Tag Archives: bedenkenswert

Gott ist namenlos

26 Feb

Als ich die ersten Worte las, wusste ich, dass das von Meister Eckhart sein muss, obwohl ich genau diesen Text noch nie gelesen hatte.

Eckhart überrascht immer wieder und ist doch so klar erkennbar.

https://wp.me/p14kOY-2wn

Werbeanzeigen

Die Wüste

23 Feb

in meinem Fall den Sinai habe ich als klar erlebt. Ohne Schnörkel, bestimmt in den Forderungen, die sie an ihre Besucher stellt.
Faran macht Wüstenmusik oder Musik, wie die Wüste, die Negev, wo die Musiker leben. Genauso klar und schön.
https://youtu.be/WkQdCmcwcoU

Depression ist

5 Jan

manchmal merkwürdig.

Man könnte meinen, dass einen depressiven Menschen die Geschichten von anderen Depressiven Menschen zwangsläufig triggern müssten oder zumindest in der eigenen Hoffnungslosigkeit (und ja, auch Selbstbemitleidung, die wir alle kennen, wenn wir ehrlich sind) verstärken.

Das tun sie aber offenbar nicht immer. Ich habe inzwischen vom letzten Irrenarzt (es ist für mich ein wohlmeinender Kosename für die hilfreichen Psychiater) eine langanhaltende schwere depressive Epsiode bescheinigt bekommen. Doch beide Geschichten hinter meinen letzten Posts habe mich nicht noch weiter runter gebracht sondern zumindest zeitweise, was ein Fortschritt ist, mir einen Perspektivwechsel auf den positiven Blick auf einige just vollbrachte Leistungen ermöglicht. Z.B. dass ich zu ca. 45% funktioniert habe und nicht zu mehr als der Hälfte nicht funktioniert habe. Auch wenn das nicht kontinuierlich durchhaltbar ist, zeigt es zumindest, dass es funktionieren kann, was ich wie vermutlich die meisten Mitbetroffenen rational sehr wohl begriffen habe, aber selten praktisch umsetzen kann/konnte.

Vielleicht liegt es an der Art und Weise, wie solche Geschichten auf mich zukommen, an der Authentizität, an der Ehrlichkeit, wie sie dargeboten werden. Ich weiß es nicht. Diese hatten jedenfalls positive Auswirkungen, wie lange, bleibt abzuwarten.

Depression ist

4 Jan

ein Arschloch, das vor keinem halt macht.

Sie kann jeden treffen, auch Menschen, die „sowas“ studiert haben, die sich mit Trauer auskennen, von denen man dachte: Wenn jemand in sich ruht, dann der.

Menschen die – ebenso wie ich – rational völlig klar begriffen haben, dass das, was sie da tun, und was mit ihnen geschieht nicht vernünftig ist. Und es passiert ihnen doch.

Und sie funktionieren in bestimmten Bereichen ganz gut – genau wie ich – und in anderen manchmal überhaupt nicht – genau wie ich, was es für andere noch schwerer macht es zu begreifen.

„Aber du kannst doch …“ „Da geht es doch auch …“

Depressive sind sich so ähnlich und so verschieden.

https://bestatterweblog.de/die-stell-dich-nicht-so-an-krankheit/

Mit Vorsicht zu genießen

4 Jan

ist dieser Beitrag. Es geht – wieder mal – um Depression. Es ist ein Video, ein Gedicht. Eine Konversation, der Versuch zu erklären, was offenbar so schwer zu verstehen ist und von manchen auch vielleicht nicht verstanden werden will.

Mit Vorsicht zu genießen, weil es triggern könnte. Mich hat es berührt, aufgewühlt und mir Tränen in die Augen getrieben, weil ich einiges wiedererkannt habe, aus meinem eigenen Erleben, meinen Versuchen zu erklären, dem Scheitern dabei. Den Versuchen einer mir sehr nahestehenden Person, sich zu erklären und deren Scheitern dabei. Nicht meiner Mutter, der kann ich nichts mehr erklären. Als sie noch lebte, konnte ich es mir selbst noch nicht erklären geschweige denn ihr und ich war mir selbst nicht bewusst was mit mir war und sich in mir und meinem Kopf entwickelte (und kann es immer noch nicht vollständig).

Kurzum man sei gewarnt, weshalb hier zunächst mal eine Pause steht.

