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Zitat

Depression ist ein Höllenhund. — Sterben üben.

22 Jul

So ist das, jedenfalls so ähnlich, bei jedem wohl etwas anders aber im Grunde doch gleich. Höllenhund, schwarze Dame die so hinterfotzig damenhaft daher kommt, welchen Namen man auch immer der Depression gibt.

Ich habe überlegt, ob das mit den Ausreden so stimmt und dachte, nein, du stehst ja dazu. Aber es stimmt doch. Auch die Tatsache sich grundsätzlich als depressiv geoutet zu haben, bewahrt mich nicht davor, genau diese Ausreden zu suchen und zu finden und mich mies dabei zu fühlen. Es sind tatsächlich Ausreden, aber der wahre Grund, die Depression ist keine Ausrede, auch wenn sie bisweilen von anderen, die das mangels eigener Erfahrung nicht nachvollziehen können, für eine gehalten wird.

Am Ende ist es dann doch das Überwinden der Ausreden, das hilft, wenn, ja wenn ich dann tatsächlich an diesen Punkt gelange. Ohne Hilfe schwierig und oft auch mit unmöglich. Und dass ich dann die Überwindung und das Unternommene genießen und wertschätzen kann, ist damit auch noch lange nicht gesichert.

Das Handy klingelt und du gehst nicht ran. Du schließt die Augen, dein Herz klopft schnell und du spürst die Anspannung. Wann ist es vorbei, wann ist es vorbei, wann ist es endlich still, verdammt nochmal? Als es aufhört zu klingeln, greifst du danach und machst den Flugmodus an. Bitte lasst mich in Ruhe, wenigstens…

via Depression ist ein Höllenhund. — Sterben üben.

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Flucht und Integration

6 Jul

Das ist in der Tat mehr als wert geteilt zu werden.

Bruellmausblog

Auf Twitter habe ich etwas gefunden, was ich unbedingt mit euch teilen wollte, weil es mich berührt hat. Liked und teilt es weiter, denn solche Stories sollen dem Hass und der Missgunst entgegenstehen!

Ursprünglichen Post anzeigen 317 weitere Wörter

Mitgefühl und emotionale Reife

1 Jul

Ja, Mitgefühl im positiven Sinne, Empathie, die von vielen, auch einigen „Fachleuten“ mit Mitleid gleichgesetzt wird.
Es ist aber nicht das gleiche und schon gar nicht das selbe, jedenfalls nicht für mich, wiewohl zugegeben der Grat zwischen Mitgefühl und Mitleid, mit leiden, schmal sein kann. Es ist nicht immer einfach mitfühlend zu bleiben und sich gegen das mit Leiden zu schützen. Wert ist es das allemal. Ich spüre das immer mal wieder.
Und manchmal ist es anstrengend, wenn die schmale Grenze überschritten wird.

Mystik aktuell

Foto: © wak

Mitgefühl
ist der höchste und bedeutsamste Ausdruck
emotionaler Reife.

Auf seiner Suche
nach Erfüllung und Selbstverwirklichung
erfährt der Mensch
seine höchsten Höhen
und tiefsten Tiefen
durch Mitgefühl.

Arthur T. Jersild (1902–1994)

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Und Ihr so?

7 Mai

DSVGO ist gerade ein großes Thema.

Ich beschäftige mich damit im Rahmen eines anderen Engagements, wo es nicht unerhebliche Anforderungen gibt und die Umsetzung schon recht weit gediehen ist. Das ist aber eine völlig andere Hausnummer als ein kleiner privater Blog.

Klar ist, so kann es wohl nicht bleiben, auch wenn Panik wg. vermeintlich hoher Strafen in dem Umfeld zunächst wohl eher nicht angebracht ist. Im Prinzip sind die meisten Regelungen aus Nutzersicht ja auch durchaus sinnvoll.

Nun bin ich eben nur ein „kleiner dummer“ User eines kostenlosen Angebotes von WordPress und habe nicht die Ressourcen (vor allem finanzieller Art) mir externe Unterstützung sowohl was rechtlichen Rat als auch, was praktische Unterstützung bei der Umsetzung betrifft, zu besorgen.

Es gibt eine Reihe von nützlichen Tipps und Hinweisen, wie man zumindest große Teile der Anforderungen realisieren kann. Alle diese erfordern aber umfangreiche Beschäftigung mit dem Thema, Zusammensuchen geeigneter Tools und deren Implementierung, was ich auf absehbare Zeit nicht leisten kann. Dazu fehlen mir auf Monate und länger einfach die Ressourcen.

