Zwischendurch

24 Aug

Es ist ein wenig still geworden hier. Ich habe einiges um die Ohren, nicht zuletzt den ein oder anderen Krankenhausaufenthalt, denen noch ein oder zwei weitere folgen werden. Und im September knuddeln sich die Auswärtstermine schon wieder reichlich. Dann wird auch – hoffentlich – das Weihnachtsgeschäft beginnen.

Ich dachte, ich lass mal zwischendurch was hören.

Von Gabby Young war hier schon öfter zu hören, weil ich sie sehr mag und sie sozusagen ein wenig Leidensgenossin ist. Und vor längerem hatte ich ja mal das Thema Walzer. Daher einfach so zwischendurch ein (weiterer) Walzer von Gabby Young.

Wieder mal Organspende

17 Aug

Ich weiß, dass ich damit den Tod eines bekannten Menschen etwas intrumetalisiere, aber das Thema liegt mir, wie Mitleser bereits gemerkt haben werden, am Herzen.

Die Familie des an einem Schädel-Hirn-Trauma verstorbenen Kanutrainers Henze hat der Organentnahme zugestimmt, und vier Organe wurden bereits transplantiert. Etliche Medien machten dann mit dieser oder ähnlichen Überschriften auf wie die Welt Toter Kanu-Trainer Henze rettet vier Menschenleben . So richtig passend finde ich das nicht, es hätte gereicht einfach nur zu schreiben, dass seine Organe transplantiert wurden.

Die Entscheidung der Familie verdient natürlich höchsten Respekt. Ich weiß nicht, wie Henze selbst zu dem Thema stand, und ob er seine Angehörigen über seine Ansichten informiert hatte. Aber hier ist wieder einmal davon die Rede, dass die Entscheidung von den Angehörigen getroffen wurde, vermutlich getroffen werden musste, weil vielleicht kein Organspendeausweis vorlag.

Die Angehörigen in dieser sowieso schon schwierigen Siatuation mit der Entscheidung zu belasten muss nicht sein. Auch wenn man sich gegen eine Organspende entscheidet, aus welche Gründen auch immer, und alle müssen respektiert werden, ist ein Organspendeausweis, in dem eben diese Entscheidung niedergelegt ist, hilfreich, da sie die Angehörigen entlastet. Eine positive und entsprechend dokumentierte Entscheidung ist ebenfalls sehr hilfreich, im Zweifel bewahrt es davor, dass die eigene positive Einstellung dazu von den in der Situation überforderten Angehörigen vielleicht aus Pietätsgründen nicht berücksichtigt und einer Organentnahme widersprochen wird.

Ich bitte daher eindringlich alle, sich über ihre eigene Einstellung Gedanken zu machen, eine Entscheidung – dafür oder dagegen – zu treffen und, am wichtigsten, diese zu dokumentieren, am besten in Form eines Organspendeausweises. Diese Entscheidung kann übrigens jederzeit geändert werden. Es gibt ihn übrigens auch ausfüllbar als Download, z.B. hier. Ausgefüllt ausgedruckt und laminiert ein kleines aber im Zweifel sehr nützliches Accessoire😉

Wegschauen

29 Jul

Sollte man vielleicht wirklich manchmal wegschauen angesichts der vielen Schreckensmeldungen, die auf uns einprasseln, wie der Titel des Artikles  „Mut zum Wegschauen“ in der SZ suggerieren könnte?

Kann man überhaupt wegschauen, den Wahnsinn um uns herum verdrängen? Ich vermute nein. Es dürfte mittlerweile illusorisch sein, sich von allen Nachrichtenkanälen abkoppeln zu wollen und einfach Augen und Ohren vor allem um einen herum zu verschließen. Das geht nicht, und es ist vermutlich auch kaum sinnvoll. Wirklich wegschauen und Weghören meint der Artikel aber auch nicht. Noch nicht mal ignorieren meint er, denn auch das ist schwierig bis unmöglich und auch gar nicht sinnvoll. Wenn in meiner Nähe ein Polizeiwagen mit Lautsprecherdurchsage vorbeifährt und mir bedeutet, ich solle in den nächsten Stunden wegen einer Gefahrenlage besser zuhause bleiben, dann ist das sehr sinnvoll diese Aufforderung nicht zu ignorieren sondern in der Regel besser sie zu befolgen und auf weitere Nachrichten zu warten.

