Tag Archives: kluge Sprüche

Nach langer Zeit mal wieder

1 Apr

ein Spruch von meinem Lieblingssprücheklopfer Lichtenberg, nach wie vor Sohn des Städtchen, dessen Bürger ich derzeit bin.

„Ich möchte was darum geben, genau zu wissen, für wen eigentlich die Taten getan worden sind, von denen man öffentlich sagt, sie wären für das Vaterland getan worden.“

Georg Christoph Lichtenberg (* 1. Juli 1742 in Ober-Ramstadt bei Darmstadt; † 24. Februar 1799 in Göttingen) Mathematiker, Physiker, Aphoristiker

 

Auch an dieser Stelle nochmal

25 Aug

und aus immer wieder mehr oder weniger aktuellem Anlass:

Du sollst deinen Nächsten seines Glaubens wegen nicht braten, zumal du ihn nicht essen kannst.

Georg Christoph Lichtenberg

So ist das

23 Apr

essen, scheißen, schlafen, aufstehen

das ist die welt

und des weiteren

– sterben

Ikkyū Sōjun, verrückte Wolke, 1.2.1394 – 12.12.1481
Der Bukowski des Zen

Gute Nacht.

Die Zen Weisheit am Mittwoch

11 Feb

ist von keinem Zen Meister sondern wieder mal von Meister Eckhart.

Ein auferhobenes Gemüt sollst du haben, nicht ein niederhangendes, ein brennendes Gemüt, in dem doch eine ungetrübte, schweigende Stille herrscht.

Meister Eckhart (1260 – 1327)

Zen am Mittwoch

31 Dez

Zum ersten Mal in deinem Leben praktizierst du Zazen am heutigen Tag. Begegne jedem Tag deshalb mit dem selben frischen Geist, den du zu Neujahr hast. In Zazen ist jeder Tag ein Neujahrstag. Einen guten Rutsch!

Kodo Sawaki

Ich schließe mich einfach mal an.

Lichtenberg

21 Dez

Mir ist in letzter Zeit mal wieder mehr nach klugen Sprüchen. Mein Lieblingsaphoristiker hat da ja einiges zu bieten.

In Zeiten, in denen man sich in den sozialen Medien gern mal die jeweils eigenen „Wahrheiten“ mit viel Schwung um die Ohren haut, finde ich diesen recht passend:

„Man lehre die Menschen, wie sie denken sollen,
und nicht ewighin, was sie denken sollen.“

Georg Christoph Lichtenberg, Physiker

Heute ist zwar schon Donnerstag

18 Dez

aber auf Daily Zen war der Spruch schon gestern zu sehen. Deshalb darf der heute auch als Zen am Mittwoch durchgehen.

“To a mind that is still, the entire universe surrenders.” — Zhuangzi

Ich sollte in der Tat für mehr Ruhe sorgen, das ist Hygiene für die Seele.

 

 

Wie wär’s mal wieder

2 Jul

mit einem klugen Spruch?

Und jedem Anfang wohnt ein neuer Zauber inne…“ kennen wir ja von Hesse. Der holte sich die Vorlage aber von sehr viel früher, nämlich vonMeister Eckhart:

Und plötzlich weißt du: Es ist Zeit, etwas Neues zu beginnen und dem Zauber des Anfangs zu vertrauen.

Man kann das als Aufforderung im Großen verstehen, und so wird es wohl auch oft verstanden: Etwas völlig neues anzufangen, zu wagen, dafür vielleicht das alte aufzugeben.

Ich möchte versuchen es für mich zunächst im kleinen verstehen: Jeden Tag als etwas Neues begreifen, etwas, das nicht selbstverständlich ist, letzteres eine Erkenntnis, die wirklich manchmal sehr plötzlich vor einem steht. Und deshalb jeden Tag als einen neuen Anfang begreifen, dem natürlicherweise ein Zauber innewohnt, und der es wert ist ihn von vorn zu beginnen.

Unnötig zu sagen, dass mir das nicht immer gelingt, was das Bemühen darum aber nicht weniger sinnvoll macht.

 

Und angeregt von einem Eckhart-Text an einer anderen Stelle, gefunden bei Echium, habe ich in der Nähe dieser Stelle in der gleichen Quelle (Meister Eckhart – Das Buch der göttlichen Tröstung) weiter gesucht und dies gefunden. Es entspricht einem kleinem aber nicht unbedeutenden Teil dessen, was ich auch mit Hilfe, die ich mir holte, in den letzten Jahren gelernt habe und noch lerne:

Noch ist aber ein ander sache; swer die merken und bekennen wölte, sô würde er billîche getrœstet an ûzerlîchem schaden und leide.
Ein mensche vert einen wec oder tuot ein werk oder læzet ein ander werk, sô geschihet im ein schade: er brichet ein bein, einen arm oder verliuset ein ouge, oder er wirt siech.
Wil er danne alles gedenken: hætest dû einen andern wec gevarn oder ein ander werk getân, sô enwære dir daz niht beschehen, sô blîbet er ungetrœstet und wirt von nôt leidic.