Den Blog endgültig zu schließen ist für mich im Moment keine Option, auch wenn ich ihn nur sehr unregelmäßig bediene. Eine Überlegung ist, ihn ab Ende Mai auf privat umzustellen und so für die meisten (im Prinzip erstmal alle außer mir) unsichtbar zu machen. Das wäre zwar für die Follower schade bzw. mit den Umständen einer Registrierung verbunden, aber zumindest blieben die Inhalte an Ort und Stelle vorhanden.

Und Ihr so?

Herr M macht nicht mehr mit.

12 Feb

So sollte es sein

Fruchtbarkeit mystischer Erfahrung

17 Dez

Und auch da lugt Eckhart um die Ecke. Eigentlich kommt er überall vor. Oder ist es vielleicht auch so, dass offenbar jegliche Mystik und jegleiche Mystiker letztendlich zur gleichen Erkenntnis führen?

Mystik aktuell

Foto: © wak

Zen ist das eigentlich Religiöse in jeder Religion. Es ist das Grundwasser für die Fruchtbarkeit jeglicher mystischer Erfahrung und damit auch eine wundervolle Bestätigung der Wahrheit christlich-jüdischer Tradition mit ihrem Menschenbild als Bild und Gleichnis Gottes und somit als Unendlichkeitswesen.
Es ist geradezu ein Zeugnis dieser Wahrheit: Die unendliche Wirklichkeit, die in größter Wortscheu in jüdisch-christlicher Tradition Gott genannt wird, ist in der menschlichen Natur angelegt.
Besser gesagt: Die menschliche Natur ist auf Gott hin angelegt.

P. Johannes Kopp (1927 – 2016) in: Gebet als Selbstgespräch. Gebet und Koan als Beziehung zu Gott in mir. 2. Auflage Dezember 2014., S. 18/19

Mehr hier: https://zen-kontemplation.de/

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#ichbinhier

1 Mrz

Ich auch, und ich finde es gut, dass so viele auch hier sind. Bei der Facebookgruppe #ichbinhier bin ich mehr oder weniger durch Zufall gelandet, nachdem ich ebenfalls auf Facebook über die Veröffentlichung einer Hassbotschaft gestolpert bin (es wurde auch in den Medien darüber berichtet). Die Leute vom Miniaturwunderland regten dann dazu an, sich gegen Hasskommentare, rassistische Äußerungen, Diskriminierungen, Verbreitung von Unwahrheiten ect. zu engagieren, zum Beispiel in der geschlossenen Facebookgruppe #ichbinhier. Ich hab mir die Gruppenbeschreibung angeschaut und um Aufnahme gebeten, die mir auch gewährt wurde, was sicher kein Privileg ist. Niemand, der nicht gerade Hassbotschaften oder ähnliches in seiner Timeline hat oder solche offensichtlich unterstützt, dürfte wohl abgewiesen werden. Sinn und Zweck der Gruppe wird beim BR ganz gut beschrieben.

Ich hab auch schon früher immer mal wieder, in letzter Zeit weniger, auf üble Kommentare auf einschlägigen Seiten und Profilen reagiert, teilweise auch heftiger, zwar nicht beleidigend aber bisweilen vielleicht doch mit einem etwas aufgeregteren oder sogar aggressiven Unterton. Zweifel, dass solche Reaktionen angebracht oder nützlich sind, hatte ich immer mal. Oft waren die Sachen, auf die ich reagiert habe aber so schwer erträglich, dass ich einfach reagieren zu müssen meinte. Manche Leute waren sich auch sicher, dass man scharf reagieren müsse, wenn man überhaupt irgendwas bewirken will. Ich hatte da meine Zweifel, aber ich hatte auch meine Zweifel, dass man ausschließlich mit betont respektvollem Einsatz viel erreichen wird.

Dann kam ich eben zu #ichbinhier und habe gemerkt, dass ein geballter Einsatz von überlegten, einigermaßen unaufgeregten und von Sachlichkeit getragenen Kommentaren durch hetzerische, Unwahrheiten verbreitende, diskriminierende Kommentare aus den Fugen geratende Threads in eine andere Richtung biegen können. Und ich mache jetzt einfach mal im Rahmen meiner Möglichkeiten mit.

