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War das jetzt gut für mich mit dem Herrn Schmitz?

19 Okt

Ich bin ja außer hier auch in Facebook unterwegs. Das ist bzw. war für mich bisher überwiegend eher ein Platz zum Blödeln, Rumheulen ect., dies meist in einem kleineren Kreis. Ich nehme dort auch schon öfter mal zu aktuellen Dingen Stellung, geht halt fixer, ja und unverbindlicher als mit einem Blogbeitrag. So weit, so gut und schön. Eigentlich wollte ich dies und den Blog hier ja einigermaßen getrennt halten, zumindest was Verweise von hier auf Facebook angeht. Aber aus einigen aktuellen Anlässen, unter anderem auch wegen des Mordanschlags auf Henriette Reker, will ich da mal ein wenig von abgehen.

Bei der Erweiterung meiner Facebook-„Freundes“liste gehe ich eher sparsam vor, und so ist sie recht übersichtlich, vor allem eigentlich nicht mit „öffentlichen“ Personen gefüllt. Vor nicht allzu langer Zeit ist Heinrich Schmitz hinzu gekommen, eben jener aus diesem Beitrag. Das kam daher, dass ich nach der Geschichte mit der Petition und der hinterhältigen Aktion gegen ihn einige seiner meist öffentlich geposteten Facebook-Beiträge interessehalber gelesen und ihm daraufhin eine „Freundschaftsanfrage“ geschickt habe, die er freundlicherweise akzeptierte. Ich wollte mehr erfahren hauptsächlich über sein Engagement in Sachen Flüchtlingen. Nun stimme ich vielleicht nicht mit jedem Wort, das er so schreibt, bis auf den Buchstaben genau überein, aber die grobe Chemie stimmt einigermaßen.

Was das jetzt für diesen Blogbeitrag interessant macht, ist nicht so sehr, das, was er schreibt, sondern das, was ich durch ihn über die rechte, braune und fremdenfeindliche Szene erfahren habe. Nicht durch ihn selbst sondern dadurch, dass er regelmäßig auf Timelines und in Threads dieser – Widerlinge (mir fällt kein besseres Wort ein) – durch seine Kommentare dagegen hält, was neudeutsch wohl als Counterspeak bezeichnet wird.

Was ich da gesehen habe, übertrifft meine schlimmsten Befürchtungen und ist manchmal geeignet alle Hoffnung auf den Sieg der Vernunft gegen dumpfen Nationalismus und teilweise tiefbraunes Gedankengut und eben leider auch offenbar die Bereitschaft zu entsprechenden Taten fahren zu lassen. Mir wird manchmal im Wortsinne physisch übel, wenn ich da mitlese, und es wird mir wirklich sehr unbehaglich. Ich bekomme gelegentlich wirkliche Angst, was alles passieren könnte, wenn sich das weiter so ausbreitet und radikalisiert, wie es zur Zeit immer noch geschieht.

Immer öfter kann ich mich dann nicht mehr zurückhalten und mische mich ebenfalls ein. Intellektuell ist das das meist keine große Herausforderung, emotional schon. Ich bewundere die Menschen wie Schmitz, deren Nervenkostüm das scheinbar ohne größeren Schaden aushält, da täglich immer wieder gegenzuhalten und das nicht aus Selbstschutz zu ignorieren. Gelegentlich tue ich das, wenn es gar zu arg zu werden droht, weil mir manches von diesem hetzerischen Geschwätz doch ziemlich an die Nieren geht.

So komme ich zurück zur Titelfrage: War das jetzt gut, dass ich Heinrich Schmitz geadded habe und nun Dinge mitbekomme, die ich mir so schlimm nicht vorgestellt habe? Oder hätte ich das zur Schonung meines eher labilen Nervenkostüms besser sein gelassen?

Vermutlich war es letztendlich gut, und ich sollte mich wohl immer mal wieder ebenfalls einmischen, wenn ich es aushalte. Zumindest kann ich nicht mehr behaupten, von nichts gewusst zu haben.

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Sammeln

10 Apr

mich selbst, nachdem die letzten Wochen in vielerlei Hinsicht anstrengend, besonders psychisch waren.

Wir leben ja nun schon fast 20 Jahre immer mal mehr mal weniger nah am wirtschaftlichen Limit, aber nie weit weg davon. Große Sprünge waren nie machbar, Urlaub nur alle paar Jahre mal. Allerdings waren die letzten beiden Jahre ganz besonders bescheiden und die letzten Monate obendrein nochmal um einiges bescheidener. Nachdem ich im Zusammenhang damit heute einen unangenehmen Besucher erfolgreich hinter mich gebracht hab, ist ein wenig Durchatmen angesagt. Eine Lieferung im Gesamtwert von knapp 2000 EUR ist ebenfalls beim Kunden und nun muss man auf’s Geld warten. Aber immerhin ist der schwarze Peter in diesem Fall nicht mehr bei mir. Nach all der Zeit lasse ich mich speziell von wirtschaftlichen Problemen immer noch mächtg ausbremsen, obwohl gerade in solchen Situationen umsichtiges aber umfangreiches Handeln besonder angebracht wäre. Nun, es besteht leise Hoffnung auf Besserung.

