Archiv | Februar, 2019

Gott ist namenlos

26 Feb

Als ich die ersten Worte las, wusste ich, dass das von Meister Eckhart sein muss, obwohl ich genau diesen Text noch nie gelesen hatte.

Eckhart überrascht immer wieder und ist doch so klar erkennbar.

https://wp.me/p14kOY-2wn

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Die Wüste

23 Feb

in meinem Fall den Sinai habe ich als klar erlebt. Ohne Schnörkel, bestimmt in den Forderungen, die sie an ihre Besucher stellt.
Faran macht Wüstenmusik oder Musik, wie die Wüste, die Negev, wo die Musiker leben. Genauso klar und schön.
https://youtu.be/WkQdCmcwcoU

Über den Tod sprechen

10 Feb

kann und sollte man gelegentlich. Relativ häufig geschieht dies auf den Blog Sterben Üben. Dort gibt es auch eine Fragensammlung, die ich ganz interessant finde, und die anregt sich den ein oder anderen Gedanken zum Thema Tod und Sterben zu machen. Manche Fragen hab ich mir längst schon selbst gestellt einige regen mich an neu nachzudenken. Ich will sie hier für mich selbst beantworten.

  1. Hast du Angst vorm Tod?
    Jein. Vor dem Tod eigentlich weniger, obwohl ich gern noch einige Zeit hier hätte.
    Ich hatte vor einiger Zeit einen Traum, in dem ich mir sehr klar darüber war, dass ich am Lebensende angekommen war und sterben müsste, krankheitsbedingt. Ich verabschiedete mich von den Menschen, die mir zu diesem Zeitpunkt viel bedeuteten und war bereit zu gehen. Alles war friedlich und eher heiter.
    Insofern also eher doch keine Angst.
  2. Hattest du Todesfälle in deinem Umfeld und wenn ja, welche haben dich besonders betroffen?
    Reichlich, und fast alle haben mich auf ihre Weise besonders betroffen. Ich mag a kein Ranking aufstellen.
  3. Haben deine Eltern mit dir als Kind über den Tod gesprochen?
    Ja, ein wenig. Aber wie alle Eltern – auch ich – wohl nicht ausreichend.
  4. Hattest du als Kind Haustiere, die du beerdigt hast? Wenn ja, wie?
    Ja, meinen Wellensittich, den ich tragischerweise unbeabsichtigt selbst umgebracht hatte. Er wurde in eine Serviette gewickelt im Garten begraben. Ein kleines Kreuz bekam er auch.
  5. Haben deine Eltern Angst vorm Tod?
    Das weiß ich nicht, sie sind beide schon tot. Ich nehme an, sie hatten keine.
  6. Was macht die Antwort aus Frage 5 mit dir? Ehrlich gesagt nicht viel. Sie ist eigentlich nicht relevant für mich.
  7. Hast du Kinder? Wenn ja, hast du mit ihnen über den Tod gesprochen?
    Ja und ja. Und wie oben erwähnt, vermutlich nicht ausreichend. Jetzt da erwachsen ist es gelegentlich ein Thema, aber eher zufällig.
  8. Wenn du mit deinen Kindern noch nicht über den Tod gesprochen hast: Was hält dich davon ab? Mich nichts.
  9. Wovor fürchtest du dich mehr: Dem Sterben oder dem Tod selbst?
    Vor dem Sterben, falls es gewaltsam, angstvoll oder schmerzhaft geschehen sollte.
  10. Was gehört für dich zu einem guten Leben?
    Gleichzeitig so vieles und auch so wenig. Und was ist ein gutes Leben?
    Sinn hab ich inzwischen den einen oder anderen gefunden, vermutlich reicht das bereits.
  11. Welche drei Dinge möchtest du erreicht oder erlebt haben, bevor du stirbst?
    Da ich mir den Zeitpunkt nicht aussuchen kann, mache ich diesbezüglich keine Pläne. Ich habe immer mal wieder mit dem Gedanken gespielt eine „bucket list“ aufzustellen und wieder Abstand davon genommen. Sollte ich unheilbar krank werden, könnte es wieder dazu kommen. Was dann allerdings da drauf käme, hinge davon ab, was einigermaßen realistisch machbar wäre. Das dürfte aus rein wirtschaftlichen Gründen einige Einschränkungen haben.
  12. Wen wünschst du dir in den letzten Minuten deines Lebens bei dir?
    Mein nahen Angehörigen.
  13. Stellst du dir den Tod eher männlich oder eher weiblich vor?
    Geschlechts- und genderlos.
  14. Glaubst du an eine Art Leben nach dem Sterben?
    Jein. Nicht im naiv christlichen oder naiv östlichen Sinne.
  15. Findest du Friedhöfe gruselig?
    Nein.
  16. Wie möchtest du mal bestattet werden?
    Das überlasse ich anderen. Im eigenen Garten verstreut werden, wäre eine angenehme Vorstellung. Das könnte irgenwann möglich sein, wenn mir noch einige Zeit bleibt. Die Art der Bestattung ist vermutlich wichtiger für für die, denen ich etwas bedeute als sie es für mich selbst sein kann. Ich gehe davon aus, dass ich es nicht bewusst miterleben werde.
  17. Welche Musik möchtest du auf deiner Beerdigung gespielt haben? Auch das ist mir im Grunde gleich gültig (im Eckhartschen Sinne). Was Rockiges wäre eine nette Vorstellung, Jazz ebenfalls.