Und dar umbe sol er gedenken: wærest dû einen andern wec gevarn oder hætest dû ein ander werk getân oder gelâzen, dir wære vil lîhte ein vil grœzer schade und leit beschehen; und sô würde er billîche getrœstet.

Noch aber gibt’s etwas anderes: wer das beachten und erkennen wollte, der würde zu Recht getröstet bei äußerem Schaden und Leid.
Ein Mensch zieht einen Weg hin oder verrichtet ein Werk oder unterläßt ein anderes und dabei widerfährt ihm ein Schaden: er bricht ein Bein, einen Arm oder verliert ein Auge, oder er wird krank.
Will er dann beständig denken: Wärest du einen andern Weg gezogen oder hättest du ein anderes Werk verrichtet, so wäre dir das nicht widerfahren, so bleibt er ungetröstet und wird notwendig leidbedrückt.
Und deshalb soll er denken: Wärest du einen andern Weg gezogen oder hättest du ein anderes Werk verrichtet oder unterlassen, so wäre dir leichtlich ein viel größerer Schaden und Kummer widerfahren; und auf solche Weise würde er zu Recht getröstet.

Josef Quint (Hg.), Meister Eckehart, Deutsche Predigten und Traktate

 

Und mit Zen ist das deshalb kategorisiert, weil es eben so ist.

Frieden

19 Mai

schließen und Frieden halten ist nicht immer einfach, besonders mit mir selbst. Und gerade das ist doch so wichtig. Gelassenheit heißt auch, mich einfach so sein zu lassen, mich nicht ständig selbst zu bewerten. Und wie oft erwische ich mich doch dabei, mich zu bewerten, mich zu vergleichen.

Vorhin dazu dieses entdeckt, dann drüber nachgedacht und tatsächlich ruhig geworden und jemand anderen so sein lassen gekonnt.

Die Fähigkeit, im Frieden mit anderen Menschen und mit der Welt zu leben, hängt sehr weitgehend von der Fähigkeit ab, im Frieden mit sich selbst zu leben.
Thich Nhat Hanh

Thich Nhat Hanh, ich sollte mich mal mit ihm beschäftigen.

Hin und her gerissen,

9 Sep

getrieben und ausgebremst von mir selbst fühle ich mich.

Und zwei in meiner Sammlung von Lichtenberg-Aphorismen direkt benachbarte Sprüche drücken es ein wenig aus:

„Alles auf einmal tun zu wollen, zerstört alles auf einmal.“

„Alle Menschen schieben auf und bereuen den Aufschub.“

Es gäbe soviel zu tun, zu erledigen. Bei vielen dieser Dinge ist auch klar, wie sie zu erledigen wären. Bei manchen aber eben nicht, verzweifelt unklar zum Teil.

Der Drang, alles möglichst schnell loszuwerden, bremst mich aus, und ich bekomme kaum etwas geschafft, manchmal nur, was sich ohne Katastrophe überhaupt nicht mehr verschieben ließe.

Natürlich weiß ich, dass es am besten wäre, die Dinge nach Prioritäten zu sortieren und abzuarbeiten, und wenn ich das nicht schaffe, einfach irgendwo anzufangen. Wenn mir dies gelingt, erledigen sich einige weitere oft von selbst. Aber es will mir einfach oft nicht gelingen. Ich sitze und grübele oder verliere mich irgendwo zwischen sozialen Netzwerken und Papierstapeln und wundere mich über die verlorene Zeit.

Ich werde regelmäßig wieder aufgebaut, was auch sehr notwendig ist. Aber ich kann meine Vorsätze nicht umsetzen. Oder sträube ich mich unbewusst dagegen? Es geht alles so quälend langsam voran. Und die Berge scheinen zu wachsen statt kleiner zu werden.

Andererseits habe ich das Gefühl, dass ich vieles dessen, was anliegt, besser geregelt bekomme, wenn ich viel Arbeit habe. Vielleicht weil dann weniger Zeit zum Nachdenken ist?

In meinem Büro sieht es aus wie in mir, unaufgeräumt. Vielleicht sollte ich mit dem Büro anfangen, damit es in mir auch wieder übersichtlicher wird.