Montreux

6 Sep

Das war schon in meiner Jugend und später immer mal wieder so ein Zauberwort. Das dortige Jazzfestival, das beileibe nicht nur Jazz bietet hatte immer so eine Aura von Besonderem. Es war und ist das Festival in Europa. Eine Mammutveranstaltung, so vollständig wie kaum ein anderes.

Es war immer mal wieder mein Traum und ist es grad wieder, einmal dieses Riesenmusikevent zu besuchen. Grad mal wieder, weil ich das Festival auf Youtube entdeckt und begonnen habe mich durch das, was sich dort findet, durchzuhören, was vermutlich noch eine Weile dauern wird. Und das wenige, was ich bisher davon gesehen und gehört habe bestätigt mich darin, dass es wohl in Europa kein zweites so umfassendes und spektakuläres Festival gibt.

Und auch wenn ich mit den Jahren nicht zuletzt auch aus wirtschaftlichen Gründen nur noch wenige Livemusikveranstaltungen besucht habe, die wenigen waren doch immer reizvoll. Und für Montreux würde ich auch die ein oder andere Anstrengung auf mich nehmen. Doch angesichts der Preise wird das wohl ein Traum bleiben.

Nichts desto Trotz macht es unglaublichen Spaß, sich durch die Jahre und Auftritte zu klicken. Ein paar davon, die es mir angetan haben oder mit denen ich etwas verbinde, verlinke ich hier einfach mal unsortiert. Und es wird eine geballte Ladung, und doch nur ein kleiner Ausschnitt aus der Vielseitigkeit des Festivals.

Angefangen hat es mit Herbie Hancock, nach dem ich aus anderem Anlass gestöbert habe, und den ich sehr gern höre aus verschiedenen Gründen. Weil er auch und besonders im Alter einfach ein genialer und ungeheuer innovativer Keyborder ist, weil ich ihn vor einiger Zeit live erleben durfte, weil er, egal mit wem er spielt, ohne Starallüren seine Mitmusiker gleichberechtigt neben sich walten lässt, weil jedes seiner bekannten Stücke bei jedem Auftritt scheinbar völlig neu ist und anders klingt und, und, und – ja ich bin ein Fan

Und dann kam irgendwie Johnny Cash, mit dem ich in meiner Jugend übrigens genau wie Hancock nicht viel anfangen konnte, und der eigentlich nichts mit letzterem zu tun hat. Ebenfalls gemeinsam ist beiden, dass ich sie inzwischen doch sehr mag aus ganz verschiedenen Gründen, unter anderem weil ich die Texte von Cash jetzt verstehe, seit ich erwachsener geworden bin.

Und noch ein Auftritt, der mit Jazz nicht viel zu tun hat (was für die Vielseitigkeit des Festivals spricht) aber offensichtlich allen Beteiligten großen Spaß bereitet hat.

Und dann aber doch wieder Jazz aus der frühen Zeit des Festivals. Ich habe eine Schwäche für Soul- und Jazzmamas. Und wer, wenn nicht Ella Fitzgerald ist der Prototyp einer solchen. Also dann:

Besondere Bedeutung für mich haben diese hier, die wohl auch regelmäßig in Montreux zu sehen sind, da dort auch die Weltmusik eine Rolle spielt. Ladysmith Black Mambazo bedeuten mir viel, weil ich durch sie und schon etwas vorher  durch Miriam Makeba Zugang zu afrikanischer Musik gefunden habe und sie für mich wie letztere eng mit dem südafrikanischen Kampf um die Überwindung der Apartheid verbunden sind. Ein Ausdruck dessen ist für mich diese Hymne Nkosi Sikelela Afrika.

Auf Chick Corea wurde ich von einem noch früher als ich selbst dem Jazz verbundenen Klassenkameraden gebracht. Ich habe ihn im Laufe der Jahre immer mal nebenbei wahrgenommen, er hatte aber irgendwie wenig Bedeutung für mich. Irgendwann habe ich dann ein Video mit ihm und Bobby McFerrin gesehen, das es mir angetan hat. Und dann stieß ich wieder beim Stöbern im Montreux Festival auf ihn und seinen Auftritt mit diesem begnadeten Vibraphonisten, der mir vorher eigentlich kein Begriff war …

Von David Sanborn habe ich mal irgendwann gehört aber richtig wahrgenommen hatte ich ihn nicht, aber worauf man beim Stöbern nicht alles aufmerksam wird …

Und wo ich grad beim Saxophon bin. Irgendwo in diesem Blog gibt es einen Eintrag über Doldinger, der besagt dass ich seine Musik ganz besonders schätze, was sich auch darin ausdrückt, dass ich etliche Vinylscheiben von ihm mein eigen nenne. Natürlich war auch der in Montreux und darf nicht fehlen, aus Gründen.

Das könnte ewig so weiter gehen, aber es sollen nur noch drei an dieser Stelle werden. Richtige Jazzgitarre hatte ich noch nicht, und Al di Meola war schon immer einer meiner Favoriten der Vertreter dieses Instruments im Jazz. Zusammen mit zwei andere Gitarrengrößen ist das ein Leckerbissen.

Kurz vor Schluss noch mal sehr funkig, was ein bisschen arg kurz kam, genau wie in meiner allgemeinen Musikrezeption: Ich mag es unheimlich gern funkig aber ich höre komischerweise viel mehr anderes. Dann also hier Einfach Rot:

Ich könnte jetzt noch eine ganze Weile so weiter machen, aber das wurde jetzt schon reichlich lang und damit komme ich zum letzten Auftritt. Und der ist wieder gitarrig aber nicht jazzig. Oder doch? Jedenfalls etwas anders als man normalerweise von den beiden Rockgitarrenhelden der absoluten Oberklasse Carlos Santana und John McLaughlin erwarten würden. Und das soll’s dann an dieser Stelle gewesen sein. Ist ja auch schon spät 😉

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