Was gemeint ist, ist wohl eher, sich nicht von einer allgemeinen Panik anstecken zu lassen, nicht Ängste bei sich schüren zu lassen, nicht in Aktionismus oder auch Rückzug zu verfallen – und vielleicht auch nicht unbedingt bei jeder Meldung sofort in den Chor der Betroffenen laut einzustimmen, wenn man selbst nicht wirklich betroffen ist. Letztere Aufforderung kann man leicht falsch verstehen und als Herzlosigkeit auslegen. Wenn man ehrlich betroffen ist, wenn man ehrliche Empathie empfindet, dann kann uns darf man diese natürlich zum Ausdruck bringen. Aber man muss nicht pro Forma, weil es eben grad alle so machen, in den großen Chor mit einstimmen, Profilbilder umfärben, „pray for …“ – Memes verteilen, wenn es einen nicht wirklich intensiv betroffen hat. Es ist nicht herzlos, das sein zu lassen und auch nicht pietätlos, in der Stadt wo vor zwei Tagen ein Anschlag geschah wieder „normal“ zu leben und etwas zu tun, was einem Spaß und Entspannung bringt, grillen, ausgehen ect. Es bringt keinem etwas in eine allgemeine Paranoia zu verfallen und aus irrationalen Ängsten öffentliche Veranstaltungen, Bahnhöfe, Flughäfen oder sonstwas zu meiden, am wenigsten denen, die zu Opfern geworden sind. Derer kann man gedenken, selbstverständlich, man sollte sie aber auch nicht instrumentalisieren, wie das immer wieder und praktisch in Sekunden nach einem solchen Ereignis geschieht. Wo wir helfen und nützlich sein können, sollten wir das tun. Des Voyeurimus sollten wir uns enthalten. Dazu gehört auch aus meiner Sicht, dass man nicht begierig jede einzelne Nachricht, die oft genug doch zunächst nur Spekulation ist sofort aufsaugen und vor uns selbst und anderen bewerten. Ich muss zugeben, dass mir das oft auch nicht spontan gelingt, dass ich mich dazu auch erst selbst zur Ordnung rufen muss. Man kann das aber üben.

Das Risiko, Opfer eines Terroranschlages oder auch eines Amoklaufes zu werden ist, selbst wenn sich diese noch erheblich vermehren sollten, gegenüber den ganz alltäglichen Risiken für Leib und Leben, denen wir uns völlig selbstverständlich ohne mit der Wimper zu zucken jeden Tag aussetzen, verschwindend gering. Genau diese irrationale Angst, diese vermeintliche Ohnmacht (die in vieler anderer Hinscht viel realer ist als gerade bei den Anschlägen), die sich ausbreitende Paranoia ist ja das, was zumindest die Terroristen bezwecken, und womit sie ganz offensichtlich recht erfolgreich sind, wenn ich die vielen Äußerungen zur Angst aus meiner Umgebung  bedenke. In der Zeit zwischen den 70ern und 90ern kamen in Deutschland im Durchschnitt pro Jahre doppelt so viele Menschen durch Terroranschläge ums Leben wie in den Jahren danach bis heute. Amokläufe gab es zu jeder Zeit, über die Opferzahlen habe ich keine konkreten Informationen, ich glaube aber nicht, dass sie früher wesentlich unter den heutigen lagen. Es ist um eine vielfaches wahrscheinlicher an seinem Esssen zu ersticken als Opfer eines Anschlages zu werden. Das Essen stellen wir ja auch nicht deshalb ein, weil es die sehr geringe Wahrscheinlichkeit gibt, dabei ums Leben zu kommen, warum dann die groteske Angst vor Terroranschlägen, bei denen die Wahrscheinlichkeit zum Opfer zu werden noch viel geringer ist? Das Risiko Opfer zu werden ist selbst dann noch viel geringer, wenn die Anschläge noch deutlich zunehmen sollten.

