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#ichbinhier

1 Mrz

Ich auch, und ich finde es gut, dass so viele auch hier sind. Bei der Facebookgruppe #ichbinhier bin ich mehr oder weniger durch Zufall gelandet, nachdem ich ebenfalls auf Facebook über die Veröffentlichung einer Hassbotschaft gestolpert bin (es wurde auch in den Medien darüber berichtet). Die Leute vom Miniaturwunderland regten dann dazu an, sich gegen Hasskommentare, rassistische Äußerungen, Diskriminierungen, Verbreitung von Unwahrheiten ect. zu engagieren, zum Beispiel in der geschlossenen Facebookgruppe #ichbinhier. Ich hab mir die Gruppenbeschreibung angeschaut und um Aufnahme gebeten, die mir auch gewährt wurde, was sicher kein Privileg ist. Niemand, der nicht gerade Hassbotschaften oder ähnliches in seiner Timeline hat oder solche offensichtlich unterstützt, dürfte wohl abgewiesen werden. Sinn und Zweck der Gruppe wird beim BR ganz gut beschrieben.

Ich hab auch schon früher immer mal wieder, in letzter Zeit weniger, auf üble Kommentare auf einschlägigen Seiten und Profilen reagiert, teilweise auch heftiger, zwar nicht beleidigend aber bisweilen vielleicht doch mit einem etwas aufgeregteren oder sogar aggressiven Unterton. Zweifel, dass solche Reaktionen angebracht oder nützlich sind, hatte ich immer mal. Oft waren die Sachen, auf die ich reagiert habe aber so schwer erträglich, dass ich einfach reagieren zu müssen meinte. Manche Leute waren sich auch sicher, dass man scharf reagieren müsse, wenn man überhaupt irgendwas bewirken will. Ich hatte da meine Zweifel, aber ich hatte auch meine Zweifel, dass man ausschließlich mit betont respektvollem Einsatz viel erreichen wird.

Dann kam ich eben zu #ichbinhier und habe gemerkt, dass ein geballter Einsatz von überlegten, einigermaßen unaufgeregten und von Sachlichkeit getragenen Kommentaren durch hetzerische, Unwahrheiten verbreitende, diskriminierende Kommentare aus den Fugen geratende Threads in eine andere Richtung biegen können. Und ich mache jetzt einfach mal im Rahmen meiner Möglichkeiten mit.

Ich muss sagen, es tut gut zu erfahren, dass viele Tropfen gelegentlich eben doch den Stein höhlen können, dass es so viele und täglich so viel mehr Menschen gibt, die sich gemeinsam um eine bessere Diskussionskultur im Medium Facebook bemühen, dass man auch ein Stück weit getragen wird von so einer Gemeinschaft. Und schließlich erfahre ich dort auch etwas über mich selbst und lerne immer mal wieder zurückzutreten und zu versuchen eben nicht dem ersten Impuls folgend loszuschreiben sondern mit Bedacht zu formulieren und auch so zu denken. Nicht immer und sofort gelingt das, aber man lernt auch am Beispiel anderer. Für mich ist das eine gute und wertvolle Erfahrung. Die Hardcore-Hetzer, die überzeugten Stammtischler oder gar neue Nazis wird man kaum damit zum Nach- oder gar Umdenken bewegen können. Aber Grundstimmungen in entgleisenden Diskussionen lassen sich drehen, und das ist wichtig. Der Vernunft eine Stimme geben. Ich kann das nur empfehlen, es ist eine gute Selbsterfahrung, auch dann, wenn man vielleicht (zunächst) noch zögert aktiv mit zu tun und sich einfach anschaut, was dort passiert.

Zum Ende vielleicht ein Beispiel von heute. Ein Bericht auf der Seite von N24, ein bisschen zu reißerisch aufgemacht, man will ja Klicks bekommen. Darunter massenhaft Kommentare mit dem Tenor, dass das ja wieder nur Migranten gewesen sein können, obwohl davon nichts erwähnt wurde und obwohl das eigentlich erstmal überhaupt nichts zu Sache tut, welcher Herkunft die Störer waren. Es sollte doch eigentlich in erster Linie um das betroffene Kind gehen. Viele, viele Menschen, sicher weit über hundert Kommentare, kommentierten ganz überwiegend sachlich gegen Spekulationen, Unterstellungen, Hass an, und die üblen Kommentatoren verloren allmählich die „Lufthoheit“.