Komischerweise hatte ich gestern in der Logopädie, zumindest auf meiner „guten Seite“ mit dem Kopf leicht nach links gedreht eine unheimlich stabile und belastbare Stimme wie schon lang nicht mehr. Ich konnte fast 45 Minuten mher oder weniger ununterbrochen reden, ohne dass die Stimme größere Aussetzer hatte. Danach zu Hause war sie dann allerdings schon ziemlich fertig, aber heute war sie wieder gut. Ob das mit der vollbrachten Auslieferung zu tun hatte, weiß ich nicht, jedenfalls war ich recht entspannt, was auch dem Logopäden auffiel.

Jetzt muss ich mich an ein paar liegengebliebene organisatorische Dinge begeben und unter anderem mich ein bisschen auf die von meiner Ärztin gewünschte vorgezogene Nachsorge nächste Woche vorbereiten. Insbesondere will ich mir für mich klarmachen, was ich in Falle welchen Ergebnisses bzgl. des unklaren Lymphknotens zu tun oder anzuregen gedenke. Natürlich werde ich die Vorschläge meiner Nachsorgeärztin hören, aber ich möchte mir vorher im Klaren sein, welche Optionen für mich infrage kommen, und darüber denke ich lieber vorher in Ruhe nach als erst beim Arztgespräch.

Ein paar neue Optionen geschäftlicher Art müssen auch bedacht werden. Es tun sich eventuell noch zwei oder drei Möglichkeiten zur Zusammenarbeit mit anderen auf. Da muss ich mir klar werden welches die Prioritäten sind. Langfristigkeit vs. schnelle Realisierbarkeit, Zusammenarbeit mit langjährigem Geschäftspartner vs. neuem Kontakt. ect.

Ein lieber Mensch, Naturwissenschaftler und Zen-Lehrer, in dessen Gruppe ich vor gut eineinhalb Jahren einige Male mit gesessen habe, schickte mir nun grad heute eine Mail mit einigen neuen Informationen unter anderem zu neuen Angeboten und zum ersten Mal auch einer Art Sesshin, wozu auch eine Einführungsveranstaltung gehören würde. Beides sehr verlockend und ich könnte mir eigentlich auch gut vorstellen jetzt wieder regelmäßig die Praxis aufzunehmen, was in einer festen Gruppe leichter fällt. Auf der anderen Seite kostet das alles Geld, keine Riesenbeträge aber eben Geld, was ich zur Zeit einfach nicht habe.

Für all das muss ich mich sortieren.

Neue Substitution, erste Bilanz

18 Mrz

Jetzt ist es schon gut 3 Monate her, dass ich die Substitution der Schilddrüsenhormone, die ich aufgrund der fehlenden Schilddrüse selbst nicht mehr bilden kann, von einer reinen Thyroxin- auf eine kombinierte Thyroxin- Trijodthyronin- (T4-/T3-) Substitution umgestellt habe. Nun liegen auch die ersten Blutwerte vor.
Die Umstellung sollte helfen das unnatürliche Verhältnis von freiem T4 zu T3 zu korrigieren und einen natürlicheren Tagesgang des T3 zu simulieren, der dann auch zu einem besseren Tagesrhythmus der Wachheit und Konzentrationsfähigkeit führen sollte.

Das subjektive Empfinden ist geteilt: Die Konzentrationsfähigkeit am frühen bis späten Nachmittag ist deutlich besser aber immer noch nicht vergleichbar den Verhältnissen vor der SD-Entfernung. Am Schlafrhythmus hat sich kaum etwas geändert, Schlafstörungen, die es durch die höhere T3-Level hätte geben können, sind weitgehend ausgeblieben. Ruhepuls und Blutdruck sind leicht gestiegen aber immer noch in einem verträglichen Rahmen. Gelegentlich fühle ich mich etwas aufgekratzter als sonst schon, ich werde wohl zumindest vorübergehend die Carnitin-Dosis von 1 auf 2g täglich steigern.