Ich muss sagen, es tut gut zu erfahren, dass viele Tropfen gelegentlich eben doch den Stein höhlen können, dass es so viele und täglich so viel mehr Menschen gibt, die sich gemeinsam um eine bessere Diskussionskultur im Medium Facebook bemühen, dass man auch ein Stück weit getragen wird von so einer Gemeinschaft. Und schließlich erfahre ich dort auch etwas über mich selbst und lerne immer mal wieder zurückzutreten und zu versuchen eben nicht dem ersten Impuls folgend loszuschreiben sondern mit Bedacht zu formulieren und auch so zu denken. Nicht immer und sofort gelingt das, aber man lernt auch am Beispiel anderer. Für mich ist das eine gute und wertvolle Erfahrung. Die Hardcore-Hetzer, die überzeugten Stammtischler oder gar neue Nazis wird man kaum damit zum Nach- oder gar Umdenken bewegen können. Aber Grundstimmungen in entgleisenden Diskussionen lassen sich drehen, und das ist wichtig. Der Vernunft eine Stimme geben. Ich kann das nur empfehlen, es ist eine gute Selbsterfahrung, auch dann, wenn man vielleicht (zunächst) noch zögert aktiv mit zu tun und sich einfach anschaut, was dort passiert.

Zum Ende vielleicht ein Beispiel von heute. Ein Bericht auf der Seite von N24, ein bisschen zu reißerisch aufgemacht, man will ja Klicks bekommen. Darunter massenhaft Kommentare mit dem Tenor, dass das ja wieder nur Migranten gewesen sein können, obwohl davon nichts erwähnt wurde und obwohl das eigentlich erstmal überhaupt nichts zu Sache tut, welcher Herkunft die Störer waren. Es sollte doch eigentlich in erster Linie um das betroffene Kind gehen. Viele, viele Menschen, sicher weit über hundert Kommentare, kommentierten ganz überwiegend sachlich gegen Spekulationen, Unterstellungen, Hass an, und die üblen Kommentatoren verloren allmählich die „Lufthoheit“.

Und dann kommt aus den Reihen von #ichbinhier am Ende noch so ein Kommentar, der nochmal alle Spekulanten, alle Hetzer, alle diejenigen, die meinen, es könnte ja keine Deutschen gewesen sein, weil Deutsche sowas ja nicht tun, Lügen straft. Da dachte ich bei mir, es ist gut, dass es diese Initiative und diese Gruppe gibt. Und es ist gut sich ein wenig im Rahmen der Möglichkeiten zu beteiligen.

Wer sich nicht mit Politik befasst…

15 Feb

Frisch rebloggt

Mystik aktuell

Wer sich nicht mit Politik befasst,
hat die politische Parteinahme,
die er sich sparen möchte,
bereits vollzogen:
Er dient der herrschenden Partei.

Max Frisch (1911 – 1991) in: Tagebuch 1946 – 1949, Frankfurt a. M., Suhrkamp 1972,  S. 329

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Darf man nicht?

14 Feb

Doch, darf man, muss man. Witze machen.

Fragt der Therapeut: „Haben Sie schon mal über Suizid nachgedacht?“
Sagt der Depressive: „Ja, aber ich kann mich grad nicht aufraffen“

Tobi Katze

Es ist stille geworden

10 Feb

auf diesem Blog.

Das liegt an verschiedenen Dingen, positiven wie negativen.

Einmal hatte ich, endlich, in den letzten paar Wochen wieder ein paar mehr Aufträge, nachdem es Ende Dezember und Anfang Januar traditionell ruhig war, was prinzipiell gut ist, aber nicht immer vollständig zu bewältigen war, obwohl ich das noch vor vielleicht 4 Jahren „mit links“ geschafft hätte. Dann war ich ehrenamtlich verstärkt für meinen Verband unterwegs, was auch in Zukunft so sein wird. Auch wenn das paradox scheinen mag, wo ich doch durch die Depression immer wieder sehr eingeschränkt in meiner Leistungsfähigkeit und -kraft bin, werde ich mein diesbezügliches Engagement verstärken, weil ich zum einen die Notwendigkeit sehe und zum anderen daraus auch erheblich Kraft und Sinn für mein übriges Leben ziehe. Ich werde mich für ein führendes Amt zur Wahl stellen und meine Aktivitäten gleichzeitig in einem bestimmten Bereich ausbauen aber auch auf diesen fokussieren.

Dann hatte ich vor zwei, drei Wochen wieder intensiveren Besuch der alten schwarzen Dame, was immer sehr lähmend wirkt. Obwohl es mir im Durchschnitt eher besser geht, kommen diese verstärkt depressiven Phasen immer wieder vor, die bei mir typischerweise eher kurz im Sinne von einer oder vielleicht zwei Wochen sind, in denen meine eingeschränkte Leistungsfähigkeit nochmal geringer wird und das Gefühl der weitgehenden Lähmung sehr stark wird.

