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Risiko?

6 Mai

Im Sinne von covid 19 Risikopatient zu sein ist relativ. Es heißt, bestimmte Risikofaktoren erhöhen die Wahrscheinlichkeit bei einer Ansteckung einen schweren, ggf. sogar tödlichen Krankheitsverlauf zu haben. Höchstwahrscheinlich ist auch die Wahrscheinlichkeit erhöht Spätfolgen davon zu tragen. Sofern man sich informiert, welches die Risikofaktoren sind, kann man sich natürlich Gedanken, machen was und in welchem Umfang auf einen selbst zutrifft. Ich habe das getan.

Zunächst ist ja öffentlich hauptsächlich vom Alter die Rede, oft auch noch von Vorerkrankungen, wobei meist Krebs genannt wird. Letzteres ist jedoch pauschal kein Risikofaktor. Sodann diverse Komorbiditäten und Lebensstilfaktoren. Fangen wir also an:

  • Alter: Ich bin 63. Das Risiko steigt wohl ab 50 kontinuierlich an, und je nach Interpretation gehört man mit 60 oder spätestens 65 zur Risikogruppe bezüglich des Alters. Da ich mangels Fitness, insbesondere in den letzten Jahren auch durch die Aktivitäten der schwarzen Dame bedingt, vermutlich biologisch älter bin als kalendarisch, würde ich mich hier mal dazuzählen.
  • Vorerkrankungen: Die Schilddrüsenkrebserkrankung dürfte als solche eher nicht mehr relevant sein, da es zur Zeit kein aktives Krankheitsgeschehen gibt, was auch eine kürzliche Nachsorgeuntersuchung ergeben hat. Eine Chemothrapie gab es nicht, die Behandlungen/Bildgebungen mit radioaktivem Iod, die schon mal zu einer vorübergehenden Beeeinträchtigung des blutbildenen Systems führen, was mit einer Immunschäche einhergehen kann, sind zu lange her, um noch relevant zu sein.
    Relevant könnte das erhöhte Herz-Kreislaufrisiko in Folge der langjährigen Unterdrückung des TSH als Rezidivprophylaxe sein. Herz-Kreislaufprobleme werden immer wieder als Risikofaktoren genannt. Ein erhöhter Blutdruck, prinzipiell auch ein Risikofaktor, ist gut eingestellt.
    Ebenfalls sehr wahrscheinlich relevant ist die als Folge der zweizeitigen Schilddrüsenentfernung verbliebene einseitige Stimmbandlähmung durch Beschädigung des nervus recurrens. Diese führt dazu, dass wegen des fehlenden kompletten Stimmritzenschlusses kein effektives, produktives Husten möglich ist, um Schleim aus den Atemwegen nach außen zu befördern, weshalb ich immer mehr oder weniger dauerverschleimt bin und vermehrtes Sekret nur los werde, wenn es bereits relativ weit nach oben transportiert wurde. Das macht anfälliger für Lungenentzündungen und erschwert vermutlich auch deren Ausheilung.
  • Im Blutbild zeigt sich ein konstant leicht erhöhter Wert für Leukozyten, was auf eine chronische Entzündung hindeuten könnte, die durchaus relvant sein könnte. Was genau der Auslöser ist, ist unbekannt. Es könnte sich um die Psoriasis oder auch um die chronische Sinusitis handeln. Da die späte Phase einer covid 19 Infektion bei schwerem Verlauf mit einer massiven Entzündungsreaktion einhergeht, könnte dies den Verlauf verkomplizieren.
  • Ferner bin ich übergewichtig an der Grenze zur Fettleibigkeit, was ebenfalls ein bedeutsamer Risikofaktor ist.
  • Inwiefern sich die Dauermedikation mit verschiedenen Schilddrüsenhormonen, dem nichtreversiblen MAO-Hemmer als Antidepressivum, Pregabalin zur Beherrschung der Beschwerden der Polyneuropathie und dem Betablocker auswirken, ist mir nicht bekannt.

