unterhaltskosten von ca. 5 ,- EUR/Monat werden zwar unverschämterweise nicht von den Kassen übernommen, aber sind ebenfalls gerade noch bezahlbar. Das aber, was ich an Hörerlebnis gewonnen habe, schon in dieser Preisklasse, ist kaum bezahlbar und lässt ahnen, was mit wirkliche hightec-Geräten möglich wäre, die allerdings mit Zuzahlungen jenseits von 2000,- EUR vollkommen außerhalb meiner finanziellen Möglichkeiten liegen.

Für mich steht fest, ich werde zukünftig Hörgeräte tragen. Es muss nur noch die Entscheidung fallen, welche in meiner Preisklasse am besten zu mir passen.