Und dann kommt aus den Reihen von #ichbinhier am Ende noch so ein Kommentar, der nochmal alle Spekulanten, alle Hetzer, alle diejenigen, die meinen, es könnte ja keine Deutschen gewesen sein, weil Deutsche sowas ja nicht tun, Lügen straft. Da dachte ich bei mir, es ist gut, dass es diese Initiative und diese Gruppe gibt. Und es ist gut sich ein wenig im Rahmen der Möglichkeiten zu beteiligen.

Abgebrannt

26 Okt

ist 2014 ein Teil eines Tierheims, das mir am Herzen liegt. Der Wiederaufbau und die Neueinrichtung unter anderem des Katzenhauses zieht sich schon lange hin, weil es zwar viele helfende Hände aber nicht immer genug Geld gibt, mit dem ja nebenbei auch eine Menge Tiere versorgt werden müssen, die in manchmal erbärmlichen Zuständen dort abgegeben werden, aufgepäppelt und medizinisch versorgt werden müssen um dann auf die Vermittlung in ein liebens- und lebenswertes neues Zuhause zu warten, wobei die Vermittlungsaktivitäten dieses Vereins recht erfolgreich sind, da man sich auch erziehungsmäßig z.B. um Problemtiere kümmert.

All das findet seit 25 jahren auf eine ausgesprochen pragmatische und in erster Linie am Tierwohl orientierten Weise statt, ohne irgendwelche ideologischen Hintergründe. Die Vermittlungsgebühren werden absichtlich niedrig gehalten, in der Größenordnung der Selbstkosten für die medizinisch notwendigen Maßnahmen und Kastration etc.

Der Verein nimmt regelmäßig an Förderaktionen regionaler Sponsoren teil, bei denen nach Abstimmung der Unterstützer Gelder an Vereine mit besonders vielen Unterstützern verteilt werden. Im Moment gibt es die Möglichkeit bei der Sparda Hessen 2000,- EUR zu erhalten, allerdings nur für die ersten 30 Vereine mit den meisten Unterstützern. Es kann täglich mit mehreren E-Mailadressen abgestimmt werden. Leider bewegen wir uns im Moment eher am unteren Ende der ersten 30 Plätze, und es wär schön, wenn man den Platz unter den ersten 30 eine bisschen sicherer machen könnte. Also bitte ich darum, den Verein mit Votings zu unterstützen, am besten täglich bis zum 9.11., solange läuft die Abstimmungsphase. Die Mail-Adressen werden ausschließlich für diese Aktion verwendet, am Ende der Aktion gelöscht, und es kommt keine Werbung der Sponsorbank.

Informationen und die Möglichkeit zur Unterstützung gibt’s hier:
https://www.sparda-vereint.de/voting/spardaherbstaktion-2016/innenausbau-des-wiederaufgebauten-tierheimteils/

Petition zur Beförderungspflicht von Hilfsmitteln behinderter Personen (E-Mobile)

6 Sep

Mich erreichen immer mal wieder Nachrichten und Aktionen anderer Selbsthilfeverbände mit der Bitte um Weiterveröffentlichung so auch diese Petition vom Bundesverband Selbsthilfe Körperbehinderter e.V., was ich gerne tue.

Es geht darum, dass es noch keine rechtssichere bundeseinheitliche Regelung über die Beförderungspflicht von Hilfsmitteln behinderter Personen – hier E-Scooter, E-Rollis – gibt. Eine solche Regelung wird in der betreffenden Petition gefordert.

Sie kann hier mitgezeichnet werden

„Tag der Organspende“

31 Mai

Bitte entscheidet Euch. Dafür oder dagegen. Beides ist in Ordnung, aber entscheidet Euch und schafft Euch einen Organspendeausweis an, in dem eben diese Entscheidung eingetragen ist. Bürdet diese Entscheidung nicht denen auf, die im Falle Eures Ablebens sowieso schon so sehr belastet sind.
Es ist ein verbreiteter Irrtum, dass ein Organspendeausweis mit dem Einverständnis zur Spende gleichzusetzen ist. Mit ihm kann und sollte man auch seine Entscheidung dagegen dokumentieren.

Und wenn Ihr Euch entschieden habt, teilt die Entscheidung Euren Angehörigen mit.