Insgesamt rechne ich mich schon zur Gruppe der Risikopatienten und befürchte bei einer Infektion, besonders bei einem größeren Virus-Inokulum durchaus einen schweren Verlauf ggf. mit Beatmungspflichtigkeit.

Als Konsequenz sollte ich besondere Vorsicht hinsichtlich Situationen mit erhöhter Gefahr einer Infektion walten lassen und diese nach Möglichkeit ganz meiden. Andererseits möchte ich mich auch nicht in die totale soziale Isolation begeben, auch im Hinblick auf die Depressionserkrankung. Ich bin damit auch abhängig vom solidarischen Verhalten meiner Umgebung und sehe die neusten Entwicklungen z.B. der Verweigerung Mund-Nase-Bedeckungen zu tragen mit großen Bedenken.

Neben der ziemlich konsequenten Beachtung der Hygiene habe ich meine Sozialkontakte eingeschränkt aber nicht eingestellt. Wo ich früher 3 mal oder auch öfter pro Woche Einkaufen war, habe ich dies im wesentlichen auf einen Einkauf reduziert. Soweit es nicht Dinge des ganz alltäglichen Bedarfs, der aus dem Supermarkt bzw. Discounter zu decken ist, betrifft, bestelle ich vermehrt online. Während des Einkaufs versuche ich Sprechkontakt weitestgehend zu vermeiden, trage eine Mund- und Nasenbedeckung, sofern ich von einer höheren Kundenfrequenz ausgehen muss, auch eine FFP1-Maske ohne Ventil.
Arzt- und Apothekenbesuche sind auf allernötigste reduziert. Kontakte zu den Nachbarn finden praktisch ausschließlich im Freien und auf deutlich größere Entfernung statt, wo die Übertragungswahrscheinlichkeit sehr gering ist.

Soweit meine Adaptation an das von mir eingeschätzte Risiko eines schweren Verlaufs einer covid 19 Infektion. Wie ich damit leben, was das mit mir und der Depression macht ist Thema eine eigenen Beitrages.

Wasserstandsmeldung

5 Mai

weil es ja lange sehr ruhig hier war.

Die Eskalation der Medikation auf die doppelte Dosis hat die schwarze Dame spürbar aufgehellt. Das macht das Leben mit ihr nicht unbedingt leichter aber erträglicher. Ich spüre Defizite bewusster, merke in den betreffenden Situationen selbst und nicht erst nachträglich, wo ich mir selbst im Weg stehe, was jedoch noch nicht unbedingt immer zum dazugehörigen lösungsorientierten Handeln führt. Ich bilde mir ein, meinen jeweils aktuellen mentalen Zustand besser selbst einschätzen zu können, was unter anderem zu der Einsicht geführt hat, dass ich in der Vergangenheit gelegentlich gefährdeter war, als mit bewusst war. So weit so positiv.
Subjektiv empfundene kognitive Einschränkungen der letzten Jahre sind wohl am ehesten als depressionsbedingte milde Pseudodemenz anzusprechen, andere Ursachen konnten nicht gefunden werden.

Ich konnte einen Nebenjob finden, Auslieferung von Medikamenten  für eine Apotheke, durchschnittlich 5-8 Stunden pro Woche zum Mindestlohn. Das schafft keine Reichtümer und bringt die wirtschaftliche Situation sicher nicht in einen komfortablen Zustand, ist aber eine kleine Hilfe diesbezüglich. Außerdem bringt es einige bedenkenswerte Erfahrungen und Begegnungen mit Menschen sehr unterschiedlichen Verhaltens in sehr unterschiedlichen persönlichen Situationen, was bisweilen lehrreich sein kann und nachdenklich macht.