Die Blutwerte ergaben einen massiv supprimierten TSH-Wert von 0,01 , der so tief eigentlich nicht sein müsste und auch nicht sein sollte. Das T3 unterdrückt das TSH offenbar sehr stark, weshalb ich die morgendliche Dosis von 10µg auf 5µg reduzieren werde. Das fT4/fT3-Verhältnis ist „normaler“ geworden, T3 ist eher etwas zu hoch, was auch im sehr niedrigen TSH zum Ausdruck kommt. Physiologisch bin ich also noch etwas stärker in Richtung Überfunktion geraten, was so nicht unbedingt geplant war und vielleicht durch die Reduktion des T3 (Thybon) wieder zurückgenommen werden kann. Ein weiterer positiver Effekt ist, dass ich, obwohl das T3 Level angehoben wurde, weniger Hunger als vorher habe und langsam aber stetig abnehme. Auch die restlichen Blutwerte des großen Blutbildes sind alle ok, bis auf eine leichte Erhöhung der Triglyceride, die aber auch weniger ausgeprägt ist als vor der Umstellung. Zum ersten Mal seit Jahren war die sonst immer grenzwertig erhöhte Leukozytenzahl wieder normal, was nichts mit der Umstellung zu tun haben muss, aber doch positiv anzumerken ist. Eine solche Erhöhung wird gelegentlich mit einer Überfunktion der Schilddrüse in Verbindung gebracht. Wenn die Normalisierung tatsächlich auf die Umstellung zurückzuführen ist, dann muss die Erhöhung bei Überfunktion mit einem zu hohen T4 oder zu hohen T4/T3  verbunden sein und nicht, wie meist als Merkmal einer Überfunktion angenommen wird, mit einem zu niedrigen TSH, denn meiner ist mit der Umstellung gesunken und nicht gestiegen.

Insgesamt lässt sich das Experiment eher positiv als negativ an. Mit der neuen Dosierung werde ich fortfahren bis zur nächsten regulären Nachsorge im Juni. Wenn sich bis dahin die Werte verbessert haben, werde ich die Kombinationssubstitution wohl beibehalten, ggf. könnte auch noch am T4 (Thyroxin) leicht korrigiert werden. Insgeheim hatte ich mir etwas mehr erhofft, aber die Einstellung ist ja auch noch nicht optimal.

Geschützt: Viel um die Ohren

3 Mrz

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Ein Versuch

20 Jan

Nach einer im letzten Spätherbst gestellten Anfrage hab ich vor einer guten Woche nun das go von meiner Nachsorgeärztin bekommen und kann einen Versuch mit einer anderen Schilddrüsenhormonsubstitution starten. Das Folgende ist ein bisschen insidermäßig, aber ich will den Versuch irgendwie verständlich machen.

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Heute um 9 Uhr

3 Sep

dann also, Nachsorgetermin. Eigentlich bin ich diesmal nicht mehr nervös, obwohl es die ein oder andere Unklarheit gibt. Ich stehe so ein wenig neben mir und beobachte interessiert, wie ich den Termin ganz sachlich vorbereite:

Zettel schreiben mit der aktuellen Medikation, Änderungen festhalten, Befinden definieren inklusive Änderungen, Auffälligkeiten festhalten, offene Fragen notieren. Überweisung und Unterlagen einpacken.

Das Allgemeinbefinden hat sich kaum geändert, bis auf die Tatsache, dass der Blutdruck gesunken ist, was mich zur Reduzierung des Betablockers veranlasst hat. Die Erscheinungen der Polyneuropathie sind gleich geblieben, was die nur gelegentlich unangenehmen, sonst aber erträglichen Schmerzen betrifft, die Muskelzuckungen steigen langsam von den Beinen zum Rumpf un gelegentlich auch zu den Armen auf, muss vermutlich nochmal neurologisch geklärt werden. In Richtung Diabetes sollte wohl auch nochmal kritisch geschaut werden, bisher ließ sich das weder eindeutig festmachen noch gänzlich ausschließen. Wenn das als Ursache auszuschließen ist, bleibt nur die TSH-Unterdrückung als Ursache übrig. Dann muss überlegt werden, wie groß das Risiko wäre, diese weiter zu lockern.

Dagegen sprächen die (in meinen Augen) immer noch nicht befriedigend geklärten Antikörper gegen den Tumormarker Tg. Diese können zum einen die Messung unbrauchbar machen, indem falsch negative Werte gemessen werden, zum anderen kann aber muss  nicht ein Anstieg ein Hinweis auf ein Rezidiv sein. Bei der letzten Nachsorge waren die Antikörper gut messbar, was an sich nicht unbedingt schlimm sein muss, da diese bei vielen Patienten erst nach längerer Zeit, bei manchen gar nicht verschwinden. Der springende Punkt ist: Bei mir waren sie bereits Ende 2009 und Anfang 2010 schon zweimal nicht nachweisbar gewesen, wie ich jetzt nochmal nachgeschaut habe. Ein erneuter Anstieg danach ist nun nicht so erfreulich. Ich brauch da einfach mehr Klarheit, auch über die verwendeten Assays.