Weiterlesen

Es ist zwar nicht Mittwoch

27 Aug

aber trotzdem mal wieder was von meinem Lieblingssprücheklopfer Georg Christoph Lichtenberg (der, in Owwerramscht geboren ist, wo ich jetzt wohne, und neben seiner Tätigkeit als Sprücheklopfer der erste Professor für Experimentalphysik Deutschlands war).
Da ich heute schon mal dabei bin zu schreiben.

„Ich kann freilich nicht sagen, ob es besser werden wird, wenn es anders wird;
aber soviel kann ich sagen: es muß anders werden, wenn es gut werden soll.“

In diesem Sinne: A Change Is Gonna Come, langsam aber sicher.

und aus mehr oder weniger aktuellem Anlass

Nach langer Zeit mal wieder

1 Apr

ein Spruch von meinem Lieblingssprücheklopfer Lichtenberg, nach wie vor Sohn des Städtchen, dessen Bürger ich derzeit bin.

„Ich möchte was darum geben, genau zu wissen, für wen eigentlich die Taten getan worden sind, von denen man öffentlich sagt, sie wären für das Vaterland getan worden.“

Georg Christoph Lichtenberg (* 1. Juli 1742 in Ober-Ramstadt bei Darmstadt; † 24. Februar 1799 in Göttingen) Mathematiker, Physiker, Aphoristiker

 

#ichbinhier

1 Mrz

Ich auch, und ich finde es gut, dass so viele auch hier sind. Bei der Facebookgruppe #ichbinhier bin ich mehr oder weniger durch Zufall gelandet, nachdem ich ebenfalls auf Facebook über die Veröffentlichung einer Hassbotschaft gestolpert bin (es wurde auch in den Medien darüber berichtet). Die Leute vom Miniaturwunderland regten dann dazu an, sich gegen Hasskommentare, rassistische Äußerungen, Diskriminierungen, Verbreitung von Unwahrheiten ect. zu engagieren, zum Beispiel in der geschlossenen Facebookgruppe #ichbinhier. Ich hab mir die Gruppenbeschreibung angeschaut und um Aufnahme gebeten, die mir auch gewährt wurde, was sicher kein Privileg ist. Niemand, der nicht gerade Hassbotschaften oder ähnliches in seiner Timeline hat oder solche offensichtlich unterstützt, dürfte wohl abgewiesen werden. Sinn und Zweck der Gruppe wird beim BR ganz gut beschrieben.

Ich hab auch schon früher immer mal wieder, in letzter Zeit weniger, auf üble Kommentare auf einschlägigen Seiten und Profilen reagiert, teilweise auch heftiger, zwar nicht beleidigend aber bisweilen vielleicht doch mit einem etwas aufgeregteren oder sogar aggressiven Unterton. Zweifel, dass solche Reaktionen angebracht oder nützlich sind, hatte ich immer mal. Oft waren die Sachen, auf die ich reagiert habe aber so schwer erträglich, dass ich einfach reagieren zu müssen meinte. Manche Leute waren sich auch sicher, dass man scharf reagieren müsse, wenn man überhaupt irgendwas bewirken will. Ich hatte da meine Zweifel, aber ich hatte auch meine Zweifel, dass man ausschließlich mit betont respektvollem Einsatz viel erreichen wird.

Dann kam ich eben zu #ichbinhier und habe gemerkt, dass ein geballter Einsatz von überlegten, einigermaßen unaufgeregten und von Sachlichkeit getragenen Kommentaren durch hetzerische, Unwahrheiten verbreitende, diskriminierende Kommentare aus den Fugen geratende Threads in eine andere Richtung biegen können. Und ich mache jetzt einfach mal im Rahmen meiner Möglichkeiten mit.

Ich muss sagen, es tut gut zu erfahren, dass viele Tropfen gelegentlich eben doch den Stein höhlen können, dass es so viele und täglich so viel mehr Menschen gibt, die sich gemeinsam um eine bessere Diskussionskultur im Medium Facebook bemühen, dass man auch ein Stück weit getragen wird von so einer Gemeinschaft. Und schließlich erfahre ich dort auch etwas über mich selbst und lerne immer mal wieder zurückzutreten und zu versuchen eben nicht dem ersten Impuls folgend loszuschreiben sondern mit Bedacht zu formulieren und auch so zu denken. Nicht immer und sofort gelingt das, aber man lernt auch am Beispiel anderer. Für mich ist das eine gute und wertvolle Erfahrung. Die Hardcore-Hetzer, die überzeugten Stammtischler oder gar neue Nazis wird man kaum damit zum Nach- oder gar Umdenken bewegen können. Aber Grundstimmungen in entgleisenden Diskussionen lassen sich drehen, und das ist wichtig. Der Vernunft eine Stimme geben. Ich kann das nur empfehlen, es ist eine gute Selbsterfahrung, auch dann, wenn man vielleicht (zunächst) noch zögert aktiv mit zu tun und sich einfach anschaut, was dort passiert.