Ob durch die Änderung der Psychomedikation – wegen evtl gestörten Gleichgewichts der Neurotransmitter zugunsten Serotonins un Noradrenalins und zuungunsten des Dopamins oder als normale Verschlimmerung im Laufe der Zeit – macht die Neuropathie/RLS sich stärker bemerkbar, was eine Eskalation der Medikation des Antiepileptikums/Antikonvulsivums nötig gemacht hat. Deshalb wird ein Umstieg der Psychomedikation von MAO A- auf einen MAO A/B-Hemmer erwogen, was ich aber noch gern abwägen würde gegen die möglichen Nebenwirkungen und diätetischen Konsequenzen. Mit den Nebenwirkungen der derzeitigen Medikationen komme ich eigentlich gut zurecht.

Ansonsten ist die familiäre Lage – nicht wegen irgendwelcher Konflikte – ziemlich anstrengend. Das Ehrenamt hat ebenfalls für eine unruhige und stressige Zeit gesorgt, und eigentlich bräuchte ich mal eine Weile ruhigeres Fahrwasser, was leider wegen zu vieler offener Baustellen nicht absehbar ist. Ich arbeite dran.

Ich hab mir vorgenommen, mir öfter was zu gönnen, Kleinigkeiten halt, weil mehr nicht geht. Das ließ sich vereinzelt schon öfter mal realisieren, nachdem die schwarze Dame, die das in der Vergangenheit meistens sehr erfolgreich verhindern konnte, etwas ruhiger gestellt wurde. Ich arbeite weiter dran. Ein etwas „größeres Gönnen“ würde ich gern realisieren, weiß aber nicht, ob es machbar sein wird: Ein seit Jahren gewünschter Besuch eines Auftritts von Walk of the Earth in Bonn oder Hamburg. Man wird sehen.

Du magst der schlauere Geschäftsmann sein …

27 Jan

Da ich ähnliches grad an anderer Stelle las, kam mir dieser Satzanfang wieder in den Sinn.

Er bezieht sich auf meinen Großvater, Schreinermeister und Schlitzohr.

Vollständig ging er (ungefähr wörtlich) so: „Du magst der schlauere Geschäftsmann sein, aber Dein Schwiegersohn ist der bessere Schreiner“ und war der Ausspruch eines seiner Kunden.

Und im Rückblick – schon vor vielen Jahren zurückgeblickt – stimmt es wohl.

Als kleines Kind war mein Großvater für mich der Größte. Die ganz Stadt kannte ihn, und er war wegen seiner bisweilen derben Scherze beliebt und gefürchtet zugleich. Als Sechsjähriger war ich stolz mit diesem Original im alten VW Käfer nachmittags mit zur Kundschaft genommen zu werden.

Mein Vater war für mich damals eher der unauffällige, ruhige, überwiegend bescheidene Mann, der für ziemlich kleines Geld bei meinem Opa angestellt war. Dass er damals schon Schreinermeister, und zwar ein hervorragender Schreinermeister war, war mir nicht recht bewusst, mein Opa war eben der Chef.

Als ich acht war, starb mein Großvater mit 68 Jahren ziemlich plötzlich. Meine Eltern mussten den Betrieb übernehmen, was insbesondere meiner Mutter viele schlaflose und tränenreiche Nächte bescherte, weil die Buchführung meines Großvaters, sagen wir beschönigend ziemlich kreativ gewesen sein muss. Ich bekam von all dem wenig bis gar nichts mit.

Erst später ging mir langsam auf, dass mein Vater schon vorher  eigentlich der Grund für den guten Ruf der Schreinerei in der Stadt gewesen sein musste. Viertel-, halb oder ganzgewendelte Treppen aus diesem Hause waren wohl schon länger legendär gewesen, weil sie sich, wie ich später auch aus eigener Anschauung feststellen konnte, unglaublich gut liefen. Als Kind dachte ich natürlich Treppe sei Treppe. Aber ich habe gelernt, dass es einen gewaltigen Unterschied machen kann, ob insbesondere eine gewendelte Treppe von einem Könner oder von einem Dilettanten verzogen und angefertigt wurde. Und damals gab es noch keine Computerprogramme, die solche Treppen in ein gegebenes Treppenhaus harmonisch hineinoptimierten, sodass sie sowohl optisch gefällig als auch gut und sicher zu begehen waren.