  18. Auf wie vielen Beerdigungen warst du schon? Ich habe sie nicht gezählt, aber eine Hand dürfte nicht ausreichen.
  19. Machen dir Beerdigungen Angst oder ein seltsames Gefühl, und wenn ja, wieso? Nein. Trauer ist nicht seltsam.
  20. Hast du schon Vorkehrungen getroffen für den “Fall der Fälle”? Also eine Vorsorgevollmacht abgeschlossen, eine Patientenverfügung vorbereitet, Bestattungsanweisungen festgehalten? Ja, Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung. Bestattungsanweisungen finde ich aus den oben genannten Gründen überflüssig.
  21. Wie fühlst du dich, wenn in Büchern oder Filmen jemand stirbt? Bisweilen traurig, eigentlich meistens.
  22. Hast du das Gefühl, noch viel Zeit vor dir zu haben, um dein Leben zu gestalten? Was ist „viel“? Es ist gleichzeitig nie genug und überreichlich.
  23. Gibt es Dinge, die du rückblickend in deinem Leben anders machen würdest?
    Ich habe aufgehört, darüber nachzudenken, da ich es nicht kann. Das ist im übrigen sehr empfehlenswert.
    Nachzudenken, wie und warum bestimmte Dinge so gekommen sind, wie sie es sind, kann hingegen sinnvoll sein.
  24. Wie oft sagst du den wichtigen Menschen in deinem Leben (Partnerschaft, Familie, Freunde) anlasslos, was sie dir bedeuten?
    Zu wenig. Vielleicht zeige ich es mehr als es zu sagen, aber auch das wohl zu selten.
  25. Findest du, du könntest das öfter machen? Wenn ja, was hat dich bisher davon abgehalten?
    Ja, könnte ich. Wohl eine gewisse Introvertiertheit.
  26. Was denkst du über Sterbehilfe?
    Passiv auf jeden Fall, dafür sorgt eine vernünftig abgefasste Patientenverfügung. Aktiv prinzipiell auch, aber ausgesprochen beschränkt und nicht nach einem belgischen oder niederländischen Modell.
  27. Gäbe es Szenarien, bei denen du dir so etwas für dich vorstellen könntest?
    Ja, aber sehr unwahrscheinlich.
  28. Wenn sich ein dir nahestehender Mensch für Sterbehilfe entscheiden würde, könntest du das verstehen? Und verzeihen?
    Ja.
  29. Gab es schon einmal eine Situation in deinem Leben, in der du dachtest “jetzt sterbe ich”? Hat dich das verändert?
    Ja und ja.
  30. Was für eine Art Sterben wünschst du dir?
    Gewaltfrei, ohne Atemnot, die ich aus eigener Erfahrung für schlimmer zu ertragen finde als Schmerzen, möglichst schmerzfrei, angstfrei.
  31. Was denkst du über Hospize?
    Sehr sinnvolle Einrichtungen. Falls ich absehbar nicht mehr lange zu leben habe, würde ich für die letzte Zeit ein Hospiz für mich als bevorzugte Option sehen.
  32. Könntest du dir vorstellen, Menschen in einem Hospiz ehrenamtlich zu begleiten? Wenn ja: Was interessiert dich hier besonders? Wenn nein: Was schreckt dich ab?
    Vorstellen könnte ich es mir und würde es gerne tun. Ein anderes Ehrenamt, das damit entfernt verwandt ist, übe ich ja aus.
  33. Welcher Promi-Todesfall hat dich besonders betroffen?
    Auch da möchte ich kein Ranking aufstellen. Da ich selbst die 60 überschritten habe, kommen „die Einschläge immer näher“, und es sterben logischerweise immer mehr mehr oder weniger prominente Personen, die mich in meiner Jugend und frühen Erwachsenenzeit begleitet haben und mir etwas bedeuten oder bedeutet haben. Von denen macht mich jeder einzelne betroffen.
  34. Gab es in Filmen mal Szenen, wo du dachtest: Das ist ein schöner Tod?
    Kann sein, im Moment ist mir keine direkt erinnerlich.
  35. Wenn du nach dem Tod ein Geist wärst: Wen würdest du heimsuchen? Jemanden den du magst, um ihm noch einmal nahe zu sein oder eher jemandem, an dem du dich rächen möchtest?
    Eher als eine Art Engel, Schutzengel.
  36. Was soll auf deinem Grabstein stehen?
    Das ist mir genauso wie die Art und Weise meines Begräbnisses ziemlich egal.
  37. Wärst du gerne unsterblich?
    Die Vorstellung hat einen Reiz. Es wäre aber vermutlich schon bald eine ziemliche Last.
  38. Welche drei Gegenstände würdest du gerne mit ins Grab nehmen wollen?
    Ich möchte nichts mit ins Grab nehmen.
  39. Wobei fühlst du dich besonders lebendig?
    Wenn ich merke, dass das was ich an anderen und für andere tue und sage, wirksam und hilfreich ist.
  40. Und was macht dich glücklich?
    Das wechselt. Aus jeden Fall das, was als Antwort auf die vorhergehende Frage steht.
    Manchmal auch durchaus Materielles, zum Beispiel, wenn ich mir für eine Weile keine existenziellen Sorgen machen muss, was nicht oft vorkommt. Ob ich mit sehr viel Geld glücklicher wäre, weiß ich nicht. Könnte auch sein, dass nicht.
    Katzen machen mich auch glücklich, zum Beispiel der Kater, der gerade auf meinem Schoß Platz genommen hat.