Zum Ende vielleicht ein Beispiel von heute. Ein Bericht auf der Seite von N24, ein bisschen zu reißerisch aufgemacht, man will ja Klicks bekommen. Darunter massenhaft Kommentare mit dem Tenor, dass das ja wieder nur Migranten gewesen sein können, obwohl davon nichts erwähnt wurde und obwohl das eigentlich erstmal überhaupt nichts zu Sache tut, welcher Herkunft die Störer waren. Es sollte doch eigentlich in erster Linie um das betroffene Kind gehen. Viele, viele Menschen, sicher weit über hundert Kommentare, kommentierten ganz überwiegend sachlich gegen Spekulationen, Unterstellungen, Hass an, und die üblen Kommentatoren verloren allmählich die „Lufthoheit“.

Und dann kommt aus den Reihen von #ichbinhier am Ende noch so ein Kommentar, der nochmal alle Spekulanten, alle Hetzer, alle diejenigen, die meinen, es könnte ja keine Deutschen gewesen sein, weil Deutsche sowas ja nicht tun, Lügen straft. Da dachte ich bei mir, es ist gut, dass es diese Initiative und diese Gruppe gibt. Und es ist gut sich ein wenig im Rahmen der Möglichkeiten zu beteiligen.

Abgebrannt

26 Okt

ist 2014 ein Teil eines Tierheims, das mir am Herzen liegt. Der Wiederaufbau und die Neueinrichtung unter anderem des Katzenhauses zieht sich schon lange hin, weil es zwar viele helfende Hände aber nicht immer genug Geld gibt, mit dem ja nebenbei auch eine Menge Tiere versorgt werden müssen, die in manchmal erbärmlichen Zuständen dort abgegeben werden, aufgepäppelt und medizinisch versorgt werden müssen um dann auf die Vermittlung in ein liebens- und lebenswertes neues Zuhause zu warten, wobei die Vermittlungsaktivitäten dieses Vereins recht erfolgreich sind, da man sich auch erziehungsmäßig z.B. um Problemtiere kümmert.

All das findet seit 25 jahren auf eine ausgesprochen pragmatische und in erster Linie am Tierwohl orientierten Weise statt, ohne irgendwelche ideologischen Hintergründe. Die Vermittlungsgebühren werden absichtlich niedrig gehalten, in der Größenordnung der Selbstkosten für die medizinisch notwendigen Maßnahmen und Kastration etc.

Der Verein nimmt regelmäßig an Förderaktionen regionaler Sponsoren teil, bei denen nach Abstimmung der Unterstützer Gelder an Vereine mit besonders vielen Unterstützern verteilt werden. Im Moment gibt es die Möglichkeit bei der Sparda Hessen 2000,- EUR zu erhalten, allerdings nur für die ersten 30 Vereine mit den meisten Unterstützern. Es kann täglich mit mehreren E-Mailadressen abgestimmt werden. Leider bewegen wir uns im Moment eher am unteren Ende der ersten 30 Plätze, und es wär schön, wenn man den Platz unter den ersten 30 eine bisschen sicherer machen könnte. Also bitte ich darum, den Verein mit Votings zu unterstützen, am besten täglich bis zum 9.11., solange läuft die Abstimmungsphase. Die Mail-Adressen werden ausschließlich für diese Aktion verwendet, am Ende der Aktion gelöscht, und es kommt keine Werbung der Sponsorbank.

Informationen und die Möglichkeit zur Unterstützung gibt’s hier:
https://www.sparda-vereint.de/voting/spardaherbstaktion-2016/innenausbau-des-wiederaufgebauten-tierheimteils/

Einszweidrei, im Sauseschritt

24 Okt

Läuft die Zeit; wir laufen mit.
Wilhelm Busch.

Eben war an anderer Stelle die Rede von der Zeit, die rennt.
Für meinen Geschmack tut sie das zur Zeit erheblich zu schnell.
Ich weiß ja, dass sie eigentlich nicht weglaufen kann. Aber manchmal denke ich, sie hat Angst vor mir.