Darin, Treppen zu bauen, die sich sowohl in der Lauflinie als auch weiter seitlich wirklich gut begehen ließen, zum Beispiel war mein Vater Meister. Aber auch viele andere Stücke, Möbel, Fenster, Türen, komplette Ladeneinrichtungen, ein Schulhörsaal u.v.a. waren im Nachhinein betrachtet großartige Arbeiten, für die ich ihn heute mehr denn je bewundere. Umso mehr, als mir bewusst ist, dass kein CNC-gesteuerstes Bearbeitungszentrum damals an solchen Arbeiten beteiligt war, alle Pläne im Kopf meines Vaters entstanden, alle Zeichnungen von ihm angefertigt wurden und die Stücke mit, im Vergleich zu heute, geradezu primitven Inventar an Werkzeugen und Maschinen realisiert wurden.

An manch einer Arbeit, an ziemlich vielen sogar, war ich aushelfend beteiligt. Und ein wenig trauere ich schon, dass ich nicht diesen wunderbaren Beruf ergriffen habe, hauptsächlich aus der Furcht, wie er auch das eine oder andere Fingerglied zu verlieren, was bei den Sicherheitsstandards des in den 60ern und Anfang der 70er in großen Teilen noch aus der unmittelbaren Nachkriegszeit stammenden Maschinenparks sicher wahrscheinlicher war als zu einer Zeit, in der ich selbst mit der Ausbildung fertig gewesen wäre. Das war mir aber als junger Teenager und Gymnasiast, der eigentlich auch gern Wissenschaftler werden wollte, nicht bewusst. Außerdem wollte ich angesichts der damit verbunden Unwägbarkeiten und Probleme, die ich in meinem Elternhaus erlebte, eigentlich nie selbständig werden. Eine fast abgeschnittene Fingerkuppe und eine nicht ganz unproblematische Selbständigkeit haben mich seit vielen Jahren dann doch eingeholt – leider nicht als Schreiner.

Mein Vater wurde in vielem mein Vorbild. Im Nachgang betrachtet in viel zu vielem. Ich war und bin eben nicht mein Vater und konnte nie er sein und hätte nie wie er sein können. Ich musste wohl ziemlich alt werden, um das zu erkennen. Ich bin für die heutige Zeit nicht wirklich alt, aber aber als mein Großvater so alt war wie ich jetzt, war er für mich ein „alter Mann“. Es ist eine bisweilen schmerzliche Erkenntnis. Vielleicht ermöglicht sie mir jedoch noch einfach nur ich zu sein.

Sie ist wieder hier

26 Aug


In ihrem Revier, war nie richtig weg. Nein, nicht Westernhagen, auch nicht ich sondern die chronische Sinusitis, die ich seit mehr als einem Jahr mit mir rumschleppe. Im letzten Herbst erstmalig anlässlich eines MRT vom Kopf dokumentiert, im Frühjahr durch ein CT bestätigt und auf zwei Zahnwurzeln im Oberkiefer zurückgeführt worden, deren anschließende Sanierung dann auch vorübergehend Besserung brachte, die allerdings nicht durch Bildgebung bestätigt wurde.

Anlässlich eines weiteren MRT aus anderen Gründen ist sie nun wieder erneut dokumentiert: Die recht Kieferhöhle ist komplett, die zugehörige Stirnhöhle zu großen Teilen dicht.

Vermutlich sollte ich mit der unterbrochenen Kombination diverser Hausmittel weitermachen, die zumindest, was die Nasenatmung betraf, doch den ein oder anderen Fortschritt gebracht hatte. Ätherische Öle, Nasendusche, Ingwer, Thymian …

Abschwellendes Nasenspray benutze ich nur im Notfall.

Was war es?