Unter Moclobemid ist der Antrieb subjektiv insgesamt eher besser geworden, die Fähigkeit, die eigene Stimmung und die Gedankenkarussels bewusst zu machen auch. Die Fähigkeit diese positiv zu beeinflussen, hinkt noch, auch nach Abschluss des online-Depressionscoachings, das von meiner Krankenkasse angeboten wurde. Immerhin gelingt es mir immer mal wieder eines der dort kennen gelernten Werkzeuge, die bewusste Neu-/Mehrfachinterpretation von Gedanken und Situationen anzuwenden und im Kopf verschieden negative, neutrale und positive Varianten zu erzeugen und durchzuspielen. Keine dieser Varianten ist jeweils eine objektiv und allein wahre, doch bringt allein dieses Durchspielen manchmal den Absprung von dem Karussell, das die schwarze Dame im Kopf ans Rotieren gebracht hat. Noch gelingt das eher selten.

Ein ambulanter Therapieplatz hat sich noch nicht ergeben, wurde allerdings noch nicht allzu intensiv gesucht, ich hatte gehofft und hoffe immer noch in einer therapeutisch geführten Bewältigungsgruppe an der PIA unter zu kommen, wo mein Arzt tätig ist. Leider hab ich da noch keine Nachricht aber nochmal angefragt. Ich finde die Versorgungssituation für Betroffene, die nicht stationär behandelt werden müssen, können oder wollen, ziemlich katastrophal. Die Tatsache, dass ich in meiner näheren persönlichen Umgebung nicht der einzige Betroffene bin, macht es nicht einfacher.

Gleichzeitig wird mir aber unter Moclobemind, wie schon mal erwähnt, auch – endlich – bewusst, wieviel ich in den letzten Jahren an Kraft verloren habe. Das ist nützlich, z.B. um die eigenen Ressourcen einzuschätzen aber eben auch schmerzhaft und muss erstmal durchlebt werden. Bewusst wird mir auch, wie wenig resilient ich in bestimmten Bereichen geworden bin – ich war da schon immer gefühlt leichter zu beeinträchtigen als der Rest der Welt, aber es ist im Rückblick doch in den letzten zwei Jahren deutlich leichter geworden, mich aus dem Gleichgewicht zu bringen und schwieriger es wieder zu erlangen, soweit überhaupt möglich. Das möchte ich auf Dauer doch wieder ändern, und das ist für mich ein wesentliches Therapieziel. Ich werde wohl in dieser Hinsicht immer hinter der „Normalität“ zurück bleiben, aber ich möchte wenigstens ein Stück weit in diese Richtung kommen und mit dem Rest einigermaßen in Frieden leben.

Für mich interessant ist, wie selektiv sich die depressiven Phasen auswirken, etwas was mit erst in letzter Zeit richtig bewusst geworden ist und ggf. auch therapeutisch relevant ist. Bestimmte Bereiches meines Lebens sind kaum oder doch erheblich weniger als andere betroffen, das ist zum Beispiel mein Engagement in der Selbsthilfe, die mir allerdings auch überwiegend positive Verstärkung bringt. In anderen Bereichen, die teilweise existenzielle Bedeutung haben, bin ich durch depressive Phasen sehr stark beeinträchtigt und gegenüber auch kleineren Rückschlägen sehr empfindlich in dem Sinne, dass diese oft zu zeitweisen Lähmungen jeglicher problemlösenden Aktivität führen und Gedankenkarusselle auslösen, die diese Lähmungen wiederum verstärken. Die Medikation hat mir allerdings unter anderem die Erkenntnis vermittelt, dass es möglich ist von solchen Karussellen früher oder später abzuspringen, immerhin das. Ich würde aber gern noch schneller abspringen  und die schwarze Dame zum Abschluss des jeweiligen Besuches zur Tür hinaus komplimentieren können. Es ist für mich eine der Auswirkungen der Medikation, dass mir viele Dinge im Zusammenhang mit der Depression bewusster und rational zugänglicher geworden sind als vorher, da ich noch glaubte die Mechanismen doch bereits weitestgehend verstanden zu haben. Es ist aber noch ein ständiger Lernprozess mit der Hoffnung, dass besseres Verständnis auch die Bewältigung erleichtert.