Ach ja, ich bin Organspender, immer noch, trotz mancherlei Bedenken, was die Vergabepraxis angeht, weil sie in mancher Beziehung schon zu utilitaristisch ist. Eine Spende sollte ohne Vorbedingungen an den gegeben werden können, der sie benötigt.

Blog über medizinische Themen im Allgemeinen und Organspende und Transplantation im Besonderen.

Die zentrale Veranstaltung findet in diesem Jahr am Samstag den 04.06.2016 auf dem Marienplatz in München statt. Weiterführende Informationen http://organspendetag.de/

Die Zahl der Organspenden in Deutschland ist deutlich gesunken. Foto: dpa-tmn

In vielen weiteren Städten gibt es an diesem Tag Informationsstände, so auch in Esslingen. Die Regionalgruppe Niere e.V. Esslingen ist ab 10 Uhr in der Berliner Straße 2 vertreten und verteilt Organspendeausweise. Zum Info-PDF: Tag der Organspende 2016-1

Über den „Tag der Organspende“ gibt es einen Wikipedia-Eintrag. Weitere Beiträge zu diesem Thema in diesem Blog sind hier zu finden.

Ursprünglichen Post anzeigen

Teach your Children

12 Mai

Von Playing for Change kommt immer mal wieder Neues. Diesen Song mag ich sowieso inhaltlich und musikalisch und von der PFC-Band besonders. und das Projekt finde ich nach wie vor faszinierend.

Jenseits allen Aktionismus

18 Apr

wie insbesondere der unsäglichen Forderung nach Aufweichung der Schweigepflicht. Mal jemand mit viel Mut, die die andere Seite beleuchtet, bei Monsterdoc. Vielen Dank dafür.

Und ich sage das selten, aber hier auf jeden Fall: Lesebefehl.

http://www.monsterdoc.de/2015/suizidalitaet-bei-piloten-aus-oder-chance/

Es ist mal wieder an der Zeit

11 Jan

auf das Projekt meines Bekannten Ulf hinzuweisen, wie schon mehrfach hier im Blog geschehen (zuletzt hier).

Es handelt sich immer noch um die (inzwischen nicht mehr ganz so) kleine Aurela im Kosovo, die an akuter myelotischer Leukämie erkrankt ist. Das Mädchen ist die Verwandte einer Freundin von Ulfs Familie, und so kam die Aktion zustande. Ulf fühlte sich aufgerufen zu helfen und hat vor längerem dazu eine Spendenaktion ins Leben gerufen, was in diesem Fall, ein Einzelschicksal in einem fremden Land, gar nicht so einfach war.

Die Krankheit ist letztlich nur durch eine Stammzelltransplantation endgültig heilbar. Bei uns wäre das, sofern sich ein geeigneter Spender findet, kein Problem, die Krankenkassen zahlen das, wie auch jede andere erforderliche Behandlung. Im Kosovo mit einem praktisch nicht vorhandenen öffentlichen Gesundheitssystem hingegen IST das ein Problem, und zwar ein für die Familie unlösbares. Die hat bereits, alles, was sich irgendwie flüssig machen lies, in die Behandlung investiert und sich obendrein hoch verschuldet, und das nur für eine mehr schlechte als rechte Erhaltungstherapie und die regelmäßig notwendigen Untersuchungen. An eine Stammzelltransplantation, die bei uns ca. 250.000 EUR und alternativ in Russland oder Jordanien immerhin noch 80.000 EUR kosten würde, ist da definitv nicht zu denken. Inzwischen sind gut über 21.000 EUR zusammen, viel zu wenig um eine Transplantation zu bezahlen, auch wenn ein Spender gefunden werden sollte, nach dem über die DKMS bereits gesucht wird.

Nachdem sich der Zustand des Mädchens zwischenzeitig stabilisert hatte, geht es ihr mittlerweile wieder schlechter und die Uhr tickt lauter für sie. Zusätzlich werden die laufenden Behandlungskosten für die Familie immer mehr zum Problem, weil sie kaum mehr bezahlbar sind.