Wir sollten gelassener mit den Geschehnissen umgehen, uns informieren wie groß, bzw. wie winzig klein die Risiken im Vergleich zu anderen sind. Angst war schon immer ein schlechter Ratgeber und nützt niemandem außer den Tätern. Gelâzenheit auch im Eckhartschen Sinne, Gleichgültigkeit anstreben nicht im negativen Sinn als Wegschauen, sondern die Dinge und Geschehnisse gleich gültig sein zu lassen, sie gelten zu lassen so, wie sie nun einmal geschehen sind und sich nicht rückgängig machen lassen.

Jetzt ist es also soweit

7 Jul

60 Jahre.

Als Kind waren 60 Jahre für mich ein kaum vorstellbares Alter, und 60 jährige waren steinalte Menschen. Natürlich starben die Menschen damals im Duchschnitt einige Jahre  früher als heute, mein Großvater mit 68. Jetzt bin ich selbst nahe an dem Alter. In den letzten Jahren haben die näher kommenden Einschläge auch schon den ein oder anderen Helden meiner Jugend in seinen 60ern erwischt, wenn auch die meisten Todesfälle in höherem Alter passiert sind. Gut 5 Jahre von der Rente entfernt – ich muss ja schon ein paar Monate länger als bis 65 warten. Nur wird die Rente nicht im entferntesten zum Leben reichen.

Ich fühle mich alt und jung gleichzeitig. Alt, weil sich gewisse Einschränkungen körperlicher Art einerseits und auch gewisse Entwicklungen psychischer Arte in Richtung Erwachsensein nicht völlig ignorieren lassen. Jung, weil ich mir in mancher Hinsicht sowohl im Positiven als auch, bisweilen zumindest, im negativen Kindlichkeit bewahrt habe und wohl manchmal auch etwas kindisch bin. Damit werden ich und andere wohl leben müssen. Damit selbst umgehen können kann ich wohl noch etwas lernen, grundsätzlich ändern kann und will ich es nicht.

Soweit mein Kommentar zum eigenen Wiegenfeste.

18 Jahre

6 Jul

hat sie uns begleitet, war immer irgendwie um uns. 8 Jahre lang zusammen mit ihrer Mutter und dann allein. Sie war eine Einzelgängerin, Fremden gegenüber sehr vorsichtig anderen Katzen gegenüber skeptisch bis ablehnend.

Sie war ziemlich gebunden an ihre Bezugpersonen, besonders an meine Tochter, die sie zwei Drittel von deren Leben begleitete.

Heute Nacht ist sie in ihren Armen gestorben, zwei Monate, nachdem sie eigentlich von der Tierärztin aufgegeben war. Wir wollten sie nicht einschläfern lassen, solange sie nicht eindeutig unter Schmerzen leidet, was bis auf sehr kurze Epsisoden nicht der Fall war. Sie wurde in ihren letzten Wochen von meiner Tochter hingebungsvoll gepflegt.

Purzel wird uns sehr fehlen.

Umfrage zur Versorgungs- und Betreuungssituation von Schilddrüsenkrebspatienten

7 Jun

Als selbst Betroffener und Vorstandsmitglied in einer Patientenorganisation für Schilddrüsenkrebsbetroffene möchte ich gern auf eine Umfrage aufmerksam machen. Dieser Blog ist zwar nicht in erster und auch nicht in zweiter Linie ein Blog für Mitbetroffene, aber vielleicht gibt es doch Betroffene, die hin und wieder reinschauen oder über Google darauf stoßen.

Die Ergebnisse sollen auf verschiedenen Tagungen und Arzt-Patienten-Symposien vorgestellt werden und Anregungen für die Verbesserung der Situation schaffen.
Die Umfrage läuft nur noch bis Freitag. Wer sie noch nicht kennt und teilnehmen möchte, der kann das noch in den nächsten Tagen tun.

Es müssen nicht alle Fragen beantwortet werden.
Wenn einzelne Fragen und deren mögliche Antworten auf die persönliche Situation nicht zutreffen, können diese auch einfach unbeantwortet gelassen werden OHNE dass dies die Auswertung beeinflussen würde, da sie schlicht keine Berücksichtigung finden und damit auch keine Verzerrung auslösen.