17 Nov

Beziehungsweise, was ist es denn nun? Die Frage im letzten Post war eher rhetorisch, denn eigentlich dürfte es einigermaßen klar sein. Ich hab das Thema trotzdem auf zwei Beiträge aufgeteilt, weil der Tenor des zweiten etwas anders ist, weniger eine Zustandsbeschreibung als Ursachen und Lösungansätze zum Inhalt hat. Vielleicht war es auch eine merkwürdige Idee, den ersten Beitrag so offen zu lassen.

Es handelt sich um eine Depression. Nicht mehr „nur“ um eine depressive Verstimmung. Dafür hält es zu lange an und beeinträchtigt praktisch meinen gesamten Alltag zu sehr, sofern man da noch von geregeltem Alltag reden kann. Und es gibt Kriterien dafür, von denen genügend zutreffen, wiewohl das Erscheinungsbild idividuell sehr unterschiedlich sein kann. Das ist auch inzwischen psychiatrisch abgeklärt, und ich bin in ambulanter Behandlung. Der Gang zum Psychiater war dann letztlich logisch, man geht mit anderen medizinischen Problemen ja auch zu einem entsprechenden Facharzt. Bei der Entscheidung für die Psychiatrie ist es vielleicht nicht ganz so selbstverständlich, weil immer noch mit vielen gesellschaftlichen Tabus behaftet. An sich hab ich da wenig Berührungsängste, zumal ich den ein oder anderen Betroffenen zumindest virtuell aber auch im real life kenne. Nur muss man erstmal drauf kommen, dass man wirklich betroffen sein könnte und für sich selbst erkennen, dass es dafür ja einen Facharzt gibt.

Da ich nicht suizidal bin, ist eine stationäre Behandlung nicht unbedingt indiziert, obwohl ich prinzipiell auch damit kein Problem insofern hätte, als ich da keine der üblichen verbreiteten Vorbehalte oder Befürchtungen habe. Allerdings wäre das in meiner derzeitigen Situation ziemlich sicher mit dem Ende meiner wirtschaftlichen Existenz verbunden, da es keine realistische Chance gäbe, mein Geschäft aufrecht zu erhalten. Kundschaft wäre zumindest teilweise verloren, eine Vertretung während einer stationären Behandlung wäre nicht finanzierbar, und das würde einen ganzen Rattenschwanz von Weiterungen nach sich ziehen, die allesamt mehr als belastend wären. Das sieht auch mein Behandler so, aber es gibt ja andere Möglichkeiten.

Ich bin inzwischen nach einem mehrwöchigen Fehlversuch mit einem SSRI, der mehr Nebenwirkung als spürbare erwünschte Wirkung erbrachte, mit einem noch relativ niedrig dosierten modernen resversiblen selektiven MAO-Hemmer versorgt, der außer auf Serotonin und Noradrenalin zusätzlich auch die Dopaminverfügbarkeit erhöht. Letzteres scheint für mich der Hauptgrund dafür zu sein, dass mir das Medikament eine Besserung bringt, sowohl der Stimmung als auch des Antriebs, auch wenn da sicher noch einige Luft nach oben ist. Man wird sehen, ob demnächst evtl. mit einer etwas höheren Dosierung noch mehr erreicht werden kann. Das kurz wirkende Schlafmittel zur Behebung der als anfängliche Nebenwirkung auftretenden Einschlafstörungen wird langsam ausgeschlichen, so wie es komfortabel möglich ist.

Natürlich wird auch anderweitig zusätzliche Arbeit notwendig sein. Ich werde versuchen eine kognitive Verhaltenstherapie zu bekommen, was bei der hiesigen Therapeuten“dichte“ und den üblichen Wartezeiten nicht ganz einfach sein wird. Aber ich möchte jetzt einen eher praxisorientierten Ansatz versuchen. Die vor längerem schon beendete tiefenpsychologisch fundierte Therapie hat mir einige Erkenntnis über mich selbst erbracht aber mich in der Übertragung von Erkenntnissen in den Alltag nicht wirklich viel weiter gebracht. Für die Zwischenzeit werde ich mich um ein online-Betreuungsprogramm meiner Krankenkasse bemühen, das diese offenbar nach einer Studienphase in 2014 und 2015 seit Oktober wieder aufgelegt hat, und von dem ich bis heute nichts wusste. Das ist auch prinzipiell verhaltenstherapeutisch angelegt und wird von ausgebildeten Therapeuten betreut. Solange noch keine andere Therapie begonnen oder fest geplant wurde, kann man das Angebot wahrnehmen.