Seit ca. 4 Wochen habe ich einen leicht druckschmerzhaften „Knubbel“ am Unterarm, der mit etwas suspekt ist. Passt nicht in das Bild der bei mir auch vorkommenden Adenome, muss ich auch mal ansprechen.

Aber irgendwie lassen mich solche Überlegungen diesmal relativ kühl, offenbar will ich mir den Kopf darüber erst machen, wenn man was unternehmen muss, was ja auch nicht schlecht ist 😉

Männer, fasst Euch an die Brust

18 Apr

Ja, das Abtasten der Brust ist auch bei Männern, besonders im fortgeschrittenen Alter, sinnvoll. Brustkrebs gibt es nämlich auch bei denen, zwar sehr selten, er wird aber leider eben auch meist sehr (zu) spät entdeckt, so auch bei einem Mitglied meiner Familie.

Deshalb freut mich die Initiative, ein Netzwerk für männliche Brustkrebsbetroffene zu schaffen, denn die betroffenen Männer hatten bisher kaum kompetente Ansprechpartner. Es ist zwar vieles ähnlich wie bei Frauen, manches aber eben doch auch unterschiedlich, und es existieren noch kaum männerspezifische Behandlungskonzepte.

Aufgefallen ist das mir bei Sunny, vielen Dank für die Recherche.

Die Warterei

24 Mrz

hat ein Ende, fast. Befund ist da.

Die Blutwerte sind (fast) ok, Tumormaker TG unter Suppression nicht nachweisbar bei zwar ungestörter Wiederfindung aber leider nachweisbaren TG-Antikörpern, was die Brauchbarkeit des Tumormarkers einschränken könnte. Ich hab nochmal um eine Einschätzung bzgl. der Verlässlichkeit des Tumormakrers gebeten. Ich würde gern weitere Radioioddiagnostiken vermeiden, die im Falle unbrauchbarer Messungen des TG angezeigt wären.

Die Schilddrüsenloge ist nach wie vor unauffällig, einige entlang der Gefäßmuskelscheide nachweisbare Raumforderungen sind vermutlich reaktiv veränderte Lymphknoten und werden als unverdächtig eingestuft.

Die harte TSH-Supression bei einem TSH von 0,06 wird ein wenig gelockert, ich werde statt 175µg / Tag jetzt 175 und 150 im Wechsel nehmen, mit der Option ggf. irgendwann weiter auf 150µg / Tag zu senken. Damit werden hoffentlich auch die immer noch bestehenden Überfunktionssymptome geringer, was meiner Gelassenheit sicher dienlich sein wird. Außerdem vermindert jede Lockerung das erhöhte Herz-Kreislauf- und Osteoporoserisiko und wirkt sich vielleicht auch günstig auf den Verlauf der Neuropathie aus. Mal sehen, wie sich daraufhin der Blutdruck macht, vielleicht kann ich den Betablocker in einigen Wochen auch noch etwas runterdosieren.

Vitamin D und Parathormon sind auch wieder normal, wird aber trotzdem weiter etwas  substituiert.

Insgesamt noch nicht völlig befriedigend, aber ich bleibe einfach mal optimistisch, 100%ige Sicherheit kriegt man ja sowieso nie.

Heute ist Mittwoch

15 Feb

und eine gute Gelegenheit für eine kleine Zen-Weisheit

Am Rand des Abgrunds hängend, lass los und
stirb ganz und gar, dann kehre zurück ins Leben
danach kann nichts mehr dich täuschen.

Po-chan

Eben, ganz oder gar nicht

Wenn es nur nicht so schwer wäre, nicht zögerlich zu sein.

Angst vor dem Tod?

23 Dez

Ein Kommentar zu meinem letzten Post hat mich in einer Antwort darauf angeregt über mein Verhältnis zum eigenen Tod und dem Sterben nachzudenken. Das Ergebnis, das dort in meine Antwort eingeflossen ist, hat mich selbst etwas überrascht, es ist aber tatsächlich so, wie ich dort schrieb: Ich habe vor meinem eigenen Tod als solchen keine Angst mehr. Und auch das Sterben als Vorgang macht mir keine Angst im eigentlichen Sinne, eher ist ein gewisser Respekt geblieben und etwas Unsicherheit, denn wie es sein wird, kann ja niemand voraussagen. Diese überraschende Erkenntnis, die mir so noch nicht bewusst war, hat mich angeregt, das Ganze noch  etwas zu vertiefen und einen Post raus zu machen.

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