Uns ist bewusst, dass diese Umfrage nicht repräsentativ sein kann. Aber es ist eine der wenigen Möglichkeiten die Patientenperspsektive bei der „anderen Seite“ anzubringen, indem die Ergebnisse bei entsprechenden Gelegenheiten den health professionals vorgestellt und mit ihnen diskutiert werden.

Eine vom BV Schildrüsenkrebs – Ohne Schilddrüse leben e.V. mit initiierte international angelegte Vorgängerumfrage hat damals einiges an Resonanz auch seitens der Ärzteschaft ausgelöst, und wir hoffen auf diese Weise das Thema am Kochen zu halten.

Der Link zur Umfrage:
https://www.soscisurvey.de/sd-krebs-2016/

„Tag der Organspende“

31 Mai

Bitte entscheidet Euch. Dafür oder dagegen. Beides ist in Ordnung, aber entscheidet Euch und schafft Euch einen Organspendeausweis an, in dem eben diese Entscheidung eingetragen ist. Bürdet diese Entscheidung nicht denen auf, die im Falle Eures Ablebens sowieso schon so sehr belastet sind.
Es ist ein verbreiteter Irrtum, dass ein Organspendeausweis mit dem Einverständnis zur Spende gleichzusetzen ist. Mit ihm kann und sollte man auch seine Entscheidung dagegen dokumentieren.

Und wenn Ihr Euch entschieden habt, teilt die Entscheidung Euren Angehörigen mit.

Ach ja, ich bin Organspender, immer noch, trotz mancherlei Bedenken, was die Vergabepraxis angeht, weil sie in mancher Beziehung schon zu utilitaristisch ist. Eine Spende sollte ohne Vorbedingungen an den gegeben werden können, der sie benötigt.

Blog über medizinische Themen im Allgemeinen und Organspende und Transplantation im Besonderen.

Die zentrale Veranstaltung findet in diesem Jahr am Samstag den 04.06.2016 auf dem Marienplatz in München statt. Weiterführende Informationen http://organspendetag.de/

Die Zahl der Organspenden in Deutschland ist deutlich gesunken. Foto: dpa-tmn

In vielen weiteren Städten gibt es an diesem Tag Informationsstände, so auch in Esslingen. Die Regionalgruppe Niere e.V. Esslingen ist ab 10 Uhr in der Berliner Straße 2 vertreten und verteilt Organspendeausweise. Zum Info-PDF: Tag der Organspende 2016-1

Über den „Tag der Organspende“ gibt es einen Wikipedia-Eintrag. Weitere Beiträge zu diesem Thema in diesem Blog sind hier zu finden.

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Noch einen Walzer gefunden

29 Mai

Über Umwege wurde ich angeregt mir nochmal den Soundtrack von Easy Rider anzuhören, und da ist dann unerwartet noch ein Walzer aufgetaucht.

Roots

28 Mai

Irgendwann bin ich über ihn gestolpert, wie und wann weiß ich nicht mehr. Ich habe ein Lesezeichen gesetzt und ihn dann wohl bestimmt ein Jahr, vermutlich länger aus den Ohren verloren, und jetzt höre ich ihm schon seit über einer Stunde fasziniert zu: Seasick Steve, der mit 60 erst eigentlich wirklich ins Rampenlicht getreten ist, mit Blues und was für Blues. Etliche der Instrumente, mit denen er auftritt, hat er übrigens selbst gebaut. Die Musik fasziniert mich umso mehr je länger ich ihr zuhöre. Hier zwei Stücke, viel mehr gibt’s auf Youtube, alles sehr hörenswert.

United

27 Mai

„We have to bring the world together …“ Wir brauchen das mehr denn je.

ich hatte mir vorgenommen, neue Veröffentlichungen des Projekts Playing for Change immer mal wieder zu bringen. Jetzt ist mir jedoch eine ältere Veröffentlichung wieder unter die Finger bzw. in die Ohren gekommen. Und die passt grad so gut in diese chaotischen Zeiten.

Einen neuen Song gibt es auch, mit vielen Schulen und vielen Kindern.

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