Ursachen? Früher hat man ja nach endogener und reaktiver Depression unterschieden. Soweit mir bekannt ist, macht man das heute nicht mehr. Endogen ist ja eigentlich auch nur das Synonym für nix genaues weiß man nicht. Letztlich hat es immer irgendwie mit dem Hirnstoffwechsel bzw. den Neurotransmittern und ihrem Verhältnis zueinander zu tun, der aus welchem Grund auch immer irgendwie gestört oder verändert ist. Wie die Missverhältnisse dort letztlich zustande kommen, könnte einem zunächst mal egal sein, sie sind ja schon da, und man sollte etwas tun, um das positiv im Sinne einer Besserung der Symptome zu beeinflussen. Etwas darüber nachzudenken, was mögliche Grundlagen dieser gestörten Gleichgewichte sein könnten, ist aber natürlich auch sinnvoll.

Für mich steht im Vordergrund zunächst die Aufsummierung der Belastungen der letzten, sagen wir 8-10 Jahre, die alle geprägt waren von mindestens jeweils zwei schwerwiegenden teilweise existenzbedrohenden Ereignissen.

Daneben wurde ich auch darauf hingewiesen, dass individuell verschieden auch das Altern selbst diese Gleichgewichte verschieben kann. Da der MAO-Hemmer deutlich besser wirkt als der SSRI, kam für mich auch das Thema Dopamin aufgrund meiner Familienanamnese in den Sinn. Beide meine inzwischen verstorbenen Eltern litten im Alter an Erkrankungen, die durch einen Mangel an Dopamin gekennzeichnet sind und durch Dopamin bzw. L-Dopa günstig beeinflussbar waren (Parkinson, restless legs). Eine genetische Disposition für Störungen diesbezüglich wäre also auch denkbar und wurde vom Arzt nicht ausgeschlossen, da es für beide Syndrome genetische Prädispositionen mit familiär erhöhtem Erkrankungsrisiko gibt. Obwohl mein letzter Besuch beim Neurologen wegen der auch bestehenden Polyneuropathie schon eine Weile her ist, denke ich, dass zur Zeit eine aktuelle Erkrankung an einem der beiden Syndrome noch ausgeschlossen werden kann. Vielleicht ist aber eben das Verhältnis von Dopamin zu anderen Neurotransmittern bereits gestört. In jedem Fall ist der MAO-Hemmer für mich bisher eine Hilfe, und ich hoffe, da lässt sich noch mehr machen.

Es geht mir noch nicht gut aber besser. Immerhin denke ich, die medikamentöse Unterstützung wird es mir leichter machen, weitere Hilfen und vielleicht Lösungen zu suchen und zu finden.

Einszweidrei, im Sauseschritt

24 Okt

Läuft die Zeit; wir laufen mit.
Wilhelm Busch.

Eben war an anderer Stelle die Rede von der Zeit, die rennt.
Für meinen Geschmack tut sie das zur Zeit erheblich zu schnell.
Ich weiß ja, dass sie eigentlich nicht weglaufen kann. Aber manchmal denke ich, sie hat Angst vor mir.

Kurzes Update

7 Nov

Nachdem die Blutwerte bei der Nachsorge weitgehend unauffällig waren, haben wir den Rest dessen, was dabei noch nicht gemessen wurde, im Rahmen des jährlichen Checkups nachgeholt, was im wesentlichen Glucose, HbA1c, und die diversen Blutfette betraf. Auch hier ist soweit alles im grünen Bereich, LDL/HDL könnte etwas besser sein, die absoluten Werte aber ok, Neutralfette sind grenzwertig aber gesunken. Insofern hat sich der Stoffwechsel also gut entwickelt.