Meine Mittel sind auf absehbare Zeit ziemlich beschränkt, sodass ich nicht viel mehr tun kann als immer mal wieder auf das Schicksal und die Aktion von Ulf aufmerksam zu machen, was ich hiermit gern wieder einmal tun möchte. Mir ist bewusst, dass dies ein Einzelschicksal ist, und dass es sicher noch viele gleichartige oder ähnliche Schicksale von Kindern im Kosovo und anderswo gibt, für die es keine solche Aktion gibt. Nur irgendwo muss man ja anfangen, und hier gibt es eben einen persönlichen Bezug.

Der aktuelle Stand der Dinge findet sich hier im Projektblog.

Allgemeine Infos zum Projekt und dem Spendenstand, sowie Spendenkonto ect. findet sich hier auf der Projektseite.

Esther Bejarano

16 Dez

Durch einen Facebookfreund wurde ich auf eine faszinierende Frau und ihre und ihrer Kinder Musik aufmerksam gemacht. Es lohnt sich wirklich bei Youtube nach ihr zu suchen.
Sie ist eine Überlebende des Mädchenorchesters von Auschwitz, wo ihre Eltern ermordet wurden. Sie überlebte Neuendorf, Auschwitz, Ravensbrück und die Todesmärsche. Nach einer Zeit Zeit in Israel kehrte sie unter anderen wegen der Unterdrückung der Palästinenser nach Deutschland zurück und macht seit Anfang der 80er Jahre mit ihrer Tochter und ihrem Sohn Musik. Sie engagiert sich für Flüchtlinge und gegen die europäische Asylpolitik. Mehr über sie weiß Wikipedia

Stellvertretend für viele ihrer Lieder eines auf Jiddisch und zwei mit der Microphone Mafia mit besonderer Aktualität zu Zeiten von PEGIDA. Ihre Lieder haben mich sehr berührt, und deshalb gibt es diesen Post zwischendurch.

Playing for Change

22 Jul

schon vor längerem bin ich auf ein bemerkenswertes Projekt gestoßen und zwar dieses hier Playing for Change , was man als Spielen für Kleingeld aber auch als Spielen für Veränderung lesen kann. Letzteres ist wohl die vornehmliche Lesart, entstanden ist es aber aus Straßenmusik und somit aus der ersten Lesart.

Wunderbare Musiker aus allen Teilen der Welt spielen jeweils vor Ort zusammen bekannte und weniger bekannte Stücke ein, und das ergibt eine wunderbare Musik, die als schönes Symbol für diese eine Welt steht, die wir nur haben, mit der wir im Einklang und in der wir zusammen in Frieden leben sollten.

Ein paar dieser Stücke, die mich besonders berührt haben, verlinke ich hier mal, auf Youtube finden sich viele weitere, und es tut dem Projekt sicher gut, wenn auch der ein oder andere Tonträger oder Download real gekauft würde.

Das erste Stück, das ich von diesem Projekt gehört habe, war dieses hier:

Ein Stück, was mir im Original sehr wichtig ist und mich in dieser Form sehr berührt hat, ist der Redemption Song:

Ein Stück, das den „Eine Welt Charakter“ des Projekts m.E. sehr schön zum Ausdruck bringt, ist dieses hier:

Es gibt wie gesagt noch viele, viele andere zu entdecken …

Nachtrag: Einen Song muss ich unbedingt noch nachtragen. Hope some day …

Fast ein Viertel

10 Feb

der Summe, die eine Stammzelltransplantation für Aurela in Russland oder Jordanien kosten würde (ca. 80.000 €), aber weniger als ein Zehntel dessen, was die Behandlung in Deutschland kostet (250.000 €), sind zusammen. Am 4.2. waren es  19 853,59 €.

Angesichts dessen, dass das im wesentlichen eine Aktion eines Einzelnen ist, eine ganze Menge. Angesichts der Tatsache, dass Aurela zwar unter ihrer Erhaltungschemotherapie zur Zeit einigermaßen stabil ist aber ihr die Zeit letztlich doch davonläuft, noch immer viel zu wenig. Und mal ehrlich: Die Vorstellung, dass einem zweieinhalbjährigen Mädchen alle paar Wochen wieder neue Zugänge in die zerstochenen Arme gelegt werden, damit die Krankheit wenigstens stillsteht, ist gruselig oder, auch wenn sie das offenbar noch recht gut wegsteckt und ein fröhliches Mädchen ist?

 

Deshalb werden eben immer noch ganz viele Spenden gebraucht, und ich möchte immer mal wieder dran erinnern, dass auch die Weiterverbreitung des Projektes nützlich ist.