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Nach langer Zeit mal wieder

1 Apr

ein Spruch von meinem Lieblingssprücheklopfer Lichtenberg, nach wie vor Sohn des Städtchen, dessen Bürger ich derzeit bin.

„Ich möchte was darum geben, genau zu wissen, für wen eigentlich die Taten getan worden sind, von denen man öffentlich sagt, sie wären für das Vaterland getan worden.“

Georg Christoph Lichtenberg (* 1. Juli 1742 in Ober-Ramstadt bei Darmstadt; † 24. Februar 1799 in Göttingen) Mathematiker, Physiker, Aphoristiker

 

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Einszweidrei, im Sauseschritt

24 Okt

Läuft die Zeit; wir laufen mit.
Wilhelm Busch.

Eben war an anderer Stelle die Rede von der Zeit, die rennt.
Für meinen Geschmack tut sie das zur Zeit erheblich zu schnell.
Ich weiß ja, dass sie eigentlich nicht weglaufen kann. Aber manchmal denke ich, sie hat Angst vor mir.

Auch an dieser Stelle nochmal

25 Aug

und aus immer wieder mehr oder weniger aktuellem Anlass:

Du sollst deinen Nächsten seines Glaubens wegen nicht braten, zumal du ihn nicht essen kannst.

Georg Christoph Lichtenberg

Und SELBSTVERGESSEN fand sie.

30 Aug

Der Herr der gelben Erde wandelte jenseits der Grenzen der Welt. Da kam er auf einen sehr hohen Berg und schaute den Kreislauf der Wiederkehr. Da verlor er seine Zauberperle.

Er sandte ERKENNTNIS aus, sie zu suchen, und bekam sie nicht wieder.
Er sandte SCHARFBLICK aus, sie zu suchen, und bekam sie nicht wieder.
Er sandte DENKEN aus, sie zu suchen, und bekam sie nicht wieder.
Da sandte er SELBSTVERGESSEN aus. SELBSTVERGESSEN fand sie.

Der Herr der gelben Erde sprach: “Seltsam fürwahr, dass gerade SELBSTVERGESSEN fähig war, sie zu finden!”

Zhuangzi (oder auch Dschuang Dsi; ca. 365 – 290 v. u.Z.)

 

Quelle: Von der Zauberperle

Am Mittwoch keine Zenweisheit

12 Aug

Schon lange hatte ich keinen klugen Spruch, obwohl doch mein Lieblingssprücheklopfer, Sohn des Städtchens, in dem ich lebe, genug davon von sich gegeben und freundlicherweise auch in seinen Sudelbüchern aufgeschrieben hat.

Man muß im gemeinen Leben, so gut wie in der Physik, nichts allzu künstlich erklären.

Georg Christoph Lichtenberg

Als Physiker dürfte er wohl Ockhams Rasiermesser gekannt haben, obwohl es zu seiner Zeit noch nicht so hieß und wohl auch nicht explizit von Ockham stammt.

Das Nicht-Klatschen Nicht-Hören

4 Mrz

“Was ist das Klatschen einer Hand?”

Hakuin Ekaku Zenji

Bisweilen wird das Koan auch zitiert als: „Hörst Du das Klatschen der einen Hand?

Ein Frage, die Generationen von Zen-Schülern an den Rand der Verzweiflung, und einige darüber hinaus gebracht hat. Darüber hinaus – hin zur Erleuchtung. Bevor die verzweifelte Suche nach dem Sinn hinter dem scheinbaren Paradox nicht aufgegeben wird, bevor der Versuch das Rätsel durch rationale Betrachtung lösen zu wollen nicht vollkommen gescheitert ist, kann Erkenntnis nicht stattfinden.

Ich glaube, ich war manchmal nahe dran, an diesem speziellen Koan, aber dann kam irgendwann die Ratio und drängelte sich zwischen mich und das Erkennen  …

Die Zen Weisheit am Mittwoch

11 Feb

ist von keinem Zen Meister sondern wieder mal von Meister Eckhart.

Ein auferhobenes Gemüt sollst du haben, nicht ein niederhangendes, ein brennendes Gemüt, in dem doch eine ungetrübte, schweigende Stille herrscht.

Meister Eckhart (1260 – 1327)

Vom derzeitigen Lesen

11 Jan

Beim Lesen der Dinge und beim Vorwärtsstolpern von Hölzchen zu Stöckchen bin ich dann, mal wieder, bei Lichtenberg gelandet, Sohn meines derzeitigen Wohnortes, ich schrieb es wohl schon:

Es gibt wirklich sehr viele Menschen, die bloß lesen, damit sie nicht denken dürfen.

aphoristiziert er (kann man das sagen?).

Nun weiß ich, dass das sicher anders gemeint war, aber manchmal lese ich tatsächlich, um nicht denken zu müssen. Um eine kurze Weile frei zu sein von bedrückenden Gedanken, die ich leider nicht einfach so ziehen lassen kann, ohne zu werten, wie ich es mir gern wünschte. Und dann lese ich, irgendwo hier und da, lasse mich treiben im Web, auf Blogs oder auch ganz banal auf Facebook, zuviel und zu lange dort in letzter Zeit.

Aber eben auch in einem Buch, in letzter Zeit oft elektronisch, weil es Bücher sind, die ich zwar interessehalber schon lange lesen wollte, von denen ich aber nicht sicher bin, dass ich sie ein zweites, drittes oder auch, wie einige liebgewonnene ein siebtes oder achtes Mal in die Hand nehme und auslese, im doppelten Sinne. Solche möchte ich doch immer noch auf Papier haben, umblättern mit der Hand, am liebsten auch gebunden. Die E-Bücher sind meist alte, gemeinfreie Werke, Conan Doyle oder Verne zuletzt z.B., die ich einfach mal gelesen haben möchte.

Und das Lesen verschafft mir meistens ein wenig Ruhe und Abstand, komme sozusagen wieder zur Besinnung, besinnlich und zurück aus der empfundenen Ohnmacht.

Lichtenberg

21 Dez

Mir ist in letzter Zeit mal wieder mehr nach klugen Sprüchen. Mein Lieblingsaphoristiker hat da ja einiges zu bieten.

In Zeiten, in denen man sich in den sozialen Medien gern mal die jeweils eigenen „Wahrheiten“ mit viel Schwung um die Ohren haut, finde ich diesen recht passend:

„Man lehre die Menschen, wie sie denken sollen,
und nicht ewighin, was sie denken sollen.“

Georg Christoph Lichtenberg, Physiker

Heute ist zwar schon Donnerstag

18 Dez

aber auf Daily Zen war der Spruch schon gestern zu sehen. Deshalb darf der heute auch als Zen am Mittwoch durchgehen.

“To a mind that is still, the entire universe surrenders.” — Zhuangzi

Ich sollte in der Tat für mehr Ruhe sorgen, das ist Hygiene für die Seele.