Jetzt stehen noch HNO mit dem halbjährlichen Check und Neurologe an. Die Neuropathie hat sich etwas ausgedehnt, und aus den sonstigen Befunden weiß immer noch niemand wo sie eigentlich ihren Ursprung hat. Muskelzuckungen breiten sich langsam nach oben bis zum Rumpf und bisweilen in die Arme aus. Außerdem gibt es, bei unauffälligem Augenarztbefund,  Sehstörungen mit manchmal anschließenden leichten Kopfschmerzen, was sich noch in Grenzen hält aber eben auffällt. Zeit also, das mal alles zu besprechen und, soweit es geht, abzuklären. Die neurologischen Sachen machen mir zwar kein großes Kopfzerbrechen, aber ich würde schon gern wissen wo ich dran bin.

Haaaaree

14 Feb

Ich hab einen Friseurtermin heute.
Meine Haare sind derzeit lang, sehr lang also sozusagen haargummigeeignet. So etwa fast die Länge wie damals ® (allerdings heute ohne Bart)

Ich weiß ja, dass kurze Haare praktisch sind und hatte in den vergangenen Jahren auch überwiegend kurz. Aber irgendwie, hm, solange sie noch so voll wachsen, zwar hellgrau, und überhaupt, also wenn sie ab sind, sind sie nämlich erstmal ab ….

Tochter findet sie lang besser, meine Frau meint kurz ist besser aber eben auch nicht zuuu kurz. Ach ich weiß nicht, keine Lust auf Friseur.

Irgendwofür muss sie ja gut sein …

26 Okt

die Tatsache, dass man nicht mehr 20 ist.

Nachdem ich in den letzten Wochen immer wieder schmerzlich (zum Teil im Wortsinne) einsehen musste, dass mit meinem Geburtsjahr 1956 gewisse körperliche Auswirkungen verbunden sind, die das Körpergefühl sich deutlich von dem mit 20 unterscheiden lässt, fand ich beim Grautier einen Link, der mich dann doch etwas mit der Vergreisung versöhnte: Privileg: Alt.

Ich sollte es mal probieren 😉

Aua Knie

16 Okt

Bah, ich bin sowas nicht mehr gewöhnt.

Im Studium während der Semesterferien habe ich öfter mit einem Innenausbauer zusammen Fußböden verlegt, vor ca. 30 Jahren. Da haben zwar nach den ersten Tagen auch die Knie wehgetan, aber damals nach jeweils 8-12 Stunden.

Jetzt hab ich grad mal ca. 20qm Laminat verlegt und habe das Gefühl, meine Patellasehnen und Schienbeinköpfe sind auf die heiße Herdplatte gekommen. Und es sind noch mindestens 40qm übrig. Ich werde alt. Das der Hintern sprich Musculus gluteus maximus am Erheben aus dem Knien beteiligt ist, wird mir grad schmerzlich am dortigen Muskelkater bewusst. Vermtulich hat das auch damit zu tun, dass ich damals so ca. 25 Kilo leichter war.

Puh, noch 10 Tage bis zum Umzug und die Fußböden sind noch nicht fertig und ein Zimmer ist noch zu streichen. Der Fensterbauer war auch noch nicht da und die Heizung ist auch noch nicht abgenommen. Es wird langsam eng …

Hoffentlich gießt es Mittwoch nicht zu sehr, damit die Kaminkrone saniert werden kann, sonst müssen wir am Ende ohne Heizung einziehen.

Und eigentlich sollte ich nebenbei noch Geld verdienen.

Etwas Gutes hat das Ganze wenigstens: Ich bin grad dabei die 100 Kilo-Marke zu knacken, 12 Kilo in 9 Monaten 😉

Musculus glut